24. 05. 2012
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Volles Haus beim Internationalen Frauentag im Kölner Rathaus
Fast 500 vorwiegend weibliche Gäste, vielen von ihnen mit
Migrationshintergrund, waren in die Innenstadt gekommen, um sich mit
spezifischen Frauenthemen zu beschäftigen.
. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung lautete: „Frauen
International – Dialog der Kulturen – Wir feiern, wir fordern!“. In
insgesamt vier Arbeitsgruppen – so genannte Foren - erarbeiteten die
Teilnehmerinnen einen Forderungskatalog, der nach anschließender
Debatte im Kölner Integrationsrat als Kölner Integrationskonzept im
Stadtrat beschlossen werden soll.
„Der Internationale Frauentag ist auch ein Stück Geschichte der
Frauenbewegung“, motivierte die Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes die
Anwesenden gleich zu Beginn der Nachmittagsveranstaltung. So finden
Frauenthemen oder gar Frauenpolitik noch immer zu wenig Aufmerksamkeit,
wie Scho kritisierte. Der in Köln gewählte Schwerpunkt Integration
müsse von Menschen getragen und mit Leben erfüllt werden. „Integration
kann nicht von oben verordnet werden“, warb die Bürgermeisterin weiter.
Die SPD-Politikerin weiß bei ihren Forderungen den Sinn und die Werte
des Grundgesetzes hinter sich. Aber die jungen Frauen mit
Zuwanderungshintergrund müssen die sich bietenden Chancen auch nutzen,
die Wertschätzung dazu muss allerdings durch die deutsche
Mehrheitsgesellschaft und vor allem durch die Politik erfolgen.
Auf die konkrete Rolle der Nachmittagsveranstaltung im Kölner
Integrationsprozess wies die stellvertretende Leiterin des Kölner
Gleichstellungsamtes Petra Engel hin. „Wir sind viele, wir sind
unterschiedlich und wir sind alle gleich, wir sind Frauen“, erklärte
Engel gleich zu Beginn ihrer Eröffnungsrede. Zwar seien Migrantenthemen
hochbrisante Themen, aber schon der Blick auf die so genannten
„Gastarbeiterinnen“ zeigt, dass der Mythos der Frau als männliches
Anhängsel ein Mythos sei. „Viele sind eigenständig und häufig ohne
Ehepartner nach Deutschland gekommen“, erinnerte Engel. Insgesamt haben
die vielen Frauen, die vor allem in der Zeit zwischen 1960 und 1973 im
Zuge der Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften nach Deutschland
und so auch in die Domstadt gekommen sind, die Stadt bunt gemacht, wie
Engel weiter ausführte. Schließlich soll der Tag und die Ergebnisse der
Diskussionen in den Foren dazu beitragen, dass Integration nicht als
„Einbahnstraße“, sondern als beidseitige Angelegenheit behandelt wird,
erklärte die Kommunalangestellte weiter.
In Köln sind derzeit rund 322.000 Menschen mit Migrationshintergrund,
etwas weniger als die Hälfte von ihnen sind Frauen (159.000). In
Deutschland liegt diese Zahl bei 15,3 Millionen. Der Anteil der
jüngeren Kölnerinnen und Kölner unter 18 Jahren mit
Migrationshintergrund beträgt in der Domstadt sogar 46 Prozent. Von den
322.000 Menschen haben fast die Hälfte inzwischen einen deutschen Pass.
177.000 von ihnen besitzen einen anderen als den deutschen Pass, zeigen
die offiziellen Statistiken der Stadtverwaltung.


























