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24. 05. 2012
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6000 Euro für den Opernbrunnen


03.06.2011 21:21 von:

Schlagwörter: Köln,Schokoladenmuseum,2011,Juni,Spendenscheck,Grümmer,Übergabe,Spizig

Dienstagabend, kurz vor halb sieben. Das Personal in der Cafeteria des Kölner Schokoladenmuseums bereitet alles für den feierlichen Abend vor. Publikum ist längst keines mehr da, stattdessen beginnt eine Angestellte kleine in goldfarbenes Papier gewickelte Schokoladentäfelchen auf den Stehtischen zu verteilen. Auf einem weiteren Tisch wird ein Sortiment der etwas größeren Exemplare ausgebreitet. Dann geht alles ganz schnell. Eine Besuchergruppe, angeführt von der Chefin des Museums, Maria Mrachacz, kommt die Gruppe auf direktem Wege in den Restaurantbereich. Dort wird es dann feierlich und hochoffiziell. "Schokoladenbrunnen trifft Opernbrunnen", so lautet das Motto, unter dessen Dach das Kölner Privatmuseum und die Tochter des Kölner Malers Jürgen Hans Grümmer, Judith Grümmer-Kehrer, Anfang April zusammenfanden. Ganz in der Nähe des Museums, im Kunsthaus Rhenania, fand ein Jahr zuvor eine viel beachtete Retrospektive des Kölner Künstlers, der am 1. April 2008 verstarb, statt. Zwei Jahre danach beginnt in dem privaten Museum an der Hafeneinfahrt zum Rheinauhafen die jüngste Werkschau des Kölner Malers und Künstlers, der wie kaum ein zweiter nach dem Weltkrieg auch stadtprägend gewirkt hat.

Schon in jungen Jahren war Grümmer einer der Künstler, die nicht nur großartige Kunst erschufen, sondern sich auch über den Tellerrand des eigenen künstlerischen Elfenbeinturms hinweg einen Namen machten. Eines dieser Vorzeigeprojekte war die Gestaltung des Opernvorplatzes, und hier insbesondere des Mosaikbrunnens vor der Kölner Oper. Diesen Brunnen wieder auf Vordermann zu bringen, ist das Vermächtnis und erklärte Ziel seiner Tochter. Im vergangenen Jahr hatte neben der posthumen Ausstellung des Künstlers auch eine Monografie Premiere. Neben Grümmer-Kehrer wirkten unter anderem auch der Kabarettist Jürgen Becker, Schauspieler und Moderator Thomas Hackenberg, Conny Czymoch und weitere bekannte Kölnerinnen und Kölner mit. Kurz vor Karneval 2011 präsentierte die Tochter des Kölner Künstlers schließlich ihre Pläne zur Sanierung und Instandsetzung des Kölner Opernbrunnens in der Oper selbst, am dritten Todestag ihres Vaters gesellte sich schließlich das Schokoladenmuseum in den Reigen der Unterstützer und damit mit Verve. 100.000 Euro ist das erklärte wie ehrgeizige Ziel der laufenden Spendenaktion. Mit dem symbolischen Spendenscheck des Schokoladenmuseums in Höhe von 6000 Euro ist die Kölnerin diesem Ziel um Einiges näher gekommen. "Noch steht Pfingsten vor der Tür", machte Museumsdirektorin Mrachacz Mut.

"Das ist bürgerschaftliches Engagement im süßesten Sinne des Wortes. Wir wollen damit den Opernbrunnen wieder in das Bewusstsein der Menschen holen", beschrieb Grümmer-Kehrer ihre Motivation. Angesichts der Debatte um die anstehende Sanierung von Oper und Schauspiel wäre es sogar ein Traum, mit dem Verkauf edler Süßigkeiten aus der Frucht des Kakaobaumes ("Speise der Götter") eine "Schokoladenbewegung" zu gründen. Auch wenn der Offenbachplatz derzeitigen Planungen zufolge in den kommenden Jahren einer riesigen Baustelle gleichen wird. Die Zusage, den Opernbrunnen in neuer, alter Schönheit erstrahlen zu lassen, ist auch der erklärte Wille von Politik und Verwaltung. "Wir haben die feste Zusage, dass der Brunnen nach dem Abschluss der Umbauarbeiten wieder saniert wird", versicherte Bürgermeisterin Angela Spizig, die als Kulturpolitikerin zu den wenigen Kölnern gehörte, die das Werk Grümmers auch vor seinem Tod schon zu würdigen wussten. "Der Opernbrunnen soll ein Brunnen für die Bürger werden", warb die Bürgermeisterin. Und weil mit dem Verkauf von edler Schokolade aus den Händen erfahrener Chocolatiers auch zugleich eine Spende für den Opernbrunnen verbunden ist, nutzte die Grünen-Politikerin ihre Rede für einen nochmaligen Appell. "Diese Schokolade zu kaufen, lohnt sich", so Spizig abschließend.

Weitere Informationen zur Aktion und Ausstellung, die noch bis zum 13. Juni in den Räumen des Museums zu sehen sein wird, finden sie auf der Museumsseite im Internet unter: www.schokoladenmuseum.de.


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