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23. 05. 2012
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Schulbildung spielt entscheidende Rolle bei der Familienplanung


26.10.2010 15:33 von:

Schlagwörter: Köln,BZgA,Bundeszentrale,Familienministerium,2010,Familienplanung,Migrantinnen,F

In einer aktuellen Studie haben die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Köln sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSJ) die Situation bei der Familienplanung von Frau mit Zuwanderungshintergrund untersucht. Befragt wurden insgesamt 1674 Frauen mit türkischem und osteuropäischem Migrationshintergrund. Als Kontrollgruppe wurden zudem 839 deutsche Fragen nach ihrer persönlichen Lebenssituation und ihren Bedürfnissen befragt. Die Ergebnisse wurden am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellt und sie sprechen eine eindeutige Sprache. Vor allem der Bildungshintergrund und das Bildungsniveau spielen bei der Familienplanung eine entscheidende Rolle.

"Frauen mit Migrationshintergrund brauchen unsere besondere Unterstützung. Diese Frauen stehen oft vor einer doppelten Herausforderung: In einer für sie neuen und fremden Umgebung müssen sie sich selbst zurechtfinden und integrieren - um zugleich ihre Kinder zu erziehen und ihnen faire Chancen in dieser Gesellschaft zu ermöglichen.", sagt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Kristina Schröder. Neben der Fremde spielen auch Sprachbarrieren eine wichtige Rolle, um diese Klientel überhaupt erreichen und sie so in das staatliche Hilfesystem aufnehmen zu können. Schröder forderte "auf Frauen mit Migrationshintergrund zugeschnittene Bildungsangebote", erklärte die CDU-Politikerin weiter.

So ist eines der Ergebnisse, dass vor allem der Bildungsstand über die Familienplanung bestimmt. Je niedriger der Bildungsstand, desto früher heiraten Frauen und umso mehr Kinder werden geboren. Der Informationsbedarf ist ebenfalls größer, je geringer die Schulbildung. Dabei stehen Fragen zur Familienplanung und Verhütung, zu sexuell übertragbaren Krankheiten und Aids aber auch zu Themen wie Rechte und Pflichten von Mann und Frau in der Familie oder zum Elterngeld im Mittelpunkt. Türkische Frauen bevorzugen vor allem Ärztinnen und Ärzte, um sich zu informieren, und das am liebsten in ihrer Muttersprache. Das Internet gewinnt mit steigender Bildung an Bedeutung. "Bildung und ausreichende Sprachkenntnisse sind das ‚A und O’, um Menschen mit den vorhandenen Angeboten zur Gesundheitsförderung, Familienplanung und Sexualaufklärung zu erreichen", betonte die Direktorin der BZgA, Prof. Dr. Elisabeth Pott. Die Ergebnisse sind vom Grundsatz her über alle ethnischen Gruppen hinweg ähnlich. "Migrationssensibel" und "personalkommunikativ" müssten die Hilfsangebote für Migrantinnen aus diesen Zielgruppen ausgestaltet sein, fordern die beiden Verantwortlichen.

18 Prozent aller Frauen in Deutschland haben einen Zuwanderungshintergrund, davon sind rund 40 Prozent im Alter zwischen 20 und 44 Jahre alt. So spielt die Familienplanung und damit auch der Kinderwunsch in dieser Zielgruppe eine wichtige Rolle. Während 17 Prozent der deutschen Frauen über 34 Jahren Lebensalter kinderlos sind, ist dies bei lediglich sechs Prozent der türkeistämmigen und acht Prozent der aus Osteuropa stammenden Frauen der Fall. Das aber belegt die bereits vorgebrachte These des Zusammenhangs zwischen Familienplanung und Ausbildungsniveau. Türkische Zuwanderinnen kamen beispielsweise in der Vergangenheit häufig ohne Ausbildungsabschluss und mit geringen Deutschkenntnissen nach Deutschland. Demgegenüber verfügen die Osteuropäerinnen von Anfang an über eine höhere Schul- und Berufsausbildung. Als Verhütungsmittel wird in allen drei Herkunftsgruppen am häufigsten die Pille genommen. Schwangerschaftsabbrüche kommen in beiden Migrationsgruppen häufiger vor als bei deutschen Frauen. Bezogen auf jeweils 100 Frauen haben durchschnittlich 27 türkische, 48 osteuropäische und neun deutsche Frauen einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen. Unabhängig vom Herkunftsland brechen mehr Frauen mit niedriger Schulbildung eine Schwangerschaft ab als Frauen mit höheren Bildungsqualifikationen. Generell gilt: mit zunehmender Bildung steigt der Stellenwert des Internets.

Weitere Informationen zur Tagung und zur Studie "Frauen leben – Familienplanung und Migration" stehen im Internet unter: www.forschung.sexualaufklaerung.de.


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