24. 05. 2012
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Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag
Allen Kampagnen und Unterstützungsaktionen zum Trotz gibt es auch in Deutschland weiterhin Handlungsbedarf in Sachen Gleichbehandlung bei HIV-Inifizierten. Darauf wies die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) am heutigen Mittwoch im Vorfeld des morgigen Welt-Aids-Tages hin. Die in Berlin ansässige Organisation wiederholte dabei ihre Forderungen nach einer Gleichbehandlung der an der Immunschwächekrankheit leidenden Menschen. Noch immer erhalten nicht alle Infizierten die notwendige Unterstützung bei dem ihnen zustehenden Menschenrecht auf bestmöglichen erreichbaren Gesundheitsschutz, erklärten die Verantwortlichen.
"Der Welt-Aids-Tag ist ein Tag der Solidarität mit Menschen, die von HIV betroffenen oder in besonderem Maße bedroht sind. Wir fordern die Verantwortlichen in Politik und Justiz dazu auf, sich nicht nur die Rote Schleife ans Revers zu stecken, sondern mit dem Anliegen dieses Tages ernst zu machen!", erklärte DAH-Vorstandsmitglied Carsten Schatz. In insgesamt vier Bereichen machten die Verantwortlichen ihre Kritik fest. So mangelt es inhaftierten AIDS-Kranken in den Haftanstalten weiterhin an kostenlosem, sauberen Spritzbesteck und dem Zugang zu Informationen, die ihnen bei der Bewältigung ihrer Drogensucht helfen können. Eine entsprechende Aufrüstung würde sich auch für den Staat rechnen, schließlich könnte sich damit die Zahl der Neuansteckungen von AIDS und Hepatitis deutlich reduzieren lassen, so die Verantwortlichen. Rund ein Drittel der Inhaftierten in Deutschland sitzt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz ein, HIV und Hepatitis sind in Gefängnissen weit verbreitet, hieß es dazu weiter.
In neun von 16 Bundesländern fehlen weiterhin so genannte Drogenkonsumräume, wo sich die Betroffenen unter hygienisch sauberen Bedingungen ihren Schuss setzen können. „Solche Räume retten nachweislich Leben, da im Notfall - zum Beispiel bei einer Überdosis oder einem Atemstillstand - medizinische Hilfe bereit steht“, so die Hilfsorganisation. Auch hier können die Betroffenen gut erreicht und dabei über die Risikofaktoren ihrer Sucht informiert werden. Grund für diese bisher fehlenden Hilfen sehen die Verantwortlichen in ideologischen Vorbehalten. Weitere Kritikpunkte sind der fehlende Zugang zu „lebens- und gesundheitserhaltenden HIV-Therapien“, beispielsweise bei Menschen ohne Papiere´. „Gesundheit und Leben dürfen nicht vom Aufenthaltsstatus abhängen“, lautet hier die Forderung. Auch das Strafrecht und seine Sanktionierung der Übertragung der weiterhin unheilbaren Virusübertragung müsse nachgebessert werden. Hier wird den HIV-Infizierten einseitig die Verantwortung zugeschrieben, eine unzullässige Kriminalisierung, so die Kritik der Deutschen AIDS-Hilfe.
Allerdings gebe es auch positive Nachrichten. "Wir freuen uns sehr, dass in Deutschland die Zahl der Neuinfektionszahlen in den letzten Jahren gesunken ist. Das ist ein Erfolg einer Prävention, die dazu ermutigt, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen“, erklärte Schatz weiter. Einen nicht unerheblichen Beitrag dazu leisten entsprechende Präventionskampagnen, die auch von der Berliner Organisation mitgetragen werden. Gerade aber der Zugang zu den entsprechenden Medikamenten stellt für viele AIDS-Kranke ein existenzgefährdendes Problem dar. Der Medikamenten-Mix, den HIV-Infizierte jeden Tag zu sich nehmen müssen, um halbwegs ohne Beschwerden am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, bedeutet für viele AIDS-Kranke eine enorme finanzielle Anstrengung. Trotz aller Erfolge in Deutschland müsse am Gedenktag auch daran erinnert werden, so der DAH abschließend.
Weitere Informationen zur Arbeit der Deutschen AIDS-Hilfe finden sie auch im Internet unter: www.aidshilfe.de.


























