24. 05. 2012
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Straßensammlung für Kriegsgräber startet heute
Mehr als eine Stunde stellten sich zahlreiche Angehörige der
Streitkräfte von Heer und Luftwaffe sowie hohe Vertreter der lokalen
Politik in den Dienst der guten Sache. Regierungspräsident Hans-Peter
Lindlar, Oberbürgermeister Fritz Schramma und Bürgermeisterin Elfi
Scho-Antwerpes schnappten sich die grün-weißen Spendenbüchsen und
nahmen so an der Straßen-sammlung teil. Erstes Zwischenergebnis war
eine unerwartet große Spendenbereit-schaft der Kölnerinnen und Kölner,
so ein Heeresgeneral, der bereits seit seinem 14. Lebensjahr
Erfahrungen mit Spendensammlungen hat. Der Deutsche Volksbund ist auf
die Straßensammlungen angewiesen. Im Gegensatz zu vergleichbaren
Organisationen in den USA oder Großbritannien liegt der staatliche
Anteil in Deutschland bei weniger als 10 Prozent, wie
Volksbund-Bezirksgeschäftsführer Martin Gadow erklärte.
Bei einem bundesweiten Jahresetat von rund 40 Millionen Euro wird der
überwiegende Teil des Kapitals durch Mitgliedsbeiträge und Spenden aus
dem Kreis der Mitglieder und Förderer erbracht. Die alljährlichen
Straßensammlungen brachten in der Vergangenheit bundesweit rund 7
Millionen Euro. Lediglich 3,7 Millionen Euro des Etats stammen aus
staatlichen Töpfen. Gadow rechnet jedoch in naher Zukunft mit einem
Rückgang der Spenden aus Straßen-sammlungen. „Die Menschen, die den
Krieg und seine Leiden bewusst miterlebt haben, werden immer weniger;
die Bereitschaft zu Spenden folglich auch“, befürchtet Gadow. Der
nachlassenden Betroffenheit möchte der Volksbund mit mehreren
Instrumenten begegnen. Zum einen soll durch friedenspädagogische
Maßnahmen die Tätigkeit des Volksbundes nahe gebracht werden, zum
anderen sollen die Söhne, Töchter und Enkel der Kriegsgeneration
gezielt angesprochen und motiviert werden, erläutert der
Volksbund-Verantwortliche. Im März 2005 eröffnete die fünfte
Friedensbegegnungsstätte auf der Ostseeinsel Usedom. Am neuen Standort
will man sich vor allem mit den Leiden des Krieges im östlichen
Nachbarstaat auseinandersetzen.RP Lindlar bei seiner erfolgreichen Spendensammlung
Der Volksbund pflegt die Gräber von rund 2 Millionen Kriegsgefallenen
auf 836 Kriegsgräberstätten in 44 Ländern Europas und Nordafrika. Seit
dem Ende des Ost-West-Konflikts sind alleine im Gebiet der ehemaligen
Sowjetunion fast 500 neue oder hergerichtete Anlagen sowie 45 große
Sammelfriedhöfe hinzugekommen. Der größte Sammelfriedhof befindet sich
mit 80.000 Gefallenen nahe St. Petersburg in Sologubowka. Erst im
vergangenen Jahr wurde dem Volksbund ein 4 Hektar großes Areal in der
Nähe der Gemeinde Beresea zugewiesen. Dort soll der erste
Sammelfriedhof Weißrussland entstehen. Bis zu 100.000 Gefallene des
ersten und weitere 150.000 Gefallene aus dem II.Weltkrieg werden hier
vermutet.


























