24. 05. 2012
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Kölner Initiative: Wohnungslos aber nicht zahnlos
Am Anfang war es nicht leicht, die Menschen für einen Besuch beim
Zahnarzt zu überreden, erinnert sich Sozialarbeiterin Rosi Herting von
Oase e.V.: „Zum ersten Besuch bei Dr. Goutkin begleitete ich mehrere
Patienten sogar persönlich, damit sie in der Gruppe ihre Scheu
einfacher überwinden könnten“. Denn viele Wohnungslose hätten Angst
nicht nur vor der Behandlung, sondern auch vor einer möglichen
Zurückweisung in den Zahnarztpraxen. Deswegen verschleppen viele ihre
Zahnprobleme, bis gar keine Zähne übrig bleiben, so Harting: „Bei Dr.
Goutkin hatten wir aber ein überaus herzliche Atmosphäre erlebt: Sie
richtete es sogar ein, dass die Praxisgebühr vom zahntechnischen Labor
übernommen wurde. Weder Behandlung noch Zahnersatz haben unserer
Klientel bis jetzt nur einen Cent gekostet.“
Die Nachricht hat sich schnell herumgesprochen, als die ersten
Wohnungslosen in Köln mit dem neuen Zahnersatz auftauchten.
Mundpropaganda und die Beratung bei Oase e.V. haben dafür gesorgt, dass
Goutkin mittlerweile mehr als einmal monatlich Kölner Obdachlose
behandelt oder mit dem Zahnersatz versorgt. Für beide Seiten ist diese
Zusammenarbeit trotz Anlaufschwierigkeiten ein Erfolg: Gute Zähne (auch
wenn es die Dritten sind) ist eine Voraussetzung für eine gut
funktionierende Verdauung und sind damit wesentlich für den allgemeinen
Gesundheitszustand, erklärt die Zahnärztin. „Das kann doch nicht sein,
dass im Jahr 2008 Menschen in Köln ohne Zähne herumlaufen, nur weil sie
wohnungslos sind. Das kann ich als Zahnärztin einfach nicht mit meinem
Gewissen vereinbaren. Und wenn ich meinen Patienten auch sonst
Zahnersatz zum Nulltarif anbiete, dann finde ich es auch richtig,
Menschen damit zu versorgen, die sich Zuzahlungen überhaupt nicht
leisten können, weil sie eben obdachlos sind. Das Leben ist ohnehin
hart für sie“, begründet Goutkin ihr ehrenamtliches Engagement.
Mehr als Dutzend Personen haben die Mitarbeiter von Oase e.V. bereits
beraten und an die Zahnarztpraxis auf der Hohe Straße verwiesen. Und es
werden immer mehr. Wer dieses gerade mal ein Jahr alte Projekt
unterstützen möchte, ist bei Oase e.V. herzlich willkommen.
Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Vereins
Oase e.V. unter: www.oase-koeln.de Ansprechpartner sind Rosi
Herting und Sabine Gomer.


























