24. 05. 2012
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Prots-Sitzung bringt 30.000 Euro für den Guten Zweck
Der protestantische Karneval ist im katholisch geprägten Köln eine feste Größe. Am gestrigen Montag überreichte der Präsident des protestantischen Sitzungskarnevals, Pfarrer Otmar Baumberger, gleich zwei Spendenschecks an verschiedene Hilfseinrichtungen und Organisationen. 5000 Euro erhielt dabei der Verein Lobby für Mädchen e.V., der sich in erster Linie um vernachlässigte Mädchen und Teenager kümmert. Den größten Teil der Spendengelder aber erhielt die Evangelische Kirchengemeinde in Köln-Pesch für ihre Abteilung Jugendarbeit.
Die Spende wurde bei der Sitzung in der vergangenen Session eingesammelt. Die Sitzungen des evangelischen Frohsinns finden nur alle zwei Jahre statt, hieß es dazu weiter. Das Engagement der gottesfürchtigen Karnevalisten ist für die Verantwortlichen Ehrensache. „Es genügt einfach nicht mehr, als Pfarrer nur auf der Kanzel zu stehen“, betonte Baumberger. Das Prot’s-Sitzungsteam, dem auch weitere evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer angehören, entscheidet alle zwei Jahre auf’s Neue, welche Projekte unterstützt werden sollen. „Wir setzen uns mit allen Projekten intensiv auseinander“, beschrieb Baumberger das Vorgehen bei der Auswahl, betonte aber auch: „Projektarbeit ist genauso wie das ‚Kötten’ um Sachspenden etwas, was Gemeinden oder Einrichtungen oft noch selbst stemmen können. Viel schwieriger wird es bei der Finanzierung von personellem Bedarf. Oder bei der Sicherung der Basisarbeit.“ Beides stand bei der Auswahl der „Begünstigten“ diesmal im Vordergrund.
Genau das aber wird bei den vielen Spendeninitiativen und Stiftungsausschreibungen viel zu selten berücksichtigt. So weiß nicht nur Frauke Mahr, Gesamtkoordinatorin des Vereins „Lobby für Mädchen e.V., dass die Kürzungsrunden der vergangenen Jahre keineswegs durch vermehrte Projektgelder aufgefangen werden kann. Nach Definition des Begriffs sind Projekte räumlich, sachlich und – vor allem – zeitlich begrenzt. Wenn sich zum Projektende dann keine Anschlussfinanzierung ergibt, laufen auch noch so gut gemeinte Projekte ins Leere. Der Bedarf an offener Jugendarbeit aber bleibt bestehen.„Es ist sehr schwer geworden, finanzielle Unterstützung für unsere Basisarbeit, die Beratung von Mädchen, zu bekommen. Wir müssen jedes Jahr mit einem kalkulierten Defizit starten und versuchen dann, das Defizit im Lauf des Jahres abzuarbeiten“, beschreibt Mahr die damit verbundenen Schwierigkeiten.
Die 25.000 Euro, die dem Evangelischen Kirchenverband und ihrer Abteilung Jugendförderung zugute kommen sollen, sind denn auch für Personalkosten vorgesehen. Die Großspende ermöglicht dem Kirchenverband, eine halbe Stelle eines Jugendmitarbeiters über einen Zeitraum von zwei Jahren zu finanzieren. Einsatzgebiet ist dabei die Koordinierung der so genannten „Ausbildungsengel“. Das sind Jugendliche, die sich ehrenamtlich in der Gemeinde engagieren – etwa, indem sie Videonächte, Äktschensamstage für Kinder oder Krimi-Dinners organisieren. EinTeil des Spendengelds soll auch für neue Angebote genutzt werden, hieß es dazu vonseiten der Spendenempfänger.
Die Spende wurde an fünf Abend eingebracht. Bei den Sitzungen treten die Künstler ebenso ehrenamtlich auf, wie sie von freiwilligen Helfern unterstützt werden. Nur so ist es möglich, innerhalb eines so kurzen Zeitraum so hohe Spendensummen zu erzielen, betonte Baumberger. Die Spendenempfänger arbeiten dabei an vorderster Front und mit großem, persönlichen Einsatz mit. Schließlich nehme man Eintritt und müsse dafür auch einen professionellen Rahmen bieten, wie der Sitzungspräsident betonte. Seit 1997 wechseln die teilnehmenden Teams alle zwei Jahre durch. Einige sind inzwischen zu Institutionen geworden, so unter anderem die Küsterin der Auferstehungskirche, die den ehrenamtlichen Getränkeservice in ihrer Verantwortung weiß. „Bei den Prot’s-Sitzung geht es auch darum, zu zeigen, wo die evangelische Kirche steht, denn da kommen Menschen aus Gemeinden ebenso wie aus dem Sympathiesantenumfeld evangelischer Kirche. Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Ausgetretene nach dem Besuch einer Prot’s-Sitzung wieder zurück in ihre Kirche gefunden haben“, beschrieb Baumberger einen weiteren, positiven Effekt.
Weitere Informationen zu den Sitzungen und dem Wirken des Evangelischen Sitzungskarnevals finden sie auch im Internet unter: www.prots-sitzung.de.


























