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24. 05. 2012
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Stadtspitze kritisiert Indiskretion im Rat der Religionen


28.10.2008 23:00 von:


Wie der Kölner Stadt-Anzeiger in seiner Dienstagsausgabe berichtete, soll es demzufolge bereits seit längerer Zeit in dem Gremium kriseln. Vertreter der Armenier und der (gemäßigten) Aleviten kritisierten darin die Nähe der moslemischen Verbände „Mili Görüs“, „Ditib“ und „Atib“ zu extremistischen Verbänden. Am Montag nun soll es dem Bericht zufolge zum Eklat gekommen sein. Vor allem die Atib wurde wegen ihrer Nähe zu den als nationalistisch-rechtsextrem geltenden „Grauen Wölfen“ heftig kritisiert, berichtete die Tageszeitung. Dabei gehe es auch um eine religionsübergreifende Position zum Thema „Rechtsextremismus“. Allerdings sollen Aleviten und Armenier angekündigt haben, zukünftig keine gemeinsamen Erklärungen mit den besagten Verbänden zu unterzeichnen.

Oberbürgermeister Fritz Schramma und Integrationsdezernentin Marlis Bredehorst, die die Sitzung am Montag in Vertretung des Stadtoberhaupts leitete, wollten jedoch am Sinn und Zweck dieses Gremiums keine Zweifel lassen. Sie ermahnten die Vertreter der Religionen, den Rat nicht für eigene Zwecke instrumentalisieren zu wollen. Zweimal im Jahr treffe man sich „auf neutralem Boden“, ließen die beiden Stadtverantwortlichen in ihrer gestrigen Erklärung verlauten. „Das Gremium ist ein ausschließlich auf freiwilliger Basis arbeitendes Austauschforum und hat keine rechtliche Grundlage oder Entscheidungskompetenz. Im Rat der Religionen geht es nicht um politische Themen, sondern um eine Verständigung über gemeinsame Werte und um gemeinsame Projekte. Gegenseitige Achtung, Akzeptanz und Toleranz sind Grundlage des gemeinsamen Handelns. Dies wurde auch in einer ersten gemeinsamen Erklärung klar formuliert“, so der weitere Wortlaut der Stellungnahme.

Dass es dabei auch zu kontroversen Auseinandersetzungen kommt, sei prinzipiell nicht falsch. Allerdings habe man bereits in der Gründungsphase verbindliche Spielregeln festgelegt, der nun erfolgte Gang an die Öffentlichkeit widerspreche ausdrücklich diesen Regelungen, so die beiden Stadtoberen. Zudem sei der von der Kölner Stadtverwaltung ausgearbeitete Entwurf eines Positionspapiers zum Thema „Islamfeindlichkeit“ bisher noch gar nicht diskutiert worden, die Berichterstattung der Zeitung insofern falsch dargestellt, hieß es dazu weiter. Grundlage der Gespräche sei es vielmehr, vertrauensvoll zusammen zu arbeiten und erst nach gemeinsamer Absprache und im Konsens Inhalte zu veröffentlichen. Das aber sei offenkundig nicht geschehen, kritisierte die Stadtspitze.

Beide – Schramma und Bredehorst - bedauerten die Veröffentlichung von Gesprächsinhalten und gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, „dass dadurch kein nachhaltiger Schaden für das bisher überaus erfolgreiche Zusammenwirken im Kölner Rat der Religionen entstanden ist und werden jedem Versuch, das Gremium zu instrumentalisieren im Rahmen ihrer Möglichkeiten entschieden entgegenwirken“. Die strittigen Punkte sollen in der nächsten Sitzung des Rates ausführlich diskutiert werden. Zudem ist geplant, einen Experten zum Thema Rechtsextremismus einzuladen. „Der Rat der Religionen soll den Austausch und das friedliche Zusammenleben der in Köln vertretenen Religionsgemeinschaften fördern. Sein Ziel kann nicht die Aufarbeitung von Fragen sein, die in den Heimatländern der vertretenen Glaubensgemeinschaften gelöst werden müssen“, stellt Oberbürgermeister Fritz Schramma abschließend klar.

Der Kölner Rat der Religionen besteht aus rund 20 Vertretern der verschiedenen in Köln ansässigen Religions- und Glaubensgemeinschaften. Er konstituierte sich im Mai 2006, hatte im Oktober des gleichen Jahres seine erste reguläre Sitzung und verabschiedete im März 2007 die so genannte "Kölner Erklärung". Die Unterzeichner treten darin für Frieden und Gerechtigkeit, gegen Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung in jeglicher Form ein.







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