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24. 05. 2012
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Statt Miete gibt‘s Hilfe in Haus und Garten


05.03.2010 16:24 von:

Schlagwörter: Köln,Wohnen für Hilfe,Studenten,Senioren,Wohnen,Universität zu Köln,Bredehorst,g

(js) "Ich bin sehr, sehr zufrieden", sagt die 74-jährige Ruth Eckhardt. Und Klaudia Burballa, 60 Jahre jünger, strahlt bei diesem Lob. Seit Anfang dieses Jahreswohnen die Rentnerin und die Studentin zusammen. Statt Miete zu zahlen hilft die Jüngere der Älteren beim Haushalt. "Wenn ich vom Einkaufen komme, ist alles geputzt", berichtet Eckhardt. Das "junge Paar" ist eines von derzeit 18, die das Projekt "Wohnen für Hilfe" zusammengeführt hat.

In Köln gibt es dies seit 2005 und beschränkte sich zunächst darauf, Studenten und Senioren zusammenzubringen. Erste profitieren von preiswertem Wohnraum, letztere von der Hilfe in haushalt, oder Garten, von Begleitdiensten oder einfach von der Gesellschaft. Als Faustregel gilt: Pro bewohntem Quadratmeter leistet der Student eine Stunde Hilfe im Monat, lediglich Pflege ist ausgeschlossen. 54 "Paare kamen so bis 2008 zusammen – und das ohne große Werbung. Mitte 2009 wurde das Projekt auf eine breitere Basis gestellt, jetzt können auch Familien mit Kindern, Alleinerziehende oder Behinderte eine "Studentenbude" oder gar gleich ein Appartement oder eine kleine Wohnung anbieten.

Mit derzeit 65.000 Euro wird "Wohnen für Hilfe" von der Stadt unterstützt. "Ein geniales, innovatives Projekt für einen solidarischen Generationenaustausch", befand Multidezernentin Marlis Bredehorst, als sie am Freitag für die Presse die Werbetrommel rührte. Als Zuständige für Wohnraum stellte sie fest: "Es gibt in Köln – nicht nur für die 70.000 Studierenden – zu wenig preisgünstige Wohnungen." Und als Sozialdezernentin nannte sie einige Zahlen: "Es gibt in Köln rund 70.000 Menschen über 60 Jahre, die alleine wohnen, aber nicht in ein Heim wollen. 80.000 Menschen mit Behinderung wohnen in Köln, jeder zweite ist älter als 60." Schließlich leben in Köln noch rund 25.000 Alleinerziehende.

Mit den 65.000 Euro werden vor allem Werbung und zwei Stellen im Vermittlungsbüro, das der Universität angegliedert ist, bezahlt. Dort werden Angebote und Nachfragen gesammelt, die Zimmer bzw. Wohnungen auf ihre Eignung besichtigt und dann beide Seiten zusammengeführt. "Wir teilen nicht zu, sondern achten darauf, dass die Partner sich zuerst kennen lernen", erklärte Heike Bermond, "am Ende entscheidet dann immer die Sympathie." Schließlich werden in einem Vertrag die individuellen Leistungen festgehalten. Außerdem betreut das Projektteam die bestehenden Wohnpartnerschaften. Die bislang niedrigen Vermittlungszahlen erklärt sie zum einen mit dem noch fehlenden Bekanntheitsgrad und dann damit, dass Senioren oft lange für die Entscheidung brauchen, einen Fremden aufzunehmen: "Das muss reifen."

Ohne dieses Vermittlungsbüro gehe es nicht, hat Seniorenvertreter Werner Baatz beim Besuch eines ähnlichen Projekts in München erfahren. Baatz hat es seit Jahren in Köln vorangetrieben und erreicht, dass 2009 die Stadt einstieg. In der Universität ist das Büro der Fakultät für Humanwissenschaften angegliedert. Dekan Hans-Joachim Roth: "Wir hoffen, unsere Forschungsergebnisse zum Alter einbringen zu können." Da die klassische Familie aussterbe, müsse man neue Formen des generationenübergreifenden Lebens und Wohnens ausprobieren und unterstützen.

Wohnen für Hilfe: Frangenheimstr. 4, 50931 Köln, Tel. 0221 / 470-79 33, E-Mail:

wfh-hf@uni-koeln.de, Internet: www.wfh-koeln.de.

 





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