24. 05. 2012
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Sanierung der Kölner Spielplätze schreitet voran
Im vergangenen Jahr investierte die Stadt in die Sanierung
schwermetallbelasteter Spielplätze einen Betrag von 980.000 Euro,
darunter einen fast sechsstelligen Betrag an Spenden, der zumeist von
den weit über 300 ehrenamtlich aktiven Spielplatzpaten eingesammelt
wurde. „Sie sehen heute, was aus ihren Beschlüssen im
Jugendhilfeausschuss in der Praxis geworden ist“, begrüßte die Leiterin
des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, Carolin Krause, die
Anwesenden.
Von den insgesamt 615 Kölner Spiel- und Bolzplätzen wurden bereits 101
Spielplätze umfassend saniert und dabei gleichzeitig mit neuen
Spielgeräten aufgewertet, wie die Leiterin der Abteilung Amt für
Kinderinteressen Dorothea John ausführte. Vor allem Spielplätze, auf
denen in der Vergangenheit eine Belastung mit Schwermetallen
festgestellt wurde, stehen zur Sanierung an. „Wir gehen dabei strikt
nach Priorität vor. Je tiefer im Erdreiche die Belastung festgestellt
wurde, um so später werden wir sanieren“, so John. Derzeit wird von der
zuständigen Fachstelle im Jugendamt die Arbeit mit unverminderter
Intensität fortgeführt. Drei Spielplätze werden derzeit bereits
umgebaut, fünf weitere befinden sich in der Vergabephase. Weitere 23
Spielplätze befinden sich in einem früheren Stadium, z.B. in der
Planungsphase. Besonders wichtig ist den Verantwortlichen dabei die
Einbeziehung von Anwohner, Vereinen, Initiativen und nicht zuletzt von
denjenigen, für die nach der Sanierung und Aufwertung die Plätze
eigentlich gedacht sind, der Nachwuchs.
Entgegen der Tradition vergangener Spielplatzrundfahrten standen in
diesem Jahr auch die Skaterrampe Lohsestraße sowie ein
Bolzplatztraining der Initiative KIDSmiling am Vingster Berg in
Köln-Ostheim auf dem Programm. Die Skaterrampe nahe der Ecke Neusser
Straße / Innere Kanalstraße liegt in einer Senke mitten im Grünzug von
Nippes. Angefangen hatte alles bereits vor mehreren Jahren, als sich
eine Gruppe von Skatern daran machte, die Urversion einer alten
Holzrampe nach und nach auszubauen. Ohne zunächst nach öffentlichen
Geldern zu rufen, sammelten die Mitstreiter des Spielplatzpaten Sören
Jung Spenden. Mindestens einmal pro Jahr veranstalten sie eine große
Fete, in diesem Jahr sollen es sogar zwei sein. Die Erlöse des
diesjährigen Festes, das am Tag des FC-Wiederaufstiegs (Mitte Mai)
stattfand, fließen dabei ebenso in den Ausbau wie der Erlös aus der
nächsten Veranstaltung am 16. August. Die Stadt hat inzwischen den Wert
der Initiative erkannt und unterstützt das Projekt tatkräftig. Die
bestehende Rampe soll zur Unterführung hin um einige Meter verlängert
werden, um auch den jüngeren Freunden des Rollbretts eine
Trainingsmöglichkeit zu bieten. 25.000 Euro der mit knapp über 36.000
Euro veranschlagten Maßnahme werden dabei von der Initiative selbst in
Form einer Sachspende eingebracht.
Auf dem Bolzplatz im Kölner Stadtteil Ostheim am Vingster Berg findet
seit Mai dieses Jahres regelmäßig einmal pro Woche ein freies
Fußballtraining an. Zwei Stunden werden die Kinder des Viertels von
Fußballtrainern (C-Schein) in der Kunst mit dem runden Leder geschult.
Schusstraining, Übungen und ein Testspiel stehen dabei regelmäßig auf
dem Programm. „Man kann sagen, dass das Training sehr gut angekommen
wird“, bestätigten die beiden Trainer den anwesenden Ratsdamen und
Ratsherren. Auch die Anwohner und Spielplatzpaten der anderen drei
Plätze in Rodenkirchen (Barbarastraße), Sülz (Rankestraße) und
Longerich (Bielefelder Straße) sind mit der Umgestaltung der Plätze
hochzufrieden. Dabei musste die Stadt in diesen drei Fällen
beträchtliche Geldbeträge aufwenden. Kam der neu gestaltete Spielplatz
in der Barbarastraße noch mit vergleichsweise moderaten 94.000 Euro,
kostete der Spielplatz Rankestraße bereits 130.000 Euro und der in
Longerich sogar 145.000 Euro. In Sülz beteiligten sich die beiden
Wohnungsgenossenschaft Köln-Lindenthaler und die gemeinnützige
Baugenossenschaft Sülz mit jeweils 5000 Euro an der Maßnahme. Gelohnt
hat es sich in jedem Fall, wie der erst vor wenigen Tagen
wiedereröffnete Platz mitten im Herzen von Sülz zeigte. Bei
sommerlicher Witterung waren zeitweise bis zu 80 Kinder
unterschiedlichen Alters auf dem neu gestalteten Platz. Und das neu
gestaltete weiträumige Gelände an der Bielefelder Straße bietet neben
den neuen Spielgeräten auch eine kleine Skaterrampe, neue
Aufenthaltsmöglichkeiten für die jugendlichen Besucher sowie in
direkter Nachbarschaft einen Bolzplatz.
Beteiligung sorgt für Identifikation
Das aufwändige und nicht immer reibungslose Verfahren mit direkter
Bürgerbeteiligung kostet zwar Zeit und manchmal auch Nerven, macht aber
rundherum Sinn, wie John versicherte. Zwar kommt es selbst in
gutbürgerlichen Stadtteilen auf den Spielplätzen zu Konflikten, auf
einzelnen Plätzen gar zu Gewalt und Kriminalität. Aber wenn die
Jugendlichen vor Ort das Gefühl erhalten, an der Gestaltung ihres
Lebensumfeld direkt Einfluss nehmen zu können, steigt die
Identifikation mit dem Spielplatz. Fast folgerichtig gehe der
Vandalismus zurück, wie John berichtete. Auch die Jugendpolitiker der
großen Ratsfraktionen waren sichtlich angetan von den neuen
Spielelandschaften. Dabei haben sie bereits ihr Plazet für eine weitere
Beschleunigung der notwendigen und anstehenden Sanierungen gegeben.
Standen im vergangenen Haushaltsjahr knapp eine Million an städtischen
Mitteln für die Sanierung, Umgestaltung und Ausstattung mit neuen
Spielgeräten bereit, sollen es in diesem Haushaltsjahr gar 1,2
Millionen Euro werden.


























