24. 05. 2012
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Bundeszentrale stellt neue AIDS-Aufklärungskampagne vor
v.l.n.r.: Prof. Dr. Elisabeth Pott, WAT-Botschafter Ernst, Moderator Ralph Erdenberger, WAT-Botschafterin Zübeyde, WAT-Botschafter Marcel, Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr.
„Positiv zusammen leben. Aber sicher!", so lautet der Titel einer neuen Aufklärungskampagne, mit der Politik und Betroffene auf das Schicksal von Menschen aufmerksam machen will, die an der Immunschwächekrankheit AIDS leiden. Ziel der Kampagne ist es, für mehr Respekt und Toleranz gegenüber den Betroffenen zu werben. Zwar ist bereits lange bekannt, dass das Risiko einer AIDS-Erkrankung keineswegs nur auf bestimmte Zielgruppen beschränkt ist, aber noch immer halten sich hartnäckige Vorurteile in weiten Teilen der Gesellschaft, die eine Fortsetzung der Aufklärungsbemühungen notwendig machen.
Im Mittelpunkt der Anzeigen- und Plakatserie stehen HIV-positive Menschen, die offen über ihre Erfahrungen mit der HIV-Infektion berichten. Mit Fragen wie „HIV-positiv und Mutter sein?“ oder „HIV-positiv und Arbeiten?“ stellen sie sich auf Plakaten sowie in einem Kino- und TV-Spot der öffentlichen Diskussion. Ziel dieser europaweit einzigartigen nationalen Kampagne ist es, Stigmatisierung und Diskriminierung abzubauen und HIV/AIDS innerhalb unserer Gesellschaft zum Thema zu machen. „Eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Aidsprävention war und ist ein offener und diskriminierungsfreier Umgang mit HIV-infizierten und an AIDS erkrankten Menschen. Auch deshalb hat Deutschland eine der niedrigsten Neuinfektionsraten Europas. Sie wird auf rund 3.000 Neuinfektionen geschätzt“, erklärte Bundesgesundheitsminister Bahr anlässlich des Kampagnenstarts.
Gelebte Solidarität ist auch Jahrzehnte nach seiner Entdeckung und trotz intensiver öffentlicher Diskussionen weiterhin alles andere als selbstverständlich, wie nicht nur die Betroffenen wissen. Folgerichtig gibt es nach wie vor enorme Hemmschwellen seitens der Betroffenen, das Thema offensiv anzugehen und offen darüber zu sprechen, wie die Direktorin der BZgA, Prof. Elisabeth Pott, weiß. „Mit unserer Kampagne wollen wir Offenheit und Solidarität in der Gesellschaft fördern und Betroffenen Mut machen, ihre Infektion zu thematisieren. Ganz herzlich danke ich daher unseren Bot-schafterinnen und Botschaftern, die eindrucksvoll von ihren alltäglichen Erfahrungen berichten und so dazu beitragen, dass die Menschen in Deutschland verantwortungsvoll mit dem Thema HIV/AIDS umgehen“, so Pott weiter.
Auch wenn sich die Situation in Deutschland im Vergleich zu vielen anderen Ländern dieser Welt noch vergleichsweise günstig darstellt, sind die Zahlen doch erschreckend. Derzeit leben in der Bundesrepublik rund 70.000 Menschen mit dem HIV-Virus. Nach Schätzungen der Deutschen AIDS-Hilfe gehen rund zwei Drittel der Betroffenen weiterhin ihrem Beruf nach. „Am Arbeitsplatz ist die Angst Betroffener vor Mobbing oder dem Karriereknick besonders groß. Unternehmensleitlinien für den Umgang mit HIV-Positiven wären ein Schlüssel zum respektvollen Umgang miteinander und ein Beitrag zur wirksamen Prävention von Diskriminierung und Stigmatisierung“, erläuterte Carsten Schatz vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe. „Noch problematischer wird es, wenn eine HIV-Infektion darüber hinaus zu materieller Bedürftigkeit führt. Das passiert schnell, wenn betroffene Menschen nicht mehr arbeiten können und nur kleine Renten erhalten“, ergänzt Dr. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen AIDS-Stiftung.
25.000 Plakate werden im Rahmen der bundesweiten Kampagne verteilt, dazu kommen eine ungenannte Zahl von Flyern und Postkarten, die ebenfalls auf die Thematik aufmerksam machen wollen. Unterstützt wird die Kampagne vom Verband der privaten Krankenversicherungen PKV und dem Fachverband Außenwerbung. Auf einem speziell eingerichteten Forum im Internet sollen Betroffene und Bürger in einen Dialog treten, so ein weiteres Ziel der Initiatoren. Auch in diesem Jahr findet am 1. Dezember wieder der Welt-AIDS-Tag statt. Die Initiatoren hoffen jedoch, dass auch an den anderen 364 Tagen des Jahres das Thema nicht aus dem Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerät. Träger der Kampagne ist das Bundesministeriums für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die deutsche AIDS-Hilfe sowie die Deutsche AIDS-Stiftung.
Informationen zur Kampagne sowie weitere Hintergründe zum HIV-Virus und den Aktivitäten der staatlichen und nicht-staatlichen Akteure finden sie auch im Internet unter: www.welt-aids-tag.de.


























