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24. 05. 2012
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Sanierung der Kölner Spielplätze schreitet voran


12.06.2008 22:00 von:


Im vergangenen Jahr investierte die Stadt in die Sanierung schwermetallbelasteter Spielplätze einen Betrag von 980.000 Euro, darunter einen fast sechsstelligen Betrag an Spenden, der zumeist von den weit über 300 ehrenamtlich aktiven Spielplatzpaten eingesammelt wurde. „Sie sehen heute, was aus ihren Beschlüssen im Jugendhilfeausschuss in der Praxis geworden ist“, begrüßte die Leiterin des Amtes für Kinder, Jugend und Familie, Carolin Krause, die Anwesenden.

Von den insgesamt 615 Kölner Spiel- und Bolzplätzen wurden bereits 101 Spielplätze umfassend saniert und dabei gleichzeitig mit neuen Spielgeräten aufgewertet, wie die Leiterin der Abteilung Amt für Kinderinteressen Dorothea John ausführte. Vor allem Spielplätze, auf denen in der Vergangenheit eine Belastung mit Schwermetallen festgestellt wurde, stehen zur Sanierung an. „Wir gehen dabei strikt nach Priorität vor. Je tiefer im Erdreiche die Belastung festgestellt wurde, um so später werden wir sanieren“, so John. Derzeit wird von der zuständigen Fachstelle im Jugendamt die Arbeit mit unverminderter Intensität fortgeführt. Drei Spielplätze werden derzeit bereits umgebaut, fünf weitere befinden sich in der Vergabephase. Weitere 23 Spielplätze befinden sich in einem früheren Stadium, z.B. in der Planungsphase. Besonders wichtig ist den Verantwortlichen dabei die Einbeziehung von Anwohner, Vereinen, Initiativen und nicht zuletzt von denjenigen, für die nach der Sanierung und Aufwertung die Plätze eigentlich gedacht sind, der Nachwuchs.

Entgegen der Tradition vergangener Spielplatzrundfahrten standen in diesem Jahr auch die Skaterrampe Lohsestraße sowie ein Bolzplatztraining der Initiative KIDSmiling am Vingster Berg in Köln-Ostheim auf dem Programm. Die Skaterrampe nahe der Ecke Neusser Straße / Innere Kanalstraße liegt in einer Senke mitten im Grünzug von Nippes. Angefangen hatte alles bereits vor mehreren Jahren, als sich eine Gruppe von Skatern daran machte, die Urversion einer alten Holzrampe nach und nach auszubauen. Ohne zunächst nach öffentlichen Geldern zu rufen, sammelten die Mitstreiter des Spielplatzpaten Sören Jung Spenden. Mindestens einmal pro Jahr veranstalten sie eine große Fete, in diesem Jahr sollen es sogar zwei sein. Die Erlöse des diesjährigen Festes, das am Tag des FC-Wiederaufstiegs (Mitte Mai) stattfand, fließen dabei ebenso in den Ausbau wie der Erlös aus der nächsten Veranstaltung am 16. August. Die Stadt hat inzwischen den Wert der Initiative erkannt und unterstützt das Projekt tatkräftig. Die bestehende Rampe soll zur Unterführung hin um einige Meter verlängert werden, um auch den jüngeren Freunden des Rollbretts eine Trainingsmöglichkeit zu bieten. 25.000 Euro der mit knapp über 36.000 Euro veranschlagten Maßnahme werden dabei von der Initiative selbst in Form einer Sachspende eingebracht.

Auf dem Bolzplatz im Kölner Stadtteil Ostheim am Vingster Berg findet seit Mai dieses Jahres regelmäßig einmal pro Woche ein freies Fußballtraining an. Zwei Stunden werden die Kinder des Viertels von Fußballtrainern (C-Schein) in der Kunst mit dem runden Leder geschult. Schusstraining, Übungen und ein Testspiel stehen dabei regelmäßig auf dem Programm. „Man kann sagen, dass das Training sehr gut angekommen wird“, bestätigten die beiden Trainer den anwesenden Ratsdamen und Ratsherren. Auch die Anwohner und Spielplatzpaten der anderen drei Plätze in Rodenkirchen (Barbarastraße), Sülz (Rankestraße) und Longerich (Bielefelder Straße) sind mit der Umgestaltung der Plätze hochzufrieden. Dabei musste die Stadt in diesen drei Fällen beträchtliche Geldbeträge aufwenden. Kam der neu gestaltete Spielplatz in der Barbarastraße noch mit vergleichsweise moderaten 94.000 Euro, kostete der Spielplatz Rankestraße bereits 130.000 Euro und der in Longerich sogar 145.000 Euro. In Sülz beteiligten sich die beiden Wohnungsgenossenschaft Köln-Lindenthaler und die gemeinnützige Baugenossenschaft Sülz mit jeweils 5000 Euro an der Maßnahme. Gelohnt hat es sich in jedem Fall, wie der erst vor wenigen Tagen wiedereröffnete Platz mitten im Herzen von Sülz zeigte. Bei sommerlicher Witterung waren zeitweise bis zu 80 Kinder unterschiedlichen Alters auf dem neu gestalteten Platz. Und das neu gestaltete weiträumige Gelände an der Bielefelder Straße bietet neben den neuen Spielgeräten auch eine kleine Skaterrampe, neue Aufenthaltsmöglichkeiten für die jugendlichen Besucher sowie in direkter Nachbarschaft einen Bolzplatz.

Beteiligung sorgt für Identifikation

Das aufwändige und nicht immer reibungslose Verfahren mit direkter Bürgerbeteiligung kostet zwar Zeit und manchmal auch Nerven, macht aber rundherum Sinn, wie John versicherte. Zwar kommt es selbst in gutbürgerlichen Stadtteilen auf den Spielplätzen zu Konflikten, auf einzelnen Plätzen gar zu Gewalt und Kriminalität. Aber wenn die Jugendlichen vor Ort das Gefühl erhalten, an der Gestaltung ihres Lebensumfeld direkt Einfluss nehmen zu können, steigt die Identifikation mit dem Spielplatz. Fast folgerichtig gehe der Vandalismus zurück, wie John berichtete. Auch die Jugendpolitiker der großen Ratsfraktionen waren sichtlich angetan von den neuen Spielelandschaften. Dabei haben sie bereits ihr Plazet für eine weitere Beschleunigung der notwendigen und anstehenden Sanierungen gegeben. Standen im vergangenen Haushaltsjahr knapp eine Million an städtischen Mitteln für die Sanierung, Umgestaltung und Ausstattung mit neuen Spielgeräten bereit, sollen es in diesem Haushaltsjahr gar 1,2 Millionen Euro werden.







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