24. 05. 2012
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Breite Unterstützung für den Kampf gegen Rechtsextremismus
Die Bezirksschülervertretung und die Aktionsgemeinschaft „Schüler gegen
Rechts“ hatten in den Räumen der Gewerkschaft am Hans-Böckler-Platz zur
Pressekonferenz geladen, um ihr neues Plakat „2700 Köpfe gegen rechts“
vorzustellen.
Schirmherrin der Aktion, die mit insgesamt 1000 Plakaten und noch mehr
Flyern in den kommenden Tagen an die Kölner Schulen gehen will, ist
SPD-Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Auch das
NS-Dokumentationszentrum und ihr Leiter Dr. Werner Jung waren
vertreten. Seine Institution nimmt bei der Aktion der beiden
Jugendorganisationen die Rolle des Projektförderers ein, immerhin
unterstützt sein Haus die Aktion mit einem Zuschuss (aus dem Programm
des Bundesministerium für Frauen, Familien, Jugend und Senioren
„Lokaler Aktionsplan: Strategien gegen Rechts“) in Höhe von 1430 Euro.
„Rechtsextreme versuchen derzeit in ganz Nordrhein-Westfalen Fuß zu
fassen. Dabei gebähren sie sich als Wolf im Schafspelz“, erklärte die
14-jährige Berit, die zugleich auch die falschen Darstellungen der
Formation hinwies. “Während pro Köln auf ihrer Bürgeranhörung statt der
anwesenden 30 von 100 Teilnehmern berichtete, wurde die Teilnehmerzahl
unserer Protestaktion von 1800 auf 600 reduziert“, klärte die Schülerin
auf. Der 15-jährige Lukas, der als einer der ehrenamtlichen Helfer die
Schulen besuchten, berichtete von einer überwältigenden Unterstützung
der Schüler. „Nur eine Schülerin fand pro Köln gar nicht so schlecht
und wollte sich nicht fotografieren lassen“, berichtete der 15-Jährige.
Viel Zustimmung für die Basisarbeit
Das Ergebnis, das auch auf einem Großplakat am DGB-Haus zu sehen ist,
ist ein von den Jugendlichen gestaltetes Plakatmotiv, auf dem ein Teil
der insgesamt 2700 abgelichteten Kölner Schülerinnen und Schüler aller
Schulformen abgebildet sind. Vertreter der Jugendorganisationen hatten
im Rahmen ihres Vorhabens rund 30 Schulen in Köln besucht und neben der
eigentlichen Fotoaktion auch auf die Aktivitäten und Hintergründe der
so genannten „Bürgerbewegung pro Köln“ hinzuweisen. Diese hatten in der
Vergangenheit wiederholt Flyer mit ihren politischen Botschaften vor
den Schulen verteilt. „Pro Köln macht selbst vor Schulen nicht Halt mit
ihren Bauernfänger-Parolen. Die Zusammenarbeit hier macht Spaß und Mut.
Unser Ziel ist es, die Jugend stark zu machen“, erläuterte die
Bürgermeisterin ihre spontane Zusage, als Schirmherrin zur Verfügung zu
stehen. Auch von anderen Parteien kam spontane Unterstützung für das
Projekt. So nahmen an der heutigen Vorstellung unter anderem
CDU-Stadtrat Dr. Ralph Elster und der Vorsitzende der Fraktion Die
Linke Jörg Detjen teil.
Die Initiatoren besuchten dabei mit ihrer Fotoausrüstung und ihrem
Infomaterial die verschiedenen Kölner Schulen. Auch vonseiten der
Schulleiterinnen und –leiter fiel die Unterstützung zum überwiegenden
Teil positiv aus. Dabei kamen insgesamt 2700 Bilder zustande, die nun
auf den Postern zu sehen sind. Die Aktion soll auch eine Antwort auf
die jüngsten Ankündigungen der eigenen Aussagen zufolge
„rechtspopulistischen“ Formation sein. Die hatten für September in Köln
einen Anti-Islamisierungs-Kongress angekündigt. Kurzerhand erklärten
die beiden Jugendorganisationen den 6. September 2008 zum „Tag gegen
Rechts“ und rufen damit zur Gegendemo auf. „Das konnten und wollten wir
so nicht zulassen“, erläuterte Martin Schneider von der Initiative
„Schüler gegen Rechts“. „Lassen Sie uns zusammen gegen Rechtsextreme
zusammenarbeiten“, rief sein Kollege Lars Repp die anwesenden
Ratspolitiker auf.
Für die Geschäftsführerin der LandesschülerInnenvertretung NRW Sylvia
Strubelt hat die Aktion vor allem eine positive Folge. „Die
Schülerinnen und Schüler wurden für politische Fragen interessiert“, so
Strubelt. Allerdings weiß die Pädagogin auch, dass die Intoleranz
gegenüber Andersdenken und Menschen mit anderen kulturellen Wurzeln
generell zunimmt. Eine jüngst veröffentlichte Jugendstudie hatte genau
diesen Trend bestätigt. Doch es geht nicht nur um deutsche Jugendliche,
die anderen Jugendlichen aus anderen Ethnien skeptisch ja sogar
feindlich gegenüber stehen. Zunehmend gebe es auch Konflikte zwischen
den verschiedenen Ethnien. „Eine absurde Situation“, wie Strubelt
beschreibt. Mit ihrer Aktion haben die Jugendliche aber neben der
Entwicklung und Produktion des Plakats vor allem über die vermeintliche
Bürgerbewegung aufgeklärt. Gerade der plakative Name hatte bei den
letzten Kommunalwahlen viele Menschen über die wahren Hintergründe
getäuscht, wie Bürgermeisterin Scho einräumte. Und auch Barbara
Kirschbaum vom NS-Dokumentationszentrum, die als zuständige
Projektbetreuerin die Aktion intensiv begleitete war von der Aktion
sichtlich angetan. „Nicht das Ergebnis war hier das Wichtigste, sonder
der Weg“, lobte Kirschbaum abschließend.
Weitere Informationen zur Landesschülervertretung finden Sie im Internet auf: www.lsvnrw.de.


























