24. 05. 2012
Seite drucken
Kölner IT-Dienstleister spendet Rechner an Frauen-Wohnheim
(uv) Am Donnerstag erhielt das unter der Trägerschaft von IN VIA stehende Teresa-von-Avila-Wohnheim für Mädchen sechs neue Computer. Die sollen den Bewohnerinnen eine zeitgemäße Kommunikation mit ihren Heimatländern ermöglichen, teilten die Verantwortlichen bei der heutigen Übergabe der Sachspende mit. Das Wohnheim hat bereits seit fünf Jahren ein Internetcafé und die dazugehörige Rechner. Die waren jedoch nicht so leistungsstark, dass sie Kommunikationsprogramme wie beispielsweise skype ausführen konnten. Sowohl Kommunikationsprogramme, als auch von IT-Dienstleister Insigma gespendete Internetkameras können nun genutzt werden und ermöglichen den Bewohnerinnen, mit ihren Freunden und Verwandten über den Bildschirm sehen und sprechen zu können.
Die im Wohnheim lebenden Mädchen kommen teilweise als unbegleitete Flüchtlinge und haben großes Interesse daran, den Kontakt zu ihren Familien und Freunden in der Heimat aufrecht zu erhalten. Die PCs werden jedoch nicht nur als Kommunikationsmedium genutzt, sondern auch für Recherchearbeiten für die Schule oder zum Lesen von Nachrichten aus der Heimat. Marie-Luise O. nutzt das Internet zum Deutsch lernen. "Wenn ich im Internet Filme gucke, dann hilft mir das, die deutsche Sprache besser zu verstehen und zu lernen", erklärte die 18-Jährige aus dem Kongo. Auch für die Suche nach Wohnungen wird das Internet im Haus genutzt, ergänzte Elisabeth Grumfeld, Leiterin der Einrichtung. Bereits in mehreren Fällen konnte so über die entsprechenden Internet-Plattformen Wohnungen gefunden und vermittelt werden, so Grumfeld. Zu bösen Streitereien um einen der Rechnerplätze sei es noch nicht gekommen. "Das habe ich hier noch nicht erlebt", sagt die ebenfalls 18 Jahre junge Maryamrun W., die aus Somalia stammt.
Begleitung und Hilfe für die jungen Frauen
Das Wohnheim hat insgesamt 46 Plätze, von denen momentan 36 belegt sind. Aufgenommen werden sozial oder individuell benachteiligte junge Frauen, die in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind. Die Mädchen sind zwischen 15 und 27 Jahre alt und befinden sich in der Übergangsphase zwischen Schule und Beruf. Im Schnitt bleiben sie zwei bis drei Jahre in der Einrichtung. Sie werden dabei sozialpädagogisch begleitet und bei der Bewältigung und Strukturierung des Alltags unterstützt. Die Mitarbeiterinnen begleiten die Bewohnerinnen bei Arztbesuchen oder Behördengängen, wie zum Beispiel der Ausländerbehörde. Außerdem erhalten sie wichtige Hilfen zur Sicherung des eigenen Lebensunterhalts. Ungefähr ein Drittel der Mädchen kommt aus Deutschland, die restlichen zwei Drittel haben einen Migrationshintergrund. Etwa 30 Prozent der jungen Frauen mit Migrationshintergrund sind unbegleitete Flüchtlinge.
Der IT-Dienstleister steht schon seit 2007 in geschäftlichen Kontakt mit dem katholischen Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit IN VIA. Das Unternehmen half bei der Einrichtung einer dezentralen Kommunikationsstruktur innerhalb der einzelnen Einrichtungen sowie der technischen Ausstattung. Über diese geschäftliche Verbindung erfuhr das IT-Unternehmen davon, dass die jungen, teilweise schwer traumatisierten Mädchen sehr unter der Trennung ihrer Familien leiden. So entstand die Idee den jungen Frauen mit der Spende zu helfen und den Kontakt nach Hause zu ermöglichen, wie die Verantwortlichen des Unternehmens abschließend erläuterten.


























