24. 05. 2012
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Köln-Lindweiler: Die neue Mitte ist ein Spieleparadies
Das Wetter hätte passender nicht sein können. Noch am Vormittag des heutigen Dienstag zogen dunkle Wolken über den Kölner Norden. Am frühen Nachmittag war davon nichts mehr zu sehen und das war auch gut so. Denn mitten im Stadtteilzentrum von Lindweiler wurde am heutigen Dienstag im Beisein des Kölner Oberbürgermeisters Jürgen Roters der neu gestaltete Spiel- und Bolzplatz Lindweiler feierlich eingeweiht. Und weil die Organisatoren ein vielfältiges Spieleprogramm samt kleinem Fußball-Turnier auf die Beine gestellt haben, war das schon vor Anpfiff ein voller Erfolg. Die Sonne schien und nicht nur die Verantwortlichen waren froh, dass der Spielplatz fristgerecht und so wie geplant fertig wurde. Auch die rund 500 Kinder, die in den Wohnhäuser rund um die zentrale Platzfläche leben, und ihre Eltern nahmen den neu gestalteten Spielplatz in Beschlag. Das macht bei Sonne und angenehmen 22 Grad Celsius im Schatten nun mal mehr Spaß, als wenn es regnet und windet.
Belebung und eine spielende Ortsmitte
"Ich freue mich, dass es gelungen ist, diesen Platz zu einem so bunten und lebendigen Areal zu machen. Das ist ein Musterbeispiel dafür, dass es auch schnell gehen kann", lobte Oberbürgermeister Jürgen Roters bei seiner Eröffnungsrede. Das Kölner Stadtoberhaupt hatte neben der feierlichen Einweihung auch noch die ehrenvolle Aufgabe den ersten Ball für ein Fußball-Turnier auf dem neuen Bolzplatz freizugeben. Dort trat eine Auswahl der Gemeinschaftsgrundschule Soldiner Straße gegen ein Team der benachbarten Förderschule an. Das Ergebnis war fast Nebensache, schließlich erhielten die Mannschaften nach ihren zwei Mal 20 Minuten alle ein Geschenk. Vertragspartner beim Offenen Ganztag in den beiden Schulen ist der Träger Lino-Club, der im Kölner Norden insgesamt rund 700 Kinder an sieben Schulen nach dem regulären Unterricht im Rahmen des OGTS betreut. Die zweite Vorsitzende des Vereins, Angelika Klauth, zeigte sich denn auch froh, dass die Bauarbeiten für den neuen Spielplatz vor den Sommermonaten abgeschlossen wurden. "Es war wichtig, dass der Spielplatz schnell fertig wird, damit die Menschen vor Ort sehen, dass sich in ihrem Stadtteil etwas bewegt."
Ein Musterbeispiel für funktionierende Bürgerbeteiligung
So ist die Geschichte des neuen Spiel- und Bolzplatzes auch ein "Musterbeispiel" für die Einbindung bürgerschaftlichen Engagements in die Entscheidungsfindung von Rat und Verwaltung, also der sprichwörtlichen "Politik". Im Rahmen des Bürgerhaushalts gründete sich eine informelle Initiative, die mit einem Vorschlag zur Verschönerung des vormals eher tristen Kleinods den ersten Anstoß gab. Immerhin Platz 34 erreichte der Vorschlag zur Verschönerung des Spiel- und Bolzplatzes und wurde im Beschluss zum Bürgerhaushalt tatsächlich auf die "To-do-Liste" gesetzt. Unter der Moderation des Lino-Clubs, der auch als Pate des Spielplatzes fungiert, und mit tatkräftiger Unterstützung durch die Initiative Lindweiler Treff und das Kinder- und Jugendforum Chorweiler setzten sich Kinder, Jugendliche und Anwohner zusammen. Startschuss war der Weltkindertag im Jahr 2008 mit einer Malaktion der Kinder des Viertels. In kleinen Projektgruppen entwarfen die anschließend unter der Anleitung des Kinder- und Jugendforums Chorweiler mit Alltagsgegenständen wie Getränkekartons, Klorollen und Ähnlichem erste Modelle, wie der Spielplatz aussehen soll. Etwa 50 Jugendliche wurden nach ihrer Meinung befragt und die Anwohner und Eltern in Inforunden in die Debatten einbezogen. Innerhalb der Stadtverwaltung koordinierte das Amt für Kinderinteressen die Vorschläge aus der Bürgerschaft mit den Anforderungen der Stadt nach Sicherheit, Kosten und den anderen rechtlichen Rahmenbedingungen. Das Ergebnis ist eine neue lebendige Stadtteilmitte, in dessen heutigem Aussehen sich alle beteiligten Gruppen wiederfinden, wie auch Spielplatzpatin Klauth bestätigte.
Weitere Angebote
Auch Dr. Sandra Kossmann, Stadträtin und Vorsitzende des Vereins KIDsmiling e.V., zeigte sich bei der heutigen Spielplatzeinweihung begeistert. "Wir haben auf diesem Platz mit dem ersten offenen Bolzplatztraining begonnen Inzwischen machen rund Mädchen und Jungen an elf Standorten bei den regelmäßigen Trainingseinheiten mit", erklärte Kossmann auf Anfrage der Redaktion.
Die Trainingseinheiten werden selbstverständlich auch auf dem neuen Bolzplatz fortgesetzt, jetzt aber auf einem wesentlich angenehmeren Belag als Beton. Neben dem kleinen Fußballturnier gab es bei der heutigen Eröffnung auch einen Mitmach-Parcour zweier Kindertagesstätten aus der fußläufigen Umgebung, eine Spieleaktion des neuen Projekts der OT Lindweiler "pädagogisch betreuter Spiel- und Bolzplatz" sowie der obligatorische Rollende Spielplatz "Juppi", der mit seinem Rollenden Spielemobil das Angebot bereicherte. Ein weiterer Grund für die frohen Mieten dürfte im nahezu reibungslosen Bauablauf liegen. Die Zeitplan für die Umgestaltung wurde dabei – trotz der Verzögerungen aufgrund des frühen Wintereinbruchs Ende 2010 – eingehalten, ebenso wie der Kostenrahmen von rund 250.000 Euro, wie Dorothea John vom Amt für Kinderinteressen bestätigte Das Geld hatte der Stadtrat bereits mit dem Beschluss zum Bürgerhaushalt im Jahr 2008 zur Verfügung gestellt. Und damit wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein ganzer Stadtteil attraktiviert.


























