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24. 05. 2012
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Kölner Verein fordert konkrete Hilfe nach Missbrauch


15.03.2010 11:36 von:

Schlagwörter: Köln,Lobby für Mädchen,Offener Brief,Prävention,Unterstützung,sexueller Missbrau

Nach immer neuen Aufdeckungen von sexueller Gewalt an Minderjährigen hat sich Ende vergangener Woche der Kölner Verein Lobby für Mädchen e.V. in einem offenen Brief an die Öffentlichkeit gewandt. Darin fordern die Initiatoren konkrete Hilfen für die Opfer. "Betroffenheit alleine hilft den Opfern nicht", heißt es dort unter anderem. Die Problematik ist dabei keineswegs neu, bereits in den 70er Jahren griff die (damals) neue Frauenbewegung das Thema auf, 1987 fand dazu in der Domstadt eine viel beachtete Fachtagung zur Problematik statt. "Die sexualisierte Gewalt wurde deutlich als Machtmissbrauch definiert und die Familie als nicht sicherer Ort für jedes Kind entlarvt", schreibt der Verein weiter. Eine der möglichen Ursachen für die nun zu Tage getretenen Vergehen liegen nach Meinung der Aktivisten im "patriarchalischen System" begründet. Der Vorwurf zielt vor allem auf die Zustände in den kirchlichen Einrichtungen, wie die bereits Jahre zurückliegenden Bemühungen an verschiedenen Schulen in kirchlicher Trägerschaft nun zeigen.

"Nun erleben wir eine zweite Aufdeckungswelle und dieses Mal sind Kirche und Schule, sind Institutionen betroffen, und es stehen überwiegend Jungen als Opfer im Mittelpunkt", heißt es in dem Schreiben weiter. Infolge der immer neuen Skandale werden von der Politik Runde Tische und Gesetzesänderungen diskutiert, die nach Meinung der Vereinsverantwortlichen allerdings für die Opfer wenig hilfreich sind. "Was bei alledem völlig außen vor bleibt ist der reale Mangel an Beratung und Begleitung für Mädchen und Jungen, die heute als Opfer aktuell erlebter sexualisierter Gewalt Hilfe suchen", so der Verein in seinem Brief. Vor allem bei der Finanzierung von Präventionsarbeit halten sich die Verantwortlichen weiter zurück. Dabei wissen Vereine wie Lobby für Mädchen längst, dass in der täglichen Arbeit knapp ein Drittel aller Beratungen sich um das Thema sexualisierte Gewalt dreht. Zwar wird beispielsweise der Kölner Verein etwa zur Hälfte von Kommune und Land in seiner Arbeit unterstützt. Die Nachhaltigkeit leidet jedoch unter dem zumeist temporären Charakter der Fördermaßnahmen. "Eine dem Bedarf entsprechende Angebotsstruktur an Beratung und Begleitung für Mädchen und Jungen sowie ein nachhaltiges Präventionsangebot wird nicht gefördert", kritisieren die Verfasser des Briefes.

Dabei zeigen die erneut zu Tage getretenen Fälle, dass dieses gesellschaftliche Problem keineswegs gelöst ist. Vielmehr fordert Lobby für Mädchen eine fundierte und langfristig ausgerichtete Präventionsarbeit gegen den "Seelenmord", wie es die Psychoanalytikerin Ursula Wirtz in ihrem Buch beschreibt. Fälle sexualisierter Gewalt verursachen Schäden, für deren Heilung oder Linderung die Politik in der Regel keinen Beitrag leisten, auch finanziell nicht. "Wer die Opfer nicht ihrem Leid überlassen will, muss Druck auf die politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger machen, die Finanzierung eines dem Bedarf entsprechenden Hilfeangebotes zu beschließen und umzusetzen! Betroffenheit, Runde Tische und Gesetzesänderungen allein helfen den Opfern nicht", heißt es in dem Schreiben abschließend.







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