24. 05. 2012
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3. Forum Familie mit vier Arbeitsgruppen
Rund 150 Gäste nahmen an der Eröffnungsveranstaltung in der Piazetta
des Historischen Rathauses sowie an den folgenden vier Workshops zu
verschiedenen Aspekten moderner Familienpolitik teil.
Oberbürgermeister Fritz Schramma betonte in seiner Begrüßungsrede die
Bedeutung von familienfreundlicher Politik. „Längst ist das Thema zu
einem echten Standortfaktor geworden“, wie Schramma aus diversen
Gesprächen mit Unternehmern weiß. Dabei unternimmt die Stadt selbst
verschiedene Maßnahme entlang der gesamten Bildungskette. Von der
Betreuung der unter Dreijährigen, über den Offenen Ganztag an Grund-
und weiterführenden Schulen bis hin zu Mehr-Generationen-Projekten. Die
Bandbreite möglicher Themen erstreckt sich über den gesamten
Lebensverlauf, wie Stadtoberhaupt und die Verantwortlichen des Kölner
Bündnisses wissen.
Familienbericht als Grundlage der weiteren Debatte
Als Einstiegsreferenten in die Materie hatten sich die Organisatoren
des diesjährigen Treffens Prof. Dr. Hans Bertram von der Humboldt
Universität in Berlin eingeladen. Der Familienforscher und Soziologe
gilt als ausgewiesener Kenner der Materie und hat in dieser Eigenschaft
auch maßgeblich am letzten Familienbericht der Bundesregierung
mitgewirkt. Zu den wichtigsten Erkenntnissen aus der Familienforschung
gehört der sozio-ökonomische Megatrend, dass die
industriegesellschaftliche Familie, wie sie in der Nachtkriegszeit auch
in Deutschland vorherrschte, endgültig überwunden ist. Stattdessen
rücken heute immer stärker die „Zwei-Verdiener-Familie“ und
Alleinerziehenden in den Vordergrund. Auch das Auszugsalter von
männlichen und weiblichen Nachkommen aus dem elterlichen Haushalt hat
statistische Auswirkungen auf die Familiengründung und damit auf die
Anzahl der Nachkommen. So erwiesen Untersuchungen, dass gerade bei
letzterem Aspekt zwischen Deutschland und Frankreich deutliche
Unterschiede existieren. Während zum Beispiel deutsche Männer erst
relativ spät das „Hotel Mamma“ verlassen, geschieht der Auszug bei
französischen Männern im Schnitt deutlich früher.
Arbeit des Kölner Bündnisses sorgt für Bewusstsein
Kölns Familienbeauftragter Peter Hoffstadt zeigte sich zuversichtlich,
mit der nun seit 2004 laufenden Arbeit des Bündnisses für Familie das
Bewusstsein für die Notwendigkeit von familienbewusstem Handeln auf
allen Ebenen zumindest ein Stück weit erhöht zu haben. Die Folgen sind
bereits spürbar. „Der Kölner Stadtrat hat Erhebliches geleistet“, lobte
Hoffstadt die Entscheidungen der Kommunalpolitik, auch wenn, wie sich
gestern im Stadtrat zeigte, derzeit die Einschätzung der politischen
Parteien in Sachen Kinderbetreuung durchaus unterschiedlich sind. „Am
Ende der Debatte haben wir Konsens erzielt“, erklärte Oberbürgermeister
Schramma den Anwesenden und meinte damit die Ergebnisse der Aktuellen
Stunde. Wie in Köln gibt es auch in den anderen großen deutschen
Metropolen inzwischen intensive Bemühungen die unterschiedlichen
Akteure in Sachen Familienpolitik an einen Tisch zu bringen. „München,
Stuttgart, Berlin und Hamburg sind in dieser Hinsicht sehr aktiv“, wie
auch Hoffstadt gegenüber Köln Nachrichten einräumte. Verbindliche
Beschlüsse tätigt das Gremium allerdings nicht. "Die Teilnahme ist
freiwillig, wir haben bewusst auf Formalien verzichtet", begründet
Hoffstadt den Ansatz, an dessen Konzeption im Jahr 2004 er maßgeblich
beteiligt war.
Zu den vier Themenbereichen der Workshop auf der heutigen Veranstaltung
gehörten neben der Rolle der Väter, Mehr-Generationen-Projekten und
einer betrieblich-unterstützten Kinderbetreuung auch das Thema
„Familienleben in der Interkulturalität“. Immerhin steigt der Anteil
von Kölnerinnen und Kölnern mit einem Zuwanderungshintergrund aufgrund
der noch immer höheren Geburtenrate in dieser Gruppe auch weiterhin an.
Nicht zuletzt dieses Thema wurde bereits in der Eröffnung des
Comedy-Quartetts „4 jewinnt“, bekannt aus Funk und Fernsehen, treffen
thematisiert. In ihrem Entree interpretierten die vier Comedians die
Werbekampagne „Du bist Deutschland!“. Der Aufforderung, wieder mehr in
die eigene Familie zu investieren, folge sogleich der Aufruf „Geh doch
einfach mal wieder in die Dönerbude“. Die Gäste kommentierten dies mit
einigen Lachern.


























