23. 05. 2012
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RTL/Forsa: Kritik und Klischees bei der medialen Berichterstattung über Integrationsthemen
In einer aktuellen Umfrage hat das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Kölner Privatsenders RTL ein Stimmungsbild zur Berichterstattung über Integration in den Medien ermittelt. Die Ergebnisse hat der Sender am heutigen Montag in einer Presseerklärung präsentiert. Demnach empfinden fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) die derzeitige Berichterstattung in den Medien als klischeehaft. Der Anteil der Menschen mit Zuwanderungshintergrund, die das genau so sehen, liegt dabei mit 49 Prozent nur unwesentlich darüber. Immerhin mehr als ein Drittel aller Befragten bezeichneten die Berichterstattung zu diesem Themenkomplex als realitätsnah. Das sagten 35 Prozent aller und 39 Prozent aller Befragten mit Zuwanderungshinterrund. 22 Prozent aller, aber immerhin ein Drittel (33 Prozent) der Umfrageteilnehmer mit Migrationshintergrund empfinden die mediale Darstellung als zu negativ, 17 Prozent nannten sie zu positiv, so ein weiteres Ergebnis der Umfrage.
Auch bei der Beurteilung des Umfangs medialer Abdeckung in den Medien zeigt sich ein klarer Trend. 40 Prozent waren damit zufrieden. Allerdings gibt es auch hier Optimierungsbedarf. Immerhin erklärte jeder Dritte der Befragten, dass seiner und ihrer Meinung nach zu wenig über diese Themen berichtet werde. Für fast jeden Vierten (23 Prozent) war die aktuelle Berichterstattung zu Integrationsthemen jedoch zu viel. Unter den Migranten lagen die Werte bei 37 bzw. 19 Prozent. Befragt nach den Inhalten, wünschten sich drei Viertel der Befragten, dass in den Medien häufiger über Beispiele gelungener Integration berichtet wird. 63 Prozent sähen gerne mehr Beiträge über die kulturellen Hintergründe und 56 Prozent über das Alltagsleben von Menschen ausländischer Herkunft in Deutschland. Immer noch mehr als die Hälfte (54 Prozent) fänden es gut, wenn häufiger über Menschen berichtet würde, denen es nicht gelingt, sich hierzulande einzugliedern. 53 Prozent wünschen sich häufiger Berichte über die aktuelle politische Diskussion zum Thema Integration und 47 Prozent über die religiösen Hintergründe der hierzulande lebenden Menschen mit Migrationshintergrund.
Bemerkenswert waren die Unterschiede in den einzelnen Medienkanälen. Mehr als zwei Drittel sehen dabei im TV-Programm Nachholbedarf. Die Hälfte würden gerne mehr in Zeitungen und Zeitschriften zu diesem Thema lesen. Beim Hörfunk scheint das Bedürfnis nicht ganz so groß. Hier befürwortete lediglich rund ein Drittel der Befragten für mehr Beiträge zu Integrationsthemen. Auch in Sachen Vorbildern sind sich die Deutschen einig. 41 Prozent der Befragten wünschten sich demnach mehr Moderatoren mit Migrationshintergrund. Vor allem beim jüngeren Publikum gab es eine deutliche Abweichung. Hier waren stolze 78 Prozent dieser Meinung.
Die Umfrage steht für den Kölner Fernsehsender im Zusammenhang mit einer Themenwoche, die sich den Aspekten der Integration in Deutschland widmet. Bei der heutigen Präsentation der Umfrageergebnisse war auch die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Prof. Maria Böhmer anwesen. Auf der gleichen Veranstaltung gab RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel auch noch die diesjährigen Preisträger des "Com.mit"-Awards bekannt. Der Medienpreis würdigt Schülerinnen und Schüler sowie Nachwuchsjournalisten, die sich in Filmbeiträgen mit dem Thema Integration auseinandergesetzt hatten, meldete der Sender abschließend.


























