24. 05. 2012
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Köln-Vingst: Spielplatzfest am Josef-Boschbach-Weg
Hüpfburg, Schlagermusik und kulinarische Köstlichkeiten, die das Herz
des Kölschen höher schlagen lassen, all das gab es in der kleinen
grünen Oase zwischen Wohngebiet und der angrenzenden
Gemeinschaftsgrundschule.
Das hier gutnachbarschaftlicher Gemeinsinn aufblühen kann, ist auch und
vor allem der Verdienst der Spielplatzpaten. Gleich ein ganzer
Karnevalsverein, die 1. Vingster Karnevalsgesellschaft (KG), kümmert
sich seit nunmehr 15 Jahren
liebevoll um den Platz und musste dabei bereits so manches Problem
lösen.
So hatte der Spielplatz und sein direktes Umfeld vor rund zehn Jahren
ein massives Problem mit Drogenabhängigen, wie der Präsident des
Vereins Klaus Junck berichtet. Aber nachdem man sich mit dem
städtischen Grünflächenamt zusammengesetzt und das wuchernde Unterholz
an den Grenzen der Grünfläche entfernt hatte, wurde es besser. Und so
wurde dieser Platz das, was er heute ist. Ein grünes Kleinod inmitten
eines als „Problemviertel“ berüchtigten Stadtteils. Und knapp 200
Anwohnerinnen, Anwohner und deren Nachwuchs besuchten das heutige
Spielplatzfest, wie die Organisatoren schätzten.
Netzwerk auf lokaler Ebene gegen den schlechten Ruf
Genau dieses Manko will Junck aber so nicht stehen lassen. Zwar gebe es
in dem erstmals vor über 1000 Jahren namentlich erwähnten Kölner Vorort
eine Menge sozialer Probleme. Dem stellen die Vingster Bürgerinnen und
Bürger aber ein seit Jahrzehnten funktionierendes Netzwerk
bürgerschaftlicher Vereine entgegen. Die großen Drei – Karnevalsverein,
Vingster Bürgerverein und die Spielplatzinitiative Homarstraße –
tauschen sich bereits seit Jahren untereinander aus. Aber nicht nur
das, man hilft sich auch gegenseitig. So waren auf dem heutigen Fest
auch die genannten Vereine mit eigenen Ständen bzw. Angeboten vertreten
und sorgten so vor allem bei den Jüngeren für Abwechslung. Neben den
Spielgeräten auf dem Platz kam eigens ein Spielgeräteanhänger der
Spielplatzinitiative hinzu und verteilte kostenlos Laufräder. Das
Kölner Wohnungsunternehmen, das sich in jüngster Zeit verstärkt in
Vingst engagiert, spendierte Sitzgarnituren und Pavillons und der Rest
wurde aus den eigenen Reihen organisiert. So funktioniert ein gutes
weil jahrelang erprobtes Netzwerk, der „Kölsche“ nennt es „Klüngel“,
meint dabei aber die positiven Aspekte der gegenseitigen Hilfe.
Lob für die Stadt und ein Herzenswunsch
Und auch für die Stadt fanden Junck und seine Mitstreiterinnen und
Mitstreiter positive Worte. So schnitten Mitarbeiter des
Grünflächenamtes rechtzeitig zum Fest die Wiesen des Platzes zurück,
die AWB kommt ohnehin jede Woche vorbei und säubert den Platz, wie
Junck bestätigte. In den vergangenen Jahren habe man auch keine
Probleme mit Vandalismus, wie Karin Beifuß, Geschäftsführerin der
Vingster KG, bestätigte. Sie macht sich als operativ Verantwortliche
einmal pro Woche auf ihren Spielplatzrundgang und sieht nach, ob an den
Spielgeräten alles in Ordnung ist. Lobende Worte finden die
Verantwortlichen auch für die zuständige Dienstelle, das Kölner Amt für
Kinderinteressen. Deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind schnell
zur Stelle, wenn mal etwas kaputt ist, so Beifuß.
Nachdem vor etwas mehr als einem Jahr die alte Kinderrutsche gegen eine
neue ausgetauscht wurde, ist man eigentlich zufrieden. Vereinspräsident
Junck, der selbst sechs Enkel hat und seit 1949 im Viertel lebt, hat
dabei nur einen Herzenswunsch, eine Rutsche mit Spieleburg. Ob man
dafür beim nächsten Fest Spenden einsammeln will, ließ Junck allerdings
offen. Auch so war das Fest ein voller Erfolg. Zum ersten Mal seit drei
Jahren hatten die Veranstalter trockenes Wetter, nachdem die beiden
Feste in den Vorjahren sprichwörtlich „ins Wasser fielen“. Den Kindern
des Viertels jedenfalls machte der Nachmittag großen Spaß und das sei
doch schließlich das Wichtigste, wie Junck abschließend bemerkte.
In unserer Bildergalerie finden Sie einige Eindrücke der heutigen Veranstaltung.


























