24. 05. 2012
Seite drucken
Köln-Humboldt-Gremberg: ESG Taunusstraße ist jetzt ein Verein
Die Taunusstraße im Kölner Stadtteil Humboldt-Gremberg ist eine typische Hauptstraße in einem Vorort. Geschäfte, Wohnhäuser, die Kneipe auf der Ecke, ein Spielplatz und viele Einzelhändler säumen die rund mehr als 500 Meter lange Hauptstraße. Bei der gestrigen Durchfahrt vielen die zahlreichen Leerstände auf, auch die Eisenbahnunterführung ist nicht gerade ein Paradebeispiel städtischer Wohlfühlräume und doch sind die Anwohner und Anlieger fest entschlossen, daran etwas zu ändern. Seit dem gestrigen Dienstagabend haben 13 Mitglieder in einem Gründungsakt die erste Eigentümer-Standort-Gemeinschaft in Köln gegründet. Der Verein will sich zum Ziel setzen, neben der allgemeinen Interessenvertretung der Immobilieneigentümer auch flankierende Maßnahmen in Angriff zu nehmen. In einem ersten Schritt ist an eine Begrünung der Straße gedacht, für anstehende Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahme ist überdies eine enge Kooperation mit der Sparkasse KölnBonn vereinbart. Ein Berater hatte sich sogar als Kassenprüfer des neuen Vereins zur Wahl gestellt.
Rund 280 Wohnungseigentümer hatte die Stadt in dem Quartier Taunusstraße (inklusive der angrenzenden Seitenstraßen) angeschrieben. Auch wenn die Zahl von 13 Anwesenden auf den ersten Blick etwas gering erscheint, zeigte sich Versammlungsleiter Julius Knappertsbusch positiv überrascht über die gute Resonanz. Im anschließenden Wahlgang wurden der ehemalige Versicherungskaufmann Hans Petry zum Vorsitzenden und der angestellte Rechtsanwalt einer vor Ort tätigen Immobilienfirma, Stefan Schlotters, einstimmig zu seinem Stellvertreter gewählt. Kassierer des Vereins ist der Hausbesitzer Alpaslan Öztoprak, Schriftführer Dominik Roenneke. Außerdem wurden von der Mitgliederversammlung drei Beisitzer zur Unterstützung der Vorstandsarbeit gewählt, darunter auch Maria Milde, Inhaberin des Taunus-Grills und so etwas wie die "gute Seele" im Viertel. In einem separaten Wahlgang gaben sich die Mitglieder zugleich eine Beitragsordnung. Hausbesitzer zahlen einen Jahresbeitrag von 100, Wohnungseigentümer 50 und Mieter und Unterstützer 20 Euro pro Jahr. Nun wollen die Vereinsverantwortlichen Werbung für die gute Sache im Viertel machen und weitere Anlieger und Immobilieneigentümer für den Verein gewinnen. Auch auf Landeszuschüsse darf der Verein hoffen, die Höhe dieser Zuschüsse steht allerdings noch nicht fest. Vonseiten der Stadt wird der neue Verein von einer Mitarbeiterin betreut, eine feste Stelle ist indes nur für die gewerblichen Immobilien-Standort-Gemeinschaften vorgesehen.
Die ESG Taunusstraße ist eines von drei wohnungsorientierten Modellprojekten in Nordrhein-Westfalen, wie Bernhard Faller vom Beratungsinstitut Quaestio Forschung & Beratung aus Bonn zu berichten weiß. Das größte Projekt sitzt dabei in Wuppertal und umfasst mehr als 2000 Wohnungs- und Immobilieneigentümer. Dort haben sich die Initiatoren ein besonders ehrgeiziges Ziel gesetzt. Sie wollen eine eigene Wohnungsgenossenschaft in ihrem Stadtquartier ins Leben rufen. Das dritte Modellprojekt befindet sich in Dortmund. Im Gegensatz zu gewerblich orientierten Standortgemeinschaften (in Köln sind die Initiativen in Kalk und auf den Ringen am weitesten) beruht die Mitgliedschaft auf freiwilliger Basis. Vereinschef Petry brachte das übergeordnete Ziel der neuen ESG auf den Punkt: "Wir wollen, dass die Taunusstraße wieder für Investoren und die Anwohner attraktiv wird". Angesichts der zu beobachtenden Leerstände wird die Aufgabe nicht die leichteste sein.
weitere Informationen zum Verein finden Sie auf der neu gestalteten Vereinsseite im Internet unter: www.esg-taunusstrasse.de.


























