24. 05. 2012
Seite drucken
Kindernnöte und GAG holen die Kunst ins "Veedel"
Erster Termin war am gestrigen Donnerstagnachmittag auf dem Platz vor
dem Familienzentrum Paul-Löbe Weg im Kölner Stadtteil Seeberg.
Der in Köln-Chorweiler ansässige Verein Kindernöte e.V., gegründet im
Jahr 1996 und ausschließlich in den beiden Kölner Stadtbezirken
Chorweiler und Ehrenfeld aktiv, will mit dem neuen Angebot den Kindern
des Stadtviertels ein neues Spiel- und Freizeitangebot unterbreiten.
Künstler Ira Marom hatte anlässlich des Kunstforums Kölns den
GAG-Vorstand Günther Ott zunächst kennen gelernt und von dann schnell
von seinem kunstpädagogischen Konzept überzeugen können. Dass die
Vermittlung des hohen Kunsthandwerks durchaus auch pädagogisch wertvoll
sein kann, zeigte der gestrige Nachmittag. Und so waren einige der
Kinder aus der Stadtteilgruppe bereits drei Stunden begeistert bei der
Sache, wie Betreuerin Anna Nolden von Kindernnöte bestätigte. Zusammen
mit dem Kölner Wohnungsunternehmen hatte man zuvor entsprechende
Bedarfe in den einzelnen Stadtteilen festgestellt. In Seeberg verfügt
die GAG über einen Bestand von rund 600 Wohnungen, „nahezu alle im
Bereich des sozial geförderten Wohnungsbaus“, wie GAG-Sozialmanagerin
Müller erklärte.
Ein Teller mit dem eigenen Gesicht
In einem speziell zu diesem Zweck entworfenen Verfahren werden zuvor
aufgenommene Fotoaufnahmen mithilfe eines Spezialdruckers zunächst auf
eine Art Folie gedruckt. Anschließend werden die Bilder auf den
speziell dafür angerührten Ton aufgetragen. Da die Bilder im Drucker
nicht vollständig fixiert wurden, überträgt sich der Ausdruck auf die
Tonplatte. Die wird anschließend auf einem Plastikgitternetz zum
Trocknen ausgelegt und abschließend mit Haarspray fixiert. Nolden und
Martina Müller vom örtlichen Sozialmanagement der GAG zeigten sich
erfreut über den Eifer der Kinder. Auch der Künstler selbst half, wo
immer er konnte. Und so kamen am Ende Tonscheiben mit dem Abdruck des
eigenen Bildes in einer Stückzahl von rund 30 zusammen. Die Kinder
dürften diese Tonscheiben dann mit nach Hause nehmen.
Die Veranstaltung wird nach derzeitigem Planungsstand noch einmal nach
Seeberg zurückkehren. Am Donnerstag der letzten Ferienwoche wird der
Künstler mit seinem Equipment auf den Platz vor dem Familienzentrum
zurückkehren. Auch wenn dann noch Ferien sind und nicht alle Kinder,
die sonst immer zu den 90-minütigen Treffen in den Paul-Löbe-Weg
kommen, tatsächlich auch dabei sind. Für Müller und Nolden steht schon
jetzt fest: Die Aktion ist trotz der geringen Teilnehmerzahl ein voller
Erfolg. „Viele der Kinder hatten vorher keine Erfahrung im Umgang mit
solchen Materialien“, erläutert Nolden. Auch wenn in der letzten
Ferienwoche die übliche Gruppenstärke nicht erreicht werden sollte.
„Viele Kinder stammen aus türkischen Familien, die häufig ihre Ferien
komplett in der Türkei verleben“, begründet Nolden. An der
Zusammenarbeit zwischen Verein und Wohnungsunternehmen wolle man in
jedem Falle festhalten. „Es ist nur noch nicht klar, mit welchem
konkreten Projekt“, ergänzte Müller abschließend.


























