24. 05. 2012
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Tag der Offenen Moschee am 3. Oktober
„Die Muslime sind Teil der deutschen Geschichte. Wir haben diesen Tag
bewusst miterlebt“, begründete der Dialogbeauftragte der Ditib die
Terminsetzung. „Diese bundesweite Veranstaltung ist Zeichen unseres
Respekts und unserer Solidarität“, erläuterte der Generalsekretär des
Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek. Die Muslime in Deutschland haben sich in der Mehrheit längst
entschieden, ihren Lebensmittelpunkt in Deutschland behalten zu wollen.
Waren die ersten Moscheen noch Ausdruck einer gewissen Vorläufigkeit,
so gibt es nun in immer mehr Städten Bestrebungen angemessene
Gebetsstätten als Ausdruck des gewachsenen Selbstbewusstseins der
Muslime zu errichten.
Moscheen als Begegnungszentren und Orte der Integration
„Moscheen sind aber nicht nur Gebetshäuser, sie sind auch
Begegnungsstätten und Orte der Integration“, erklärte der
Dialogbeauftragte des Verbandes der islamischen Kulturzentren (VIKZ)
Erol Pürlü. So werden in den Moscheen neben der Lehre des Koran auch
vielfältige Aktivitäten wie zum Beispiel Deutsch- und
Alphabetisierungskurse oder auch Jugend- und Sportprogramme angeboten.
Dies sei nur durch die ehrenamtliche Hilfe zahlreicher Freiwilliger
möglich, erklärte Pürlü weiter. Der VIKZ veranstaltet den Tag der
Offenen Moschee bereits seit 1994, zwei Jahre später begannen auch die
anderen Verbände, ihre Moscheen am Tag der Einheit für Besucher
nicht-muslimischen Glauben zu öffnen. Mit dem im April dieses Jahres
geschaffenen Koordinierungsrat sei für die Verbandsoberen „ein Traum in
Erfüllung“ gegangen, diesen Tag erstmals gemeinsam begehen zu können.
Integrationsprobleme aus Sicht der Muslime
Obwohl die Moscheen in Deutschland vor allem Orte der Integration sein
sollen, überwiegt in der Öffentlichkeit weiterhin ein eher negatives
Bild des Islam. Studien zufolge verbinden die meisten Deutschen den
Islam eher mit Terror und Gewalt als mit Frieden und Toleranz, räumten
die KMR-Vertreter ein. Auch Begriffe wie Zwangsehe und Ehrenmorde
werden häufig mit dem Islam in Verbindung gebracht. „Wir hatten in den
80er Jahren in der Tat ein Problem mit Zwangsheirat. Aber das hat sich
bis heute bereits massiv geändert, was sich auch in der gewachsenen
Scheidungsrate unter muslimischen Ehepaaren ausdrückt“, so der
Generalsekretär des Islamrates in Deutschland Burhan Kesici. Seiner
Erfahrung nach sind die muslimischen Ehepartner heute nicht mehr 18
oder 19 sondern häufig jenseits der 30.
„Wir haben allerdings große Probleme unter unseren Mitgliedern, die
eher sozialen Ursprungs sind wie zum Beispiel Arbeitslosigkeit“, so
Kesici weiter. Auch im Betrieb der Moscheen gebe es noch Einiges zu
verbessern, ergänzt ZMD-Vertreter Mazyak. Dabei denken die
KMR-Vertreter vor allem daran, über Kooperationen mit Schulen die
Integration von Schülerinnen und Schülern mit zumeist türkischem
Migrationshintergrund zu verbessern. Auf dem Ditib-Gelände in
Köln-Ehrenfeld, der größten Moscheegemeinde Kölns, wird es am Mittwoch
gleich fünf Runden mit Führung und anschließender Diskussion geben.
Fester Bestandteil sind Diskussionen rund um den geplanten Moscheebau
auf dem Areal. Auch die Moscheen der anderen KMR-Organisationen werden
am Tag der Offenen Moschee teilnehmen.


























