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24. 05. 2012
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Ehrenamt braucht Anerkennung und Versicherung


25.01.2009 05:57 von:

Schlagwörter: Köln,Ehrenamt,Versicherung,Landesnachweis,Anerkennung,Freiwilligenagentur,Bürger

„Die Freiwilligen brauchen einen Rahmen, damit sie zufrieden sind. Das ist im Alltag gar nicht so im Blick“, erklärte die Geschäftsführerin der Kölner Freiwilligenagentur Ulla Eberhard bei ihren Begrüßungsworten. Auch der erste Vorsitzende des Veranstalters Kölner Bürger-Stiftung Dr. Ludwig Arentz sowie der stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Soziales und Senioren Ossi Helling wünschten der Veranstaltung und überhaupt dem Ehrenamt viel Erfolg. Vor fast zehn Jahren begann die Debatte um das Ehrenamt in Köln und nach einem Grundsatzbeschluss des Rates, der von SPD, CDU und den Grünen eingebracht wurde, hat sich viel getan, wie Ratsherr Helling aus eigener Erfahrung weiß. So habe das Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement inzwischen neben einem Weiterbildungskatalog, einer durchgehenden Finanzierungshilfe und dem erfolgreich gestarteten Unternehmensprojekt „Unternehmen Engagiert“ inzwischen auch Leitsätze zum Umgang mit dem Ehrenamt erarbeitet, wie Sozialexperte Helling betonte.

Köln genießt guten Ruf in Sachen Ehrenamt


„Köln verfügt über eine breit gefächerte und engagierte Bürgerschaft“, lobte die Leiterin des Referates Bürgerschaftliches Engagement im NRW-Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration Ulrike Sommer die Leistungen der Ehrenamtler in der Domstadt. Als zuständige Ansprechpartnerin schaut die im Ruhrgebiet lebende Ehrenamtsexpertin mit „großer Sympathie“ auf das Treiben der Netzwerke im Rheinland. „Köln ist Hochburg in Nordrhein-Westfalen“, so Sommer weiter. Doch auch die städtische Verwaltung habe mit der Schaffung geeigneter Institutionen wie der Kommunalstelle zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements (FABE) einen passenden Rahmen geschaffen, innerhalb dessen das Ehrenamt gedeihen kann. Allerdings wehre sich die Ministerialbeamtin aus dem Ministerium Armin Laschets gegen den Vorwurf, das Ehrenamt sei der „Reparaturbetrieb“ der Politik. Vielmehr habe die Landesregierung selbst mit der Einrichtung ihres Referats im Mai vergangenen Jahres das Ehrenamt bzw. die Förderung ehrenamtlichen Engagements als Querschnittsaufgabe erkannt und anerkannt. Nun gehe es darum, wie das Land NRW die vielfältigen Tätigkeiten ehrenamtlich Aktiver in den Kommunen fördern könne.

Strauß an Instrumenten vorgestellt

Im Mittelpunkt der Betrachtungen stand dabei von Anfang an das Instrument des so genannten Landesnachweises. Obwohl bereits vor Jahren eingeführt, haben bislang erst 89 Institutionen überhaupt eine Akkreditierung bei ihrem Referat beantragt. Der Landesnachweis spielt jedoch in den Überlegungen, wie man zu einer Anerkennungskultur im Land kommen könne, eine zentrale Rolle. Immerhin stehen neben der Beschreibung der jeweiligen Tätigkeiten des Ehrenamtlers auch Schlüsselkompetenzen wie Zuverlässigkeit, Führungs- oder Projektmanagementkompetenz, ja sogar juristisches und betriebswirtschaftliches Fachwissen in einem solchen Zeugnis. In vielen Personalabteilungen von Unternehmen spielen solcherart erworbene Kompetenzen eine immer größer werdende Rolle, warb Sommer weiter. Sie weiß allerdings auch, dass die Ausstellung entsprechender Nachweise, die ein Träger nach unkomplizierter Akkreditierung ausfüllen kann, zunächst einmal viel Arbeit für die entsprechenden Organisationen und Initiativen bedeutet.

Zwar führe das Land selbst keinen Nachweis, wie viele Ehrenamtler inzwischen einen solchen Landesnachweis erworben haben. „Wir wollten das Angebot so niederschwellig und unbürokratisch wie möglich gestalten. Aber wir sind selbst nicht ganz glücklich darüber, dass wir gar nicht wissen, wie viele den Nachweis schon erhalten haben“, führte Sommer weiter aus. Einige der rund 80 Teilnehmer dieses Info-Nachmittags zweifelten sogar an, ob man für die Ausübung eines Ehrenamtes überhaupt einen Nachweis führen müsse. „Das ist ja das Tolle am Landesnachweis. Es besteht kein Zwang, solche Nachweise auszustellen“, konterte Sommer.

Zu den weiteren Instrumenten der Landesregierung zur Förderung des Ehrenamtes und der Etablierung ehrenamtlicher Netzwerke zählte das Modellprojekt aus den Jahren 1999 bis 2003. Damals wurden landesweit rund 20 Freiwilligenagenturen mit Landeszuschüssen in ihrer Startphase unterstützt. Wegen zwischenzeitlicher Haushaltsengpässe wurde die Förderung nach der Startphase jedoch wieder eingestellt. Inzwischen trägt das Land zumindest einen Teil der Stellenfinanzierung der Landeskoordinierungsstelle bei. Überdies sind die ehrenamtlich Aktiven seit dem Jahr 2004 über das Land unfall- und haftpflichtversichert. „Wir wollten damit Lücken im Versicherungsschutz schließen, damit dem Ehrenamtler bei Ausübung seiner freiwilligen Tätigkeiten keinerlei Nachteile entstehen“, begründete Sommer diesen Ansatz. Mit einem 2005 initiierten und im vergangenen Jahr wiederholten Wettbewerb engagierter Unternehmen wurden zudem auch auf dem Gebiet „Unternehmensengagement“ im Dezember vergangenen Jahres insgesamt 17 Auszeichnungen vergeben. Sommer zeigte sich wenig verwundert, dass gleich drei der 17 Ehrungen an Kölner Unternehmen ausgesprochen wurden. Der Nutzen des Ehrenamtes liegt dabei auf beiden Seiten. „Bürgerschaftliches Engagement ist ein Gewinn für die gesamte Gesellschaft“, fasste Sommer ihre Erfahrungen zusammen.

Weitere Informationen zum Ehrenamt und insbesondere dem Landesnachweis und des Verfahrens zur Akkreditierung finden Sie auf den Internetseiten des Ministeriums unter: www.mgffi.nrw.de/buergerschaft-engagement/index.php.







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