24. 05. 2012
Seite drucken
Köln: Katholikenausschuss will auch 2008 Lobby für Schwache sein
Oberbürgermeister Fritz Schramma, Domdechant Prälat Johannes Bastgen
und die Vorsitzende des Katholikenausschusses in Köln Hannelore
Bartscherer begrüßten bei der Veranstaltung im Domforum rund 230 Gäste,
darunter zahlreiche Vertreter aus Bundes- und Landtag sowie andere
lokale Prominenz.
Kölns Stadtoberhaupt dankte in seiner Rede den Mitgliedern des
Katholikenausschuss für ihr engagiertes Arbeiten in Köln. Besonders hob
Schramma dabei die Bemühungen des katholischen Gremiums in Sachen
Integrationsarbeit hervor. „Farbe bekennen! Gemeinsam sind wir Köln.“
heißt ein PIN-Spruch, der von Ihnen entworfen und verteilt wurde und
der sich gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus,
Gewalt, Ablehnung der Glaubensfreiheit und Ausgrenzung ausspricht“,
lobte Schramma die anwesenden Ausschussmitglieder. Vor dem Hintergrund
zunehmender Vielfalt in der Kölner Stadtgesellschaft sei beständiges
Wirken mit dem Ziel eines friedlichen Zusammenlebens lebensnotwendig
für Köln.
Kölner Friedensverpflichtung machte Köln zum Vorreiter in Deutschland
So nannte Schramma beispielhaft die Kölner Friedensverpflichtung als
wichtigen Meilenstein. Er selbst habe sich dieser Sache angenommen und
die Schirmherrschaft übernommen, nachdem Kölner Vertreter der drei
großen Weltreligionen am 29. Oktober 2006 im Historischen Rathaus
zusammenkamen, um sich und ihre Kultur gegenseitig näher zu bringen.
„Nicht zuletzt dank der Initiative des Katholikenausschusses war Köln
damit die erste Stadt in Nordrhein Westfalen, die dieses bundesweite
Projekt aufgegriffen hat. Und es war das erste Mal, dass sich die drei
großen Religionen in Köln gemeinsam öffentlich zu Wort gemeldet und
eindeutig erklärt haben, mit ihrer ganzen Kraft dazu beizutragen, „dass
Hass und Gewalt überwunden werden und Menschen in unserer Stadt Köln
und überall auf der Welt in Frieden, Sicherheit, Gerechtigkeit und
Freiheit leben können“, erklärte Schramma weiter.
Ziele und Aufgaben in 2008
Für den Katholikenausschuss benannte dessen Vorsitzende Hannelore
Bartscherer die wichtigsten Schwerpunkte ihrer Arbeit im laufenden
Jahr. Neben der Fortsetzung der internen Reorganisation liegt die
Hauptaufgabe vor allem darin, auch zukünftig als „Lobby für Schwache“
sich für die Interessen derjenigen einzusetzen, die sich normalerweise
eher selten politisch artikulieren. Damit sind u.a. Menschen gemeint,
die sich derzeit mit unsicherem Status in Deutschland aufhalten. Seit
Dezember vergangenen Jahres liegt hierzu eine Studie mit
Handlungsempfehlungen vor, die der Kölner Stadtrat in Auftrag gegeben
hatte. Darin gehe es unter anderem um den Zugang zu Arbeit für diese
Menschen, aber auch um Fragen der Wohnversorgung, Gesundheitsvorsorge
und nicht zuletzt um die Erziehung des Nachwuchses aus diesen Familien.
Insbesondere die Kinder leiden unter der alltäglichen Lebenssituation,
wie Bartscherer aus zahlreichen Gesprächen weiß. Durch die „Schaffung
von Möglichkeiten zu Kindergarten- und Schulbesuch“ soll deren
Situation verbessert werden. „Ohne Bildung und Ausbildung gibt es keine
Chance auf eine eigengestaltete Zukunft“, so Bartscherer weiter. Von
der derzeitigen Diskussion um eine Verschärfung des Jugendstrafrechts
hält die Katholikin wenig. „Die derzeitige Gesetzeslage reicht aus. In
der Vergangenheit wurden in den öffentlichen Haushalten immer wieder
Gelder für die Betreuung von Jugendlichen gestrichen. Dabei erspart uns
die Prophylaxe in frühen Jahren teure Reparaturausgaben zu einem
späteren Zeitpunkt“, führte Bartscherer aus. Die
Konsolidierungsbemühungen der Haushaltspolitiker in Bund und Ländern
sieht die Vorsitzende des Katholikenausschusses kritisch. „Sparen wir
nicht am falschen Ende“, so der abschließende Einwand Bartscherers. Die
Antwort der engagierten Christin fällt eindeutig aus.


























