24. 05. 2012
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Köln-Lindweiler: Spatenstich für den lang ersehnten Spielplatz
Oberbürgermeister Jürgen Roters hat es in diesen Tagen nicht leicht. Bis wenige Stunden vor dem heutigen Außentermin empfing das Kölner Stadtoberhaupt eine Delegation mit Vertretern der Betriebsräte des Kölner Anlagenbauers Humboldt-Dewag, um über die Standortsicherung des Unternehmens zu beratschlagen, vor wenigen Tagen wurde sogar sein Amtssitz kurzzeitig okkupiert. Auch am heutigen Donnerstag standen bereits in den Morgenstunden weit über ein Dutzend Mannschaftswagen der Polizei bereit, um eine mögliche bevorstehende Demonstration linker Autonomer managen zu können. Und zu allem Überfluss muss der Sozialdemokrat an der Spitze der Stadtverwaltung nun auch noch schmerzhafte Kürzungen verkünden und durchsetzen. Umso gelöster erschien Roters zum heutigen Spatenstich am Marienberger Weg im Kölner Stadtteil Lindweiler. Und weil es der Terminplan des OB so wollte, auch noch knapp eine halbe Stunde vor der eigentlichen Zeremonie. Dabei war der Anlass ein mehr als erfreulicher, wie auch Roters in seiner kurzen Ansprache zum Besten gab. "Die Umgestaltung wurde durch den ersten Bürgerhaushalt der Stadt ermöglicht. Vor allem die Kinder wollten das haben", freute sich Roters, als er zusammen mit den Kindern des Stadtteils den Spaten zur Hand nahm. Tatsächlich schaffte es der Vorschlag zur Umgestaltung des Platzes mitten in der Mehrfamilienhaus-Siedlung am Marienberger Weg auf Rang 34 der TOP 100 in der damaligen Kategorie Sport. Dafür stellte die Stadt einen Betrag in Höhe von 265.000 Euro zur Verfügung.
Die Neugestaltung ist zudem ein gutes Stück Stadtreparatur. Denn der zentrale Platz in Lindweiler war bislang ein asphaltierter Bolzplatz, der eher trist daher kam. Für Eltern und Begleitpersonen gab es keine Sitzmöglichkeiten. Und eine asphaltierte Fläche eignet sich nun nur bedingt zum Toben und Spielen. Dabei ist der Platz schon seit langer Zeit als Spielfläche ausgewiesen. Mit dem nun erfolgtem Baubeginn unternahm die Stadt, allen voran dass städtische Amt für Kinderinteressen, zudem eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme. In Zeiten zunehmender Politikverdrossenheit sollten die Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme an der Planung ihres Stadtteils eingeladen werden. Und die Bürger folgten der Einladung In zwei großen Bürgerversammlungen wurden die Vorschläge zur Umgestaltung präsentiert. Kinder aus dem Viertel bauten in mühevoller Arbeit Modelle ihres Wunschspielplatzes und die letztendlichen Entwürfe, geplant vom Kölner Büro für Landschaftsarchitekten Lill & Partner, nahmen viele Anregungen aus der Bürgerschaft mit. Sogar neue Bäume sollen gepflanzt werden und so schon im nächsten Sommer Schatten spenden und die Aufenthaltsqualität an solch heißen Tagen wie diesen durch ihr kühlendes Blätterdach erträglicher gestalten. Insgesamt waren weit mehr als die Hälfte der Lindweiler Bürger an den Planungen beteiligt, wie Dorothea John, Leiterin des Amtes für Kinderinteressen, bestätigte. John lobte dabei auch die gute Zusammenarbeit mit den Institutionen vor Ort, namentlich dem Lino-Club, dem Sozialen Zentrum und dem Lindweiler Treff. Dabei wurde schnell klar, dass der Spielplatz auch die Belange der Jugendlichen mit aufnehmen sollte. Häufig genug sind städtische Spielplätze für diese Zielgruppe nicht attraktiv, das sollte sich bei der Neuplanung in Lindweiler nicht wiederholen.
Schon in drei Monaten soll der neue Spielplatz fertig gestellt sein. Zunächst wird der Asphalt auf der Platzfläche abgerissen. An der Ostseite des Platzes soll ein kleiner Bolzplatz entstehen. Dem schließt sich im westlichen Teil eine Spielfläche mit zahlreichen Sitz- und Aufenthaltsmöglichkeiten an. Auch die Spielgeräte sind auf die verschiedenen Altersgruppen im Viertel abgestimmt. Eine der Attraktionen wird ein mehrere Meter hoher Seilzirkus sein, der vor allem die Jugendlichen ansprechen soll, verriet der zuständige Spielplatzarchitekt Matthias Lill. Auch die Verantwortlichen im Lino-Club, der nicht weit weg seine Zentrale hat, zeigten sich hoch erfreut über die Umsetzung eines lange fälligen Projekts. Zuletzt wurde der Spielplatz immer häufiger als Abkürzung für Fußgänger benutzt. Auch daran haben die Planer gedacht. Zuvor fand am heutigen Donnerstag jedoch erst einmal ein großes Nachbarschaftsfest statt. Trotz rekordverdächtiger Temperaturen kamen über 250 Anwohnerinnen und Anwohner, darunter mehr als Hälfte Kinder aller Altersklassen, um sich in Artistik, einer Wannenrutsche und einem aufblasbaren Freeclimbing-Parcour zu üben. Allerdings hatten die Organisatoren nicht mit dem Wetter gerechnet. Bei Temperaturen weit jenseits der 30 Grad-Grenze ging bereits um kurz vor 17 Uhr die Wasservorräte zur Neige. Dafür gab es aber noch reichlich Kuchen. In Lindweiler lässt man sich auch bei brütender Hitze nicht vom Feiern abhalten.
Eine Auswahl von Impressionen des heutigen Stadtteilfestes finden Sie in der nachfolgenden Galerie:


























