24. 05. 2012
Seite drucken
FC Viktoria scheitert vor Landgericht
Der FC Viktoria Köln ist mit seinem Versuch, auf dem Wege einer einstweiligen Verfügung vor dem Kölner Landgericht, doch noch die Aufnahme in den regulären Amateur-Spielbetrieb aufgenommen zu werden, endgültig gescheitert. "Der Traditionsverein durchlebt Tiefpunkt seiner 100-jährigen Geschichte angekommen", titelten die Verantwortlichen in ihrer am heutigen Freitagnachmittag veröffentlichten Presseerklärung. Der Verein war zuvor vom Fußballverband Mittelrhein von der Teilnahme an der kommenden Landesliga-Saison ausgeschlossen worden. Auch der Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz vor dem Kölner Landgericht scheiterte. Man wolle sich nun auf die Jugend konzentrieren, hieß es dazu weiter.
Am 22. Juni dieses Jahres um 20:10 Uhr wurde der FC Viktoria Köln 1904 e.V. formal gegründet und sollte die sportliche Nachfolge des alten Vereins SCB Viktoria Köln antreten. Eine "neue Viktoria" sollte entstehen, verkündeten die Mitglieder des neuen Vereinsvorstandes. Zugleich stand mit Franz-Josef Wernze ein zahlungskräftiger Sponsor bereit, der dem Verein nach langen Jahren des sportlichen und finanziellen Abstiegs neues Leben einhauchen sollte. Wernze wurde Vorsitzender des Aufsichtsrates. Sogar ein erstes sportliches Highlight zauberte man in Köln zusammen. In der Saisonvorbereitung des FC veranstaltete der Inhaber einer erfolgreichen Steuerberater- und Wirtschaftsprüferkanzlei den ersten ETL-DOM-Cup. Mit dabei, Fenerbahce Istanbul, der RSC Anderlecht und der AZ Alkmaar. Auch an den Sportpark Höhenberg hatte man gedacht, als die Verantwortlichen Mitte Juli zur Pressekonferenz einluden (Köln Nachrichten berichtete). Doch der Fußballverband Mittelrhein lehnte es ab, dem Verein die Zulassung zur Landesliga zu gewähren, die sich der "alte" Verein im vergangenen Jahr erkämpft hatte. Zwar liegt noch ein direkter Einspruch gegen die Entscheidung des Landgerichts vor. Auf den Saisonstart der neuen Landesliga wird das aber keinen Einfluss mehr haben. "Wir alle, die dem Verein nahe stehen, ob Mitarbeiter, Fans, Freunde und Förderer von Viktoria Köln haben bis zuletzt gekämpft, leider erfolglos. Das ist sicherlich der traurigste Tag in der gesamten über 100 Jahre dauernden Geschichte von Viktoria Köln und seinen Vorgängervereinen", erkärte Viktoria-Präsident Dr. Tobias Kollmann nach der Entscheidung. Auf einen Start in der untersten Spielklasse, der Kreisliga D, werde man verzichten, "nicht durchführbar", hieß es weiter.
Der Verlust der Zulassung hat auch Auswirkungen auf Dritte, in diesem Fall besonders dem Betreiber der Spielstätte, der stadteigenen Kölner Sportstätten GmbH. Wie die Kölnische Rundschau bereits Mitte der Woche berichtete, droht dem städtischen Tochterunternehmen ein finanzieller Ausfall. So soll der Aufwand des Sportparks einen niedrigen sechsstelligen Betrag ausmachen, allerdings zu großen Teilen auf Abschreibungen beruhend. Die fällige Stadionmiete wurde aber schon in der Vergangenheit mit Dienstleistungen des Vereins teilweise verrechnet, berichtete das Blatt weiter unter Berufung auf den Chef der Sportstätten GmbH, Hans Rütten. Der Verein will sich nun auf die Jugendarbeit konzentrieren. Der Vereinsvorstand kündigte zudem an, weiter im Amt zu bleiben. : "Wir müssen uns der Situation und dieser Herausforderung stellen, egal wie schmerzhaft es ist", erklärte Präsident Kollmann abschließend.
<p<<b>Linktipp:
Folgender Artikel könnte sie auch interessieren:
12. Juli 2010: Gesellschaft/2010/Juli/12072010_Viktoria_gr.JPG


























