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24. 05. 2012
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Breite Unterstützung für den Kampf gegen Rechtsextremismus


24.01.2009 20:58 von:

Schlagwörter: Köln,Vereine,Initiative,Landesschülervertretung,Kampf,Rechtsextremismus,DGB,Soli

Die Bezirksschülervertretung und die Aktionsgemeinschaft „Schüler gegen Rechts“ hatten in den Räumen der Gewerkschaft am Hans-Böckler-Platz zur Pressekonferenz geladen, um ihr neues Plakat „2700 Köpfe gegen rechts“ vorzustellen. Schirmherrin der Aktion, die mit insgesamt 1000 Plakaten und noch mehr Flyern in den kommenden Tagen an die Kölner Schulen gehen will, ist SPD-Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Auch das NS-Dokumentationszentrum und ihr Leiter Dr. Werner Jung waren vertreten. Seine Institution nimmt bei der Aktion der beiden Jugendorganisationen die Rolle des Projektförderers ein, immerhin unterstützt sein Haus die Aktion mit einem Zuschuss (aus dem Programm des Bundesministerium für Frauen, Familien, Jugend und Senioren „Lokaler Aktionsplan: Strategien gegen Rechts“) in Höhe von 1430 Euro.

„Rechtsextreme versuchen derzeit in ganz Nordrhein-Westfalen Fuß zu fassen. Dabei gebähren sie sich als Wolf im Schafspelz“, erklärte die 14-jährige Berit, die zugleich auch die falschen Darstellungen der Formation hinwies. “Während pro Köln auf ihrer Bürgeranhörung statt der anwesenden 30 von 100 Teilnehmern berichtete, wurde die Teilnehmerzahl unserer Protestaktion von 1800 auf 600 reduziert“, klärte die Schülerin auf. Der 15-jährige Lukas, der als einer der ehrenamtlichen Helfer die Schulen besuchten, berichtete von einer überwältigenden Unterstützung der Schüler. „Nur eine Schülerin fand pro Köln gar nicht so schlecht und wollte sich nicht fotografieren lassen“, berichtete der 15-Jährige.

Viel Zustimmung für die Basisarbeit

Das Ergebnis, das auch auf einem Großplakat am DGB-Haus zu sehen ist, ist ein von den Jugendlichen gestaltetes Plakatmotiv, auf dem ein Teil der insgesamt 2700 abgelichteten Kölner Schülerinnen und Schüler aller Schulformen abgebildet sind. Vertreter der Jugendorganisationen hatten im Rahmen ihres Vorhabens rund 30 Schulen in Köln besucht und neben der eigentlichen Fotoaktion auch auf die Aktivitäten und Hintergründe der so genannten „Bürgerbewegung pro Köln“ hinzuweisen. Diese hatten in der Vergangenheit wiederholt Flyer mit ihren politischen Botschaften vor den Schulen verteilt. „Pro Köln macht selbst vor Schulen nicht Halt mit ihren Bauernfänger-Parolen. Die Zusammenarbeit hier macht Spaß und Mut. Unser Ziel ist es, die Jugend stark zu machen“, erläuterte die Bürgermeisterin ihre spontane Zusage, als Schirmherrin zur Verfügung zu stehen. Auch von anderen Parteien kam spontane Unterstützung für das Projekt. So nahmen an der heutigen Vorstellung unter anderem CDU-Stadtrat Dr. Ralph Elster und der Vorsitzende der Fraktion Die Linke Jörg Detjen teil.

Die Initiatoren besuchten dabei mit ihrer Fotoausrüstung und ihrem Infomaterial die verschiedenen Kölner Schulen. Auch vonseiten der Schulleiterinnen und –leiter fiel die Unterstützung zum überwiegenden Teil positiv aus. Dabei kamen insgesamt 2700 Bilder zustande, die nun auf den Postern zu sehen sind. Die Aktion soll auch eine Antwort auf die jüngsten Ankündigungen der eigenen Aussagen zufolge „rechtspopulistischen“ Formation sein. Die hatten für September in Köln einen Anti-Islamisierungs-Kongress angekündigt. Kurzerhand erklärten die beiden Jugendorganisationen den 6. September 2008 zum „Tag gegen Rechts“ und rufen damit zur Gegendemo auf. „Das konnten und wollten wir so nicht zulassen“, erläuterte Martin Schneider von der Initiative „Schüler gegen Rechts“. „Lassen Sie uns zusammen gegen Rechtsextreme zusammenarbeiten“, rief sein Kollege Lars Repp die anwesenden Ratspolitiker auf.

Für die Geschäftsführerin der LandesschülerInnenvertretung NRW Sylvia Strubelt hat die Aktion vor allem eine positive Folge. „Die Schülerinnen und Schüler wurden für politische Fragen interessiert“, so Strubelt. Allerdings weiß die Pädagogin auch, dass die Intoleranz gegenüber Andersdenken und Menschen mit anderen kulturellen Wurzeln generell zunimmt. Eine jüngst veröffentlichte Jugendstudie hatte genau diesen Trend bestätigt. Doch es geht nicht nur um deutsche Jugendliche, die anderen Jugendlichen aus anderen Ethnien skeptisch ja sogar feindlich gegenüber stehen. Zunehmend gebe es auch Konflikte zwischen den verschiedenen Ethnien. „Eine absurde Situation“, wie Strubelt beschreibt. Mit ihrer Aktion haben die Jugendliche aber neben der Entwicklung und Produktion des Plakats vor allem über die vermeintliche Bürgerbewegung aufgeklärt. Gerade der plakative Name hatte bei den letzten Kommunalwahlen viele Menschen über die wahren Hintergründe getäuscht, wie Bürgermeisterin Scho einräumte. Und auch Barbara Kirschbaum vom NS-Dokumentationszentrum, die als zuständige Projektbetreuerin die Aktion intensiv begleitete war von der Aktion sichtlich angetan. „Nicht das Ergebnis war hier das Wichtigste, sonder der Weg“, lobte Kirschbaum abschließend.

Weitere Informationen zur Landesschülervertretung finden Sie im Internet auf: www.lsvnrw.de.







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