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24. 05. 2012
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Kinderschutzbund steht vor neuen Aufgaben / Spendensammeln wird schwieriger


24.01.2009 17:45 von:

Schlagwörter: Köln,Spendeskandal,UNICEF,Spendensammeln,Kinderschutzbund,Prävention

Das wird jetzt mit einer so genannten „Regelfinanzierung“ vom Kölner Jugendamt co-finanziert, wie die Kölner Vorsitzende des Kinderschutzbundes Marlis Herterich, zugleich Vizepräsidentin des Deutschen Kinderschutzbundes erläuterte. Allerdings forderte die Kinderschützerin auch ein Überdenken der Finanzierung von Kinderschutz in Deutschland. So obliegt die Aufgabe Kinderschutz und Beratung grundsätzlich in der Verantwortung der Kommunen. „Wir können von Glück sagen, dass das Land NRW sich noch vollständig aus der Finanzierung zurückgezogen hat“, erläuterte Fachbereichsleiterin Renate Blum-Maurice.

Prävention und Frühe Hilfe ist angekommen

Trotz der Befürchtung der Verantwortlichen, die Gesellschaft in Deutschland leide zunehmend an einer Art „Kinderentwöhnung“, überwogen auch im vergangenen Jahr die positiven Aspekte. Neben der bereits genannten Finanzierungsübernahme durch das Jugendamt im Kinderschutzzentrum Kalk konnte man auch das dort geförderte Familienzentrum erfolgreich etablieren. „Inzwischen ist unser Kalker Verbund auf drei Familieneinrichtungen angewachsen, besonders stolz sind wir darauf, dass auch die katholische Einrichtung im Stadtteil jetzt mitmacht“, so Blum-Maurice. Seit der Kinderschutzbund vor rund zehn Jahren mit seinem Konzept der frühen Hilfe begann, habe man viel Zuspruch erfahren. Dies wolle man nun ab Mai dieses Jahres auch in Bayenthal etablieren, kündigten die Verantwortlichen an. Dafür habe man die Option einen weiteren Raum im Haus der jetzigen Zentrale des Kölner Kinderschutzbundes anzumieten. „Der ist zwar nicht groß, aber für eine Kinderbibliothek wird es reichen. Außerdem können wir hier unser Angebot der Hausaufgabenhilfe ausbauen“, erklärte die Vorsitzende Herterich.

Reform der gesetzlichen Rahmenbedingungen


Mit der Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes habe sich zudem auch die Arbeit des Kinderschutzbundes verändert. „Eigentlich eine sinnvolle Regelung“, so die Einschätzung von Fachbereichsleiterin Blum-Maurice. So wird die Verantwortung für das Kindeswohl auf mehrere Schultern verteilt und liegt nicht mehr alleine beim Jugendamt. Allerdings spüren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kinderschutzbundes auch eine größere Unsicherheit auf Seiten der Freien Träger. Mit dem Angebot kostenloser Sprechstunden und rund 320 Schulungen von Kindertagesstätten alleine im vergangenen Jahr konnte die 1954 gegründete Einrichtung der Freien Jugendhilfe die eigenen Kompetenz weitertragen. Derzeit setze man dieses Angebot mit Schulungen im Bereich der Jugendarbeit fort, erläuterte Blum-Maurice weiter.

Spendensammeln wird schwieriger

Im Nachgang zu den Ende November öffentlich gewordenen Spendenpraktiken von UNICEF Deutschland habe auch der Kinderschutzbund Auswirkungen gespürt. Das gelte insbesondere für den Bereich der nicht-zweckgebundenen Spenden, wie Geschäftsführerin Barbara Zaabe berichtete. Insgesamt beläuft sich der Gesamtetat des Kölner Kinderschutzbundes auf rund 1,2 Millionen Euro pro Jahr. Der Eigenmittelanteil beträgt nach Auskunft Zaabes rund 45 Prozent (ca. 550.000 Euro). Große Schwierigkeiten habe man dabei jedoch mit den Zuwendungen, die als Eigenmittelanteil vom Landeszuschussgeber für die öffentlich geförderten Bereiche vorgesehen sind. „Sponsoren spenden lieber für konkrete Projekte wie das Jugendtelefon als für den bereits öffentlich geförderten Bereich. Das ist auch deutlich schwerer zu vermitteln“, räumte Zaabe ein. Dabei drohe man in eine Art „Teufelskreis“ zu geraten, wie Blum-Maurice ergänzte. So könnte die Streichung von Stellen aufgrund gekürzter Landeszuschüsse im Extremfalle sogar zu einer kompletten Streichung der Landesförderung führen, wenn diese unter eine Mindestgrenze sinkt. „Die öffentliche Diskussion um den Spendenskandal bei UNICEF hat diesen Trend verstärkt, wir beobachten das mit Sorge“, so Zaabe weiter.

Zudem stellt das neue Projekt "Kinder Willkommen" eine weitere Aufgabenerweiterung dar. Alleine der Kinderschutzbund sucht dafür noch rund 25 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die sich nach einer Schulung im April dieses Jahres ab dem Sommer 2008 auf dem Weg zu Familien mit Neugeborenen machen sollen. Von dem niederschwelligen und auf ehrenamtlicher Arbeit basierenden Willkommensbesuchen erhoffen sich die Initiatoren aus Stadt und Trägern indes eine positive Werbung für die "kinderfreundliche" Stadt Köln. Stadtweit werden dafür etwas mehr als 200 Ehrenamtliche gesucht, alleine der Kinderschutzbund, der zwei der neun Stadtbezirke betreuen soll, benötigt eigenen Angaben zufolge noch rund 25 Ehrenamtler. "Eine große Herausforderung. Da haben wir noch was vor und müssen noch etwas tun", wie die Vorsitzender Marlis Herterich abschließend bemerkte.







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