23. 05. 2012
Seite drucken
OB und marokkanischer Generalkonsul suchen nach Lösungen
Im Mittelpunkt des Gespräches stand der Tod eines jungen Marokkaners
Ende Januar in Köln-Mülheim. Begleitet wurde Schramma bei dem Treffen
von Kölns Integrationsdezernentin Marlis Bredehorst, der
Jugenddezernentin Dr. Agnes Klein, Vertretern von Polizei,
Stadtverwaltung, einem Schulleiter aus Kalk, Mitarbeitern von
Jugendeinrichtungen vor Ort sowie einem Repräsentant der islamischen
Vereinigung. Bei dem Gespräch waren auch Angehörige und Freunde des
Opfers, des 19-jährigen Salih H., anwesend. Schramma dankte den
Betroffenen, dass die Proteste vor Ort weitgehend friedlich blieben.
Gleichzeitig lobte das Stadtoberhaupt auch das umsichtige Verhalten der
Kölner Polizei.
Neue Chancen für Integration in Problembezirken
Nach den Höflichkeiten sollten aber auch mögliche Lösungswege
aufgezeigt werden, wie Integration zukünftig besser begleitet werden
kann. Wiederholt hatten Jugendliche mit Migrationshintergrund den
Vorwurf geäußert, sie würden von deutschen Beamten anders behandelt als
Jugendliche mit deutschem Hintergrund. Schramma nutzte den direkten
Kontakt zu den Jugendlichen, um sie in einem Dialog an der Verbesserung
der Bedingungen teilhaben zu lassen. „Sagt uns, was wir mehr und besser
machen könnten und wir sagen euch, welche Möglichkeiten wir dazu
haben“, so der Appell des Oberbürgermeisters. Die Stadt bietet in
Stadtteilen mit besonders hohem Anteil an Jugendlichen mit
Zuwanderungshintergrund bereits viele Angebote an. Allerdings seien die
bei vielen Betroffenen noch gar nicht angekommen. „Das wollen wir
ändern“, so Schramma.
Der marokkanische Generalkonsul zeigte sich erfreut, über die
Integration der marokkanischen Gemeinde in Köln reden zu können. Es sei
der klare Wunsch seines Landes, dass sich seine Landsleute in
Deutschland integrieren und am kulturellen, sozialen und
gesellschaftlichen Leben teilnehmen, es geschehe aber noch zu wenig,
erklärte Mesgguid. Sein Land könne zum Beispiel durch die Entsendung
marokkanischer Sozialarbeiter bei der Integration behilflich sein. Auch
das geplante deutsch-marokkanische Kulturzentrum könne eine positive
Rolle spielen. Zwar gebe es bereits eine Vielzahl von Angeboten für
Jugendliche im Stadtteil, erst kürzlich beschloss der Stadtrat
zusätzliche Streetworkerstellen, wie Klein betonte. Ihre Kollegin im
Stadtvorstand Bredehorst verwies auf die Ausbildungsplatzbörse, die am
Freitag kommender Woche (18. April) in Kalk stattfinden soll. Doch
trotz dieses bereits breit gefächerten Angebots versprachen die
Stadtverantwortlichen, die Anregungen prüfen zu lassen. Allerdings
benötigen sie für ein Gelingen der Integrationsbemühungen auch die
nachhaltige Unterstützung der Migranten. „Zugewanderte und
Aufnahmegesellschaft müssen sich aufeinander zu bewegen. Integration
ist keine Einbahnstraße“, appellierte OB Schramma abschließend an den
Integrationswillen der Betroffenen vor Ort.


























