24. 05. 2012
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Bürgerverein Zollstock feiert 100-jähriges Bestehen
Dabei fand das Fest an zwei Orten statt, genauer gesagt auf dem
Spielplatz Theophanoplatz und zentral auf dem Schulhof der städtischen
Grundschule am Rosenzweigweg. Rund zehn Info-Stände, Speis und Trank,
eine Riesen-Hüpfburg und die Spielgeräte auf dem Schulhof und dem
benachbarten Spielplatz am Rosenzweigweg, für Alt und Jung war etwas
dabei. Und die Zollstocker nahmen die Veranstaltung ihres Bürgervereins
dankbar an.
Dabei nutzten die Organisatoren, die selbstverständlich auch einen
Info-Stand auf dem Schulhof aufgebaut haben, das Jubiläumsfest auch zur
Werbung in eigener Sache. Vorstandsmitglied Gustav Schmidt, seit dem 1.
Mai 1956 Mitglied im Bürgerverein, konnte von den zehn neuen
Mitgliedern, die am Jubiläumstag den Antrag unterschrieben, alleine
acht überzeugen. Der 78-Jährige habe von den inzwischen mehr als 52
Jahren im Bürgerverein „keine einzige Sekunde bereut“, wie er gegenüber
Köln Nachrichten bestätigte. Sein Vorstandskollege Steimel,
Erster Vorsitzender des Stadtteilvereins, hofft, schon bald die Marke
von 800 Mitgliedern erreichen zu können. „Zurzeit haben wir rund 760“,
so Steimel. Erst vor wenigen Monaten hatte der Verein die Patenschaft
für den benachbarten Spielplatz am Theophanoplatz übernommen. Einmal
pro Woche wird dort sauber gemacht. Leider, so bedauert
Vorstandsmitglied Schmitz, schmeißen selbst Eltern, die eigentlich
Vorbild sein sollten, achtlos den Müll weg.
Neben der Patenschaft gibt es aber noch jede Menge anderer Aktivitäten
des Bürgervereins. Seit 30 Jahren sammeln die Mitglieder Bilder aus
historischer Zeit, veranstaltet diverse Treffs im Rahmen des
Seniorennetzwerks und wird zum runden Jubiläum mit rund 200
Mitstreiterinnen und Mitstreitern am 20. Juli eine Rheinschiffahrt auf
der MS Rheinland nach Königswinter unternehmen. "Es sind noch Plätze
frei", wie Steimel verriet. Der bekannte Pathologe Marc Beneke wird dem
Verein ebenso seine Aufwartung machen wie der Kölner Trompeter Bruce
Kapusta. Der bläst am 22. Dezember zum Weihnachtskonzert und damit zum
Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten.
Überschüsse gehen an Zollstocker Grundschulen
Die Erlöse aus dem Verkauf von Speisen und Getränke sowie mit
Unterstützung von Sponsoren soll der erwartete Überschuss der
Jubiläumsveranstaltung an die beiden Zollstocker Grundschulen gehen.
Während die Schule am Rosenzweigweg derzeit neue Schuluniformen
einführen will, benötigt die zweite Grundschule im Stadtteil, die in
der Bernkasteler Straße, noch Bücher für die schuleigene Bibliothek.
Letztere Schule kann die Zuwendungen des Bürgervereins aber auch gut
als Essenszuschuss für den Ganztagsbetrieb gebrauchen. Zu den
Attraktionen gehörten unter anderem der ehemalige FC-Profi Dirk
Lottner, der zu einer Autogrammstunde eintraf. Den krönenden Abschluss
machte der Kölner Kabarettist und bekennende Zollstocker Jürgen Becker
(bekannt aus Mitternachtsspitzen). Seine Schilderungen über die
Geschichte des Stadtteils, seine persönlichen Erfahrungen im Veedel und
ein paar Anekdoten zur wirtschaftlichen Bedeutung der „Weltstadt
Zollstock“ wurden vom Publikum mehrfach mit Applaus bedacht.
Trotz der guten Stimmung hatte Vereinsvorstand Steimel allerdings auch
zwei Kritikpunkte. Die bezogen sich jedoch weniger auf die Situation
des Bürgervereins, sondern hat mehr mit der Kommunalpolitik zu tun. So stößt die
neue Streckenführung der Stadtbahnlinie 12, die seit der Umstellung auf
Niederflurbetrieb nicht mehr direkt an den Hauptbahnhof heranfährt,
sondern nun über die Ringe geleitet wird. „Die Hälfte aller
Mitreisenden steigt spätestens am Barbarossaplatz aus. Viele Ältere
fahren nun nicht mehr so häufig in die Stadt, weil sie schlicht Angst
haben“, so Steimel. Auch die geplante Verengung der Bonner Straße
findet bei den Zollstockern keinen Beifall. Es sei absehbar, dass ein
Teil des Autoverkehrs von der Bonner Straße auf die parallel dazu
führende Vorgebirgsstraße geleitet werde. „Auf der Bonner Straße stört
der Verkehr Geschäfte und ein paar Wohnungen, auf der Vorgebirgsstraße
stört der Verkehr aber nur Anwohner“, erläuterte Steimel seine Kritik.
Auch an den Info-Ständen war eine Menge los. So berichtet Angelika Pörner
vom 1. Kölner Schwimmverein e.V. von mindestens 150 Kontakten. Fast noch
wichtiger war ihr jedoch, dass man auf dem Schulhof erstmals konkret
über eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein beim
Nachwuchsschwimmsport gesprochen habe. Beim Offenen Ganztag sei man
bereits länger „in einem Boot“, so Pörner abschließend.


























