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24. 05. 2012
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Sechs Kölner fahren in den Orient


27.04.2011 18:24 von:

Schlagwörter: Köln,Rallye,Team,2011,April,Allgäu-Orient-Rallye,Abfahrt,Empfang,Bürgermeister,R

Es hört sich an wie ein großes Abenteuer. 6000 Kilometer in voraussichtlich rund zehn Tagen quer durch Südosteuropa, Kleinasien und den Nahen Osten ins Zentrum des Königreichs Jordanien. Für Dennis und seine Teamgefährten Dirk, Daniel (alle 33) und Anatol (38) begann alles mit einer Idee. Der in Köln lebende Familienvater Dennis Weinert sah eine Reportage über den Comedian Bernhard Hoecker und seine damalige Teilnahme an der "Allgäu-Orient-Rallye". Das fand er so spannend, dass er die Idee in seinem engsten Bekanntenkreis vortrug und prompt Unterstützung und Unterstützer erhielt. Sein eigenes Fahrzeug, ein in die Jahre gekommener Citroen XM, sowie zwei ältere Mercedes-Modelle aus den 1980er Jahren werden am kommenden Samstag von Oberstaufen, einem kleinen Dorf in Südbayern, auf die strapaziöse Tour durch Balkan und den Nahen Osten in die jordanische Hauptstadt Amman starten. Dort werden die Fahrzeuge meistbietend versteigert, der Erlös kommt dem World Food Programm zugute. Wieder in Köln zurück plant Weinert, einen Carsharing-Anbieter auszuprobieren. Der findet sich übrigens auch als Sponsor auf den vier Radkappen seines Wagens.

Eine der größten Rallye-Veranstaltungen und die Schnappszahlen

Insgesamt nehmen 102 Teams mit 307 Fahrzeugen und 616 Rallyisten aus ganz Europa teil, darunter immerhin 84 Frauen und zu mehr als 85 Prozent aus der Bundesrepublik. Die Allgäu-Orient-Rallye ist damit eine der größten Veranstaltungen dieser Art weltweit. In diesem Jahr startet das Event bereits zum sechsten Mal. Zwei Tage vor der Fahrt ins Allgäu kamen vier der sechs Abenteurer am heutigen Mittwoch vor das Historische Rathaus gefahren, um bei einem Außenempfang ein kleines Geschenk aus den Händen des Kölner Bürgermeisters Hans-Werner Bartsch in Empfang zu nehmen. Der kam prompt mit einem kleinen Vorrat von Kölner Ansteckwappen. "Das sind noch ein paar für unterwegs drin", sprach der Stellvertreter von Jürgen Roters und wünschte den Reisenden eine gesunde Wiederkehr. Neben dem Drang nach Freiheit und Abenteuer und einem gemeinsamen Erlebnis mit guten Bekannten gibt es noch andere Gründe für die Teilnahme. "Wir wollen Gutes tun", erklärte Daniel Strücker, der als selbständiger Cutter arbeitet, stellvertretend für die anderen. Dass der Gewinn - ein Kamel - eher ein symbolischer ist, stört die Kölner Rallyeteilnehmer weniger.

Die Spielregeln der Rallye und die Teilnahmevoraussetzungen muten auf den ersten Blick ungewöhnlich. Mitfahren darf nur, wer einen fahrbaren Untersatz im Wert von maximal 1111,11 Euro sein eigen nennt oder dessen Fahrzeug bereits älter als 20 Jahre ist. Die Kosten für die Teilnahme liegen bei 111,11 Euro pro Person, für weitere 272 Euro gibt es das so genannte "Jordanien-Paket" mit Übernachtung in einem echten Beduinenzelt, wie die Organisatoren der Rallye in ihren Geschäftsbedingungen ausführen. Die Kosten für Reise, Unterkunft, Verpflegung und notwendige Instandsetzungsarbeiten müssen die Teams selbst tragen. Dafür gibt es keine vorgefertigte Route. Pro durchfahrenem Land muss jedoch mindestens eine aufgabe gelöst werden. Pro Tag sollten nicht mehr als 666 Kilometer gefahren werden, mindestens aber 555. "Dazu passt, dass ich mich am 5.5.2010 angemeldet habe", ergänzte Weinert das Zahlenspiel.

