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24. 05. 2012
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Der neue Bus lässt auf sich warten


07.12.2009 14:27 von:

Schlagwörter: Köln,Hauptbahnhof,Boje,Bredehorst,Neven Dumont,Auf Achse,Prävention,Kondome,Spra

(js) Die "Hauptperson", die gefeiert werden sollte, fehlte: Sie stand mit Getriebeschaden in der Werkstatt. So muss der alte BOJE-Bus wohl noch ein paar Tage seine Dienste am Kölner Hauptbahnhof tun. Seit 16 Jahren steht er dort und bietet "Beratung und Orientierung für Jugendliche und junge Erwachsene" (BOJE). Sein Nachfolger konnte mit Hilfe der Aktion "Wir helfen" gekauft werden, die dafür 8000 Euro zur Verfügung stellt. Immerhin konnten deren Vorsitzende Hedwig Neven DuMont und Sozialdezernentin Marlis Bredehorst am Montag in der Alten Feuerwache den Schenkungsvertrag unterzeichnen.

BOJE ist ein Gemeinschaftsprojekt der gemeinnützigen GmbH "Auf Achse" und des Kölner Gesundheitsamtes. Das niedrigschwellige Angebot hilft Jugendlichen und junge Erwachsenen bis 17 Jahren, die kein Zuhause haben, drogenabhängig sind oder andere Probleme haben, bei sozialen, gesundheitlichen und rechtlichen Problemen. Ein Schwerpunkt ist die medizinische Prävention, so können Spritzen umgetauscht werden und es gibt kostenlose Kondome. Zweimal in der Woche kommt der mobile medizinische Dienst des Gesundheitsamtes mit Arzt und Krankenschwester. Außerdem werden Speisen und Getränke verteilt. In den 18 Jahren seines Bestehens wurde dieses Angebot von rund 5000 Jugendlichen angenommen, die es auf insgesamt 100.000 Besuche brachten. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es 327 Menschen, darunter 71 Minderjährige, 46 konnten in das Hilfesystem vermittelt werden.

Als hilfreich hat sich dabei der Bus erwiesen, der von Montag bis Freitag am Breslauer Platz steht. Er bietet Anonymität und Gemütlichkeit. Allerdings war der jetzige, so BOJE-Mitarbeiterin Anja Köster, inzwischen rostig geworden, die Fensterabdichtungen porös. Es regnete herein und im Winter musste im Bus gestreut werden, weil die Pfützen gefroren. Nach seiner endgültigen Ausmusterung wird er der Kölner Hilfsorganisation "Jack in the box" übergeben, die sich vor allem um berufliche Eingliederung kümmert. Der neue Bus wurde von Haus Freudenberg in Kleve umgerüstet, einer Werkstatt, in der behinderte und nicht-behinderte Menschen zusammenarbeiten. Zwei Künstler von "CASAnova", einer Interessenvertretung Kölner Sprayer, sorgten für das charakteristische Aussehen.

BOJE ist eines von mehreren Projekten, die rund um den Kölner Hauptbahnhof Menschen im sozialen Abseits helfen, wie sie sich gerne an Bahnhöfen aufhalten, so Bredehorst. Während viele andere Städte diese "Störungen" durch Polizei oder klassische Musik vertreiben, biete Köln ihnen rund um den Bahnhof vielerlei Hilfe, erklärte die Dezernentin die hiesige Politik. Außerdem gebe es einen Arbeitskreis "Dom und Hauptbahnhof", in dem Stadt, Polizei und Hilfsorganisationen zusammenarbeiten. Wenn es doch einmal zu "Belästigungen" komme, werde zunächst ein Sozialdienst und dann erst die Polizei gerufen.







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