24. 05. 2012
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Malerleiter statt Schreibtisch
(js) Charlotte Bijersch ist ganz verliebt in die "liegende Acht": Immer wieder malt sie – voller Schwung – diese Zahl nach, auf der Wand hinterlässt der Pinsel mit gelber Farbe ein wolkig-luftiges, unregelmäßiges Muster. "Das macht Spaß", lacht sie. Höhenangst scheint sie dabei auf der Leiter, knapp unter Raumdecke, nicht zu haben. Es ist Vormittag, am Abend soll der Seminarraum des Freien Bildungswerks Rheinland (FBR) fertig gestrichen sein.
Das sollte klappen. Denn die städtische Angestellte ist nicht allein. Zwei Kolleginnen und ein Kollege aus anderen Dienststellen schwingen ebenfalls mit viel Feingefühl einen Pinsel in dem ehemaligen Klassenraum der Schule an der Loreleystraße. Am Vortag hat ein anderes städtisches Trio schon den Fensterrahmen und Fußleisten sorgfältig abgeklebt. Im Rahmen von "StadtAktiv" haben sie einen freien Tag bekommen, um sich ehrenamtlich für einen guten Zweck zu engagieren. Seit 2003 gibt es diese Aktion, über das Jahr werden regelmäßige verschiedene Projekte angeboten. So wurden schon Bauwagen für Wohnungslose repariert oder Freizeiten für Behinderte organisiert.
Ingo Tesch hat im Vorjahr geholfen, eine Kindertagesstätte zu renovieren. "Da wurde ich zum Experten für das Malen von Fröschen", sagt der EDV-Experte. Diese Fähigkeit ist hier und heute nicht gefragt. Mit einem Eckpinsel und weißer Farbe bereitet er die Wände rings um die hohen Fenster auf auf den folgenden gelben Anstrich vor. Er ist in Übung, schließlich hat er erst vor ein paar Wochen seine Wohnung angestrichen, wie er erzählt. Das Engagement von "StadtAktiv" wurde über die Kölner Freiwilligen-Agentur an das FBR vermittelt. Dessen Mitarbeiterin Pia Weischer freut sich: "Ein Anstrich war dringend nötig." </p


