Einen konkreten Treffpunkt haben die Organisatoren dennoch eingeplant. In der türkischen Metropole Istanbul ist ein Halt auch deshalb notwendig, weil die ursprüngliche Reiseroute mitten durch Syrien verlief. Weil dort aber derzeit ein Bürgerkrieg zu eskalieren droht, könnte die politische Wetterlage im Nahen Osten die Team kurzfristig zur einer Alternativ-Route zwingen. Die könnte über Zypern und Israel oder alternativ Ägypten laufen, wie Hecker berichtete. Zusammen mit Strücker fährt der 33-jährige Geograf in einem 26 Jahre alten Mercedes 190 E. Den haben sich die Kölner extra gekauft. "Ein Freund aus Pirmasens hat uns den Wagen zur Verfügung gestellt", erläuterte Strücker die Herkunft des Gefährts. Dabei erhielten die beiden den Wagen zum Freundschaftspreis von 950 Euro, eigentlich kostete der Wagen bereits beim Einkauf 500 Euro mehr.

Geld spielt für Teilnehmer nur eine nachgeordnete Rolle

Wie bei großen Publikums-Rallyes üblich erhalten die Teilnehmer aber trotz der freien Routenwahl ein so genannten Routenbuch. Dort erhalten die verschiedenen Teams unterschiedliche Aufgaben, die sie selbst lösen und mithilfe von Polaroid-Bilder dokumentieren müssen, beschrieb Hecker die Aufgabe. Für alle sechs wird die Rallye alles andere als ein Pappenstiel werden. Insgesamt werden mit Unterkunft, Proviant und Notfallgroschen bis zu 30.000 Euro fällig, so die Kalkulation der Teilnehmer; der Organisator spricht von durchschnittlichen Kosten in Höhe von 1500 bis 2000 Euro pro Person. Einen Teil der Kosten hat sich das sechsköpfige Kölner Team mit dem klangvollen Namen "Die Neue Fahrkultur Der Oberklasse" über Sponsoren wieder hereingeholt, die nun in Form von Klebebannern die Oberfläche der Pkws zieren. "Das war nicht einfach", räumte Hecker ein. Ein Banner in englischer und arabischer Sprache ist auf allen Wagen zu finden, der Schriftzug zeigt den Namen "UN-Volunteers", auch dies ein Zeichen, dass Geld eher eine nachgeordnete Rolle spielt. Wenn die Abenteurer dann nach rund 6000 Kilometern wieder nach Hause wollen, wird es auf jeden Fall schneller gehen. "Wir fliegen zurück", so die Pläne der Kölner Teilnehmer.

Der Erlös aus der abschließenden Versteigerung kommt dem World Food Programm zugute. Das Vorhaben ist Teil eines Hilfsprojekts der jordanischen Regierung, das Beduinen, die sesshaft werden wollen, in der Wüste die Grundlagen wie Wasser und Strom für eine Dorfgründung schaffen soll. Damit die Beduinen die Milch verwerten können, wird mit Hilfe der Rallye-Teams und deren Sponsoren eine Käserei aufgebaut.


Weitere Informationen zur Rallye finden sie im Internet unter: www.allgaeu-orient.de.

Informationen rund um das Kölner Team und eine fortlaufende Dokumentation der Reiseerlebnisse werden im Verlauf der Rallye dokumentiert unter: www.die-neue-fahrkultur-der-oberklasse.de. Unter dem ähnlich klingenden Namen ist auf Facebook ein entsprechendes Profil hinterlegt.







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