24. 05. 2012
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Am Donnerstag versucht UNICEF den Neuanfang
Dort findet an diesem Tag eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt. Durch „ein tiefes Tal der Tränen“ müsse die Organisation gehen, hatte der Interimsvositzende Reinhard Schlagintweit gegenüber der Nachrichtenagentur ddp eingeräumt. Nach ersten Vorwürfen im November vergangenen Jahres und dem Rücktritt von UNICEF-Geschäftsführer Garlichs entzog das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) der Organisation im Februar auch noch das Spendensiegel. Überhöhte Provisionen und unklare Vereinbarungen mit professionellen Spendeneintreibern wurden dem Geschäftsführer vorgeworfen. Inzwischen ist der wirtschaftliche Schaden immens. Nach ddp-Informationen haben bereits 37.000 der ehemals 200.000 Fördermitglieder die Organisation verlassen. Außerdem gingen die Spenden in Folge der Krise um rund 20 Prozent zurück. Den finanziellen Schaden beziffert die Organisation inzwischen auf rund sieben Millionen Euro. Um weiteren Schaden abzuwenden, wird der derzeitige Vorstand sein Mandat komplett niederlegen. „Ein neu gewählter Vorstand soll das Signal für den Neuanfang setzen“, erklärte der Interimsvorsitzende in Köln. Damit wolle die Spitze der Hilfsorganisation offenbar dem starken Druck der Basis nachgeben, hieß es in dem Medienbericht. Oberstes Beschlussorgan der deutschen UNICEF-Sektion ist die Mitgliederversammlung, die aus rund 60 zum Teil prominenten Persönlichkeiten besteht. Aus seinen Reihen wird laut Satzung der neue Vorstand gewählt. Zu den Favoriten zählt unter anderem auch die Grünen-Politikerin Anne Lütkes. Die ehemalige Justizministerin von Schleswig-Holstein arbeitet derzeit als Rechtsanwältin und gilt als enge Vertraute des derzeitigen Interimsvorsitzenden. Vor ihrer Tätigkeit in Kiel war Lütkes Bürgermeisterin in Köln.


























