24. 05. 2012
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Köln-Hochkirchen: 65.000 Euro für ein neues Kinderparadies
Die Bevölkerung im Kölner Süden wächst. Und weil viele Familien in die Neubaugebiete ziehen, wächst zugleich auch der Bedarf an Spielplätzen. Mit einer kompletten Umgestaltung und Aufwertung haben die Anwohner und Stadt Köln reagiert. Zwei Jahre, nachdem sich eine Initiative für den neuen Spielplatz gründete, feierten die Verantwortlichen die offizielle Freigabe mit Kaffee und Kuchen. Rund 100 Gäste, mindestens die Hälfte davon unmittelbare Zielgruppe, folgten der Einladung. Und so waren Vogelnestschaukel und Klettergerüst sowie die vielen Spielsachen aus einem eigens organisierten Spielecontainer willkommener Anlass für die jungen Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils, sich auf dem neuen Spielplatz mal so richtig auszutoben. Auch eine Tanzeinlage sorgte für Stimmung unter den Anwesenden und erfüllte nicht die drei Initiatorinnen mit Stolz und Freude. Der Einweihung des Spielplatzes und damit der Attraktivierung des Wohn- und Lebensumfelds voraus ging ein Paradebeispiel bürgerschaftlichen Engagements und der dazu notwendigen Begleitung von Politik und Stadtverwaltung.
"Vor zwei Jahren sah es hier wirklich trist aus, kein schöner Ort für Kinder", beschrieben die beiden Gründerinnen Anja Beara und Kerstin Stromberg-Mallmann die Ausgangslage. Spontan entschlossen sie sich, mit einer Spendensammlung einen ersten Impuls zu setzen. Schnell wurde die Bezirksvertretung auf die Initiative aufmerksam und beschloss ihrerseits das Vorhaben der Umgestaltung mit einem Zuschuss in Höhe von 3500 Euro zu unterstützen. Die Dorfgemeinschaft Hochkirchen tat ihren Anteil am Spendenaufkommen von etwa 12.000 Euro bei. Schließlich gab die Stadt Köln aus den freien Mitteln des Jugendetats weitere 50.000 Euro hinzu, wie Gabriele Menke vom Amt für Kinderinteressen bestätigte. Und so entstand für 65.000 Euro eine völlig neu gestaltete Spielfläche, die auch Bezirksbürgermeister Eberhard Petschel regelrecht begeisterte. "Der Platz sieht aus wie ein Prinzessinenwald, regelrecht wachgeküsst", geriet der Kommunalpolitiker ins Schwärmen.
Allerdings mussten die Anwohner wegen einer Planänderung auf halber Strecke deutlich länger auf ihren Spielplatz warten als zunächst angenommen. Erst nach einer ersten, nicht abgeschlossenen Planungsphase übernahm Landschaftsarchitekt Andreas Mark-Dammrich die Planungen und stellte die vorherige Plaung "auf den Kopf". Auch eine eingelassene Nord-Süd-Spur auf dem Zuweg sowie die Aufteilung der Spiel-, Verbindungs- und Ruheflächen mit Parkbänken lag in der Hand des Kölner Landschaftsgestalters. Bereits im Juni vergangenen Jahres und damit vor Baubeginn gab es die erste sichtbare Verschönerung und die betraf den nördlichen Zugang von der Wohnstraße Erlengrund. Die vormals mit eher unattraktiven Graffitis verschmierte Mauer auf der östlichen Seite des Zuwegs wurde zum Kunstprojekt, dass die vor Ort ansässige Künstlerinitiative "Südart" mit vier Gruppen aus den Kindertagesstätten des Kölner Vororts durchführte. Die Künstler unterstützten die Kindertagesstätten bei der Gestaltung der Schablonen, die nachher als Fabelwesen und Motive auf der Mauer prangen sollten. So erfolgte in einem ersten Schritt das Aufbringen einer Grundierung mit blauer Farbe von der Jugendwerkstatt in Köln-Porz, danach wurden die Zeichnungen der Kinder mit Acrylanfarbe aufgetragen. "Das hat rund zwei Wochen gedauert", erklärte Angelika Wellhausen von Südart. Bereits vor den Sommerferien 2010 entstand so der erste optische Hingucker. Im Herbst vergangenen Jahres schließlich begannen die eigentlichen Bauarbeiten auf dem rund 600 Quadratmeter großen Grundstück.
"Eigentlich waren wir fast fertig, aber dann kam Ende November der Winter", begründete Architekt Mark-Dammrich eine weitere Verzögerung. Tatsächlich aber konnten die restlichen Arbeiten am Spielplatz schon Ende Januar dieses Jahres abgeschlossen werden. Neben einem Klettergerüst und einer Vogelnestschaukel verfügt die neue Spielfläche über weitere Kleingeräte und mehrere Sitzgelegenheiten am Rand der Spielfläche. Die Sandflächen werden durch speziell gummierte Ecksteine eingefasst, sämtliche Spielgeräte sind qualitätsgeprüft, die Fundamente liegen unter einer 45 Zentimeter dicken Sandschicht. Rund 30 Kubikmeter Sand mussten in mehreren Etappen über den schmalen Zuweg in die dafür vorgesehenen Vertiefungen geschüttet werden. "Das war nicht einfach, denn bis hierhin kommt kein Lkw", beschrieb Mark-Dammrich die Herausforderung. Mit Beginn der warmen Tage in diesem Jahr wurde der Platz folgerichtig und auch ohne offizielle Einweihung in Beschlag genommen. Dass hier ein neues Spieleparadies entstanden war, ließ sich nicht geheim halten. Und so kamen am heutigen Samstag immer mehr Gäste zur Einweihungsfeier. "Wir haben viele Familien mit Kindern im Viertel. Und wir sind glücklich, dass sie nun einen so schönen Spielplatz haben", freute sich die drei Initiatorinnen. Sie waren nicht die einzigen.


























