24. 05. 2012
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66.000 Euro für Kölner Johannishaus
Wohnungslose haben in der Gesellschaft normalerweise nur eine schwache Lobby. Nicht selten werden Menschen, die durch das soziale Netz gerutscht sind, als "Penner" oder "Gesindel" bezeichnet. Den Geschäftsleuten und Anwohnern insbesondere in der Kölner Innenstadt sind die Menschen, die "Platte machen" ein ständiges Ärgernis. Einrichtungen wie das Johannishaus in der Annostrasse bieten diesen Menschen ein Rückzugsgebiet und die Chance, durch einen festen Wohnsitz wieder Anschluss an die Gesellschaft und ein geregeltes Leben zu finden. Zwar erhält die Einrichtung hin und wieder auch Spenden von Privatpersonen, aber die halten sich in der Regel in Grenzen. Um so größer war die Freude, als die Kölnerin Ruth Meyer in ihrem Testament verfügte, dass ein Betrag in Höhe von 66.000 Euro den Wohnungslosen zugute kommen soll. Am heutigen Mittwoch überreichte Sozialdezernentin Marlis Bredehorst den symbolischen Spendenscheck an den Geschäftsführer der gemeinnützigen Johannishaus gGmbH in der Kölner Südstadt.
Mit dem Geld will der Trägerverein die wohl bekannteste Einrichtung dieser Art in Teilen renovieren. Insbesondere die sanitären Anlagen der Wohnanlage sollen hergerichtet und modernisiert werden, um den derzeit 220 Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses eine würdige Unterkunft zu bieten. Insgesamt bezifferte Johannishaus-Geschäftsfüher Haensel den Renovierungsbedarf auf rund ein viertel Million Euro. "Hier musste was geschehen", bekannte Haensel in seiner Ansprache. Auch Sozialdezernentin Bredehorst freute sich über die großzügige Einzelspende. Sie lobte die Arbeit des Hauses und der dort beschäftigten rund 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben den sanitären Anlagen stehen auch allgemeine Renovierungen sowie die Bereitstellung barrierefreier Wohnräume auf der Agenda. Das Haus bietet neben acht Notfallplätzen insgesamt 220 Schlaf- und Wohnplätze.
Die Bewohnerinnen und Bewohner leben dabei in verschiedenen Wohnformen unter einem Dach. "Früher hatten wir Schlafräume für bis zu zwölf Mann. Inzwischen leben maximal drei Personen in einer Wohnung", erklärte Haensel auf Anfrage. Das Haus selbst ist bis auf den letzten Platz ausgebucht. Finanziert wird die Einrichtung durch die so genannten Regelsätze nach dem Sozialgesetzbuch und durch Mieteinnahmen. "Mit Spenden alleine wäre so ein Haus nicht finanzierbar", weiß auch der Leiter der Einrichtung, Albert Becker. Erst vor kurzem konnte er dank einer Spende im Innenhof der Einrichtung zwei Pavillone aufstellen lassen. "Früher mussten die Hausbewohner ihre Zeit im Freien ungeschützt verbringen. Dank der Pavillone ist das nun glücklicherweise anders", so Becker abschließend.
Das Johannis-Haus in der Kölner Südstadt ist fast so alt wie die Bundesrepublik. Die Einrichtung in der Annostrasse besteht seit dem 2. Juli 1949. Früher waren hier bis zu 350 wohnungslose Menschen untergebracht.


























