24. 05. 2012
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WDR-Verantwortliche geben sich gutes Integrationszeugnis
Grund für das gute Zeugnis ist nach Ansicht der Mitglieder die
Förderung kultureller Vielfalt sowie bei der erfolgreichen Integration
von Menschen mit Zuwanderungshintergrund.
"Der WDR hat in den vergangenen Jahren als wichtiger Impulsgeber
entscheidende Akzente in der medialen Integrationsdebatte gesetzt. Die
zahlreichen Aktivitäten des Senders auf diesem Gebiet zahlen sich aus",
erklärte der Rundfunkratsvorsitzender Reinhard Grätz anlässlich der
Präsentation des jährlichen Integrationsberichtes des
WDR-Integrationsbeauftragten Gualtiero Zambonini. "Für uns im WDR ist
Vielfalt mit ihren zahlreichen Facetten gelebte Realität. Seit
vergangenem Jahr werden auch unsere Führungskräfte entsprechend
geschult“, ergänzte WDR-Intendantin Monika Piel.
Das Urteil des WDR-Integrationsbeauftragten Gualtiero Zambonini, seit
2003 im Amt, fiel indes etwas differenzierter aus. So verwies der
Integrationsbeauftragte in seinem vierten Jahresbericht auf die
Notwendigkeit eines konstruktiven und kritischen Dialogs der Medien mit
den Einwanderern: "Wie die Proteste um den Aleviten-Tatort des NDR
gezeigt haben, nutzen Zugewanderte und ihre Interessenvertretungen
immer mehr die Auseinandersetzung mit den Medien, um öffentlich
Einfluss zu nehmen. Für uns als öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
ist es wichtiger denn je, die Kompetenzen beim Thema
Einwanderungsgesellschaft zu steigern, bereit zum Dialog zu sein und
gleichzeitig unsere Autonomie zu wahren“, erklärte Zambonini.
Fachredaktionen wie das Integrationsradio "Funkhaus Europa" und das
interkulturelle Magazin "Cosmo TV" sollen von den Hauptprogrammen des
WDR künftig noch stärker als "Kompetenzzentren" genutzt werden, so eine
Forderung Zamboninis. Im September dieses Jahres wollen WDR und
Deutsche Welle zusammen mit der CIVIS medien stiftung eine
Programmkonferenz organisieren, wo die Integrationsarbeit in den Medien
weiterentwickelt werden soll, kündigten die Verantwortlichen an.
Der WDR könne auf eine große Anzahl positiver Programmbeispiele zum
Thema Migration und Integration verweisen, sagte Zambonini. Zahlreiche
fiktionale und non-fiktionale Beiträge und Produktionen, die sich mit
dem Thema beschäftigen, wurden im vergangenen Jahr ausgezeichnet.
Beispiele sind der Adolf-Grimme-Preis, die Goldene Kamera, die New
Yorker Gold World Medal und der Golden Gate Award San Francisco für den
Fernsehfilm "WUT"; der Deutsche Fernsehpreis "Beste Regie", der
Baden-Badener Fernsehpreis und der Filmkunstpreis des Filmfestivals
Mannheim-Heidelberg für den Fernsehfilm "Guten Morgen, Herr Grothe";
der Deutsche Fernsehpreis "Beste Dokumentation" für die
ARD-Koproduktion "Im Schatten der Blutrache" oder der Medienpreis der
Freien Wohlfahrtspflege für die Funkhaus-Europa-Serie "Anruf aus
Deutschland - Geschichten aus dem Callshop". Auch im Bereich der
Personalgewinnung und -entwicklung hat der WDR auf dem Gebiet
"Integration und kulturelle Vielfalt" eine Vorbildfunktion: Mit dem
Projekt "Raus aus den Nischen" hat der Sender auf Initiative der
Fernsehdirektion und unter Federführung der Aus- und
Fortbildungsredaktion Journalistinnen und Journalisten mit
Migrationsbiografie für die freie Mitarbeit gewonnen. Das Projekt
ergänzt die journalistische Talentwerkstatt "WDR grenzenlos", die in
diesem Jahr in Kooperation mit der Technischen Direktion ausgebaut und
weitergeführt wird.
Die 2005 gestartete Talentwerkstatt kann talentierten Journalisten und
Mediengestaltern mit Zuwanderungsbiografie einen Einstieg in eine
Ausbildung im WDR ermöglichen. Bisher haben sechs von insgesamt 30
Teilnehmerinnen und Teilnehmern den Sprung ins Programmvolontariat
geschafft. Die positiven Erfahrungen von "WDR grenzenlos" führten zur
internationalen Medienakademie "Boundless", die der WDR gemeinsam mit
der Europäischen Rundfunkunion (EBU), der UNESCO, France Télévisions,
der niederländischen Rundfunkanstalt NPS und der COPEAM (Vereinigung
der Rundfunk- und Fernsehanstalten im Mittelmeerraum) initiiert. Im Mai
dieses Jahres nehmen 15 Journalistinnen und Journalisten aus acht
verschiedenen Ländern am Pilotprojekt teil.


























