23. 05. 2012
Seite drucken
NRW: Aachener Erklärung zu Migration und Integration beschlossen
Zu diesem Thema veranstalteten das nordrhein-westfälische
Integrationsministerium, die Parlamentarische Versammlung des
Europarates sowie die Stiftung Internationaler Karlspreis in Aachen zu
Beginn dieser Woche eine gemeinsame Konferenz.
Ziel war es, über unterschiedliche Integrationskonzepte zu debattieren
und auf dem Wege des Informationsaustausches wichtige Impulse unter den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu vermitteln. „Europa ist eine
Gesellschaft aus vielen Sprachen und Kulturen. Die Zugewanderten sind
für die europäische Gesellschaft ein wichtiger und integraler
Bestandteil. Zu Fragen der Migration und Integration wollen wir eine
europaweite Debatte anstoßen, an der sich neben der Politik auch
Vertreterinnen und Vertreter aus Gesellschaft, Industrie und Handel,
akademischen Einrichtungen, religiösen Institutionen beteiligen“,
erklärte am gestrigen Dienstag (20. November) der
nordrhein-westfälische Integrationsminister Armin Laschet beim
Europatag zu Fragen von Migration und Integration in Aachen.
Aachener Erklärung zu Migration und Integration
Im Rahmen der gemeinsamen Konferenz verabschiedeten die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer zudem eine „Aachener Erklärung zu Migration und
Integration“.„Das weltoffene Aachen ist ein idealer Standort für die
Ausrichtung einer solchen Konferenz, mit der wir die europäische
Diskussion zur Vorbereitung des Europäischen Jahres des
interkulturellen Dialogs 2008 anstoßen wollen“, erklärte Laschet in
seiner Ansprache. Ziel der Konferenz war es, gemeinsam Wege zu finden,
wie Zuwanderinnen, Zuwanderer und Gaststaaten ihren interkulturellen
Dialog und das gegenseitige Verständnis verbessern können. „Wir wollen
einen offenen Dialog und das interkulturelle Verständnis, Toleranz und
Respekt fördern“, so Laschet weiter.
Europa – Ort der Toleranz
Gerade vor dem Hintergrund, dass Zuwanderung manchmal auch zu
Spannungen führe, sei es wichtig, dass sowohl das Aufnahmeland, als
auch die Zuwanderinnen und Zuwanderer bereit seien, über das Stadium
des bloßen Zusammenlebens hinaus zu gelangen. Dazu brauche es die
Bereitschaft aller gesellschaftlichen Gruppen. Von der Politik über die
Wirtschaft, die Wissenschaft, religiöse Einrichtungen bis hin zu
Migrantenorganisationen. „Mit der Konferenz haben wir diesen
vielschichtigen Dialog weiter in Gang gebracht. Integration ist kein
einseitiger Prozess. Wir brauchen eine Kultur des gegenseitigen
Respekts, dabei spielen die Familien und die Eltern von Kindern mit
Zuwanderungsgeschichte eine zentrale Rolle“, so Laschet. In der
„Aachener Erklärung zu Migration und Integration“ heißt es u.a.
wörtlich: „In Europa gibt es keinen Platz für Diskriminierung,
Intoleranz, Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie.“ Gefordert
werden gleiche Teilhaberechte für Zugewanderte. Die Beherrschung der
Sprache des Aufnahmelandes sei ebenso wie die Integration in das
Arbeitsleben von entscheidender Bedeutung. „Wir dürfen aber auch die
Herkunftsländer nicht aus den Augen verlieren, denn eine gute und
vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Herkunfts- und Aufnahmeländern
kann die positiven Wirkungen für Zuwanderung und Integration
verstärken“, sagte Minister Laschet.
Konkrete Vorschläge: Europaweiter Aktionstag
Ein konkreter Vorschlag der „Aachener Erklärung“ ist ein „Europäischer
Tag für Integration und interkulturelle Toleranz“. Der Europarat, die
Europäische Union und die Mitgliedstaaten sollen diesen Aktionstag ab
sofort im jährlichen Turnus durchführen. „Es ist von entscheidender
Bedeutung, dass junge Menschen und Schulen ebenso wie die
Zivilgesellschaft in die Förderung eines toleranten und
multikulturellen Europas als Heimat für alle Menschen unabhängig von
Hintergrund und Herkunft einbezogen werden. Frieden und Zusammenarbeit
in Europa auf der Grundlage gemeinsamer Werte von Gleichheit,
Menschenrechten und Demokratie müssen umfassend gefördert werden. Der
vorgeschlagene Europäische Tag leistet dafür einen wichtigen Beitrag“,
heißt es dazu abschließend.
Den kompletten Wortlaut der Aachener Erklärung können Sie auf der Homepage der Landesregierung abrufen unter: www.presseservice.nrw.de/presse2007/11_2007/Aachener_Erkl__rung.pdf.


























