24. 05. 2012
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Kürzungsgegner sammeln Unterschriften
"Kürzungen, aber mit Augenmaßâ€, so die Forderung der Kölner Wohlfahrtsverbände. Am gestrigen Freitag starteten die Geschäftsführer, unterstützt von der Rettungshundestaffel des Roten Kreuzes eine neue Kampagne gegen die Sparpläne der Kölner Verantwortlichen im Sozialbereich. Dafür starteten sie nun eine Unterschriftenaktion, auch um auf die Bedeutung für das Soziale Köln aufmerksam zu machen. Die erste Aktion fand dazu auf der Kölner Schildergasse statt, weitere sollen folgen. So hat der Stadtrat erst in der vergangenen Woche einen weiteren Ausbau des Offenen Ganztags beschlossen. Allerdings ist auch Köln von einem deutlichen Rückgang bei den Steuereinnahmen betroffen und hat bereits in einer ersten Runde deutliche Kürzungen durchgesetzt. Für Sozial- und Jugendarbeit mussten die Freien Träger bei den Abschlagszahlungen bereits deutliche Reduzierungen hinnehmen. Verschärfend kommt hinzu, dass die Stadt derzeit der vorläufigen Haushaltsführung unterliegt, der anstehende Doppelhaushalt erst im Herbst beschlossen werden soll.
"Diese Aktion ist nur eine von vielen, mit denen wir auf die angespannte und kritische Lage aufmerksam machen und die noch ausstehende Debatte um die weitere Entwicklung in Köln mit der Politik und der Verwaltung anschieben wollen. Es müssen konstruktive und tragfähige Lösungen her", forderte der Geschäftsführer des Kölner Roten Kreuzes, Marc Ruda. Auch die anderen Wohlfahrtsverbände machen Front gegen pauschale Kürzungen nach dem Gießkannenprinzip. "Die Stadt wird anders aussehen, wenn die Kürzungen in der jetzt absehbaren Form umgesetzt werden. Schon jetzt fehlen Plätze für die Betreuung von Kleinkindern, Angebote zur Unterstützung der Erziehungskompetenz von Familien, es fehlen Plätze in der Schulkinderbetreuung, von der weiteren Qualitätsverbesserung ganz zu schweigen", erläuterte Ulli Volland-Dörmann, Geschäftsführerin der AWO. "Selbst wenn alle Freiwilligen Leistungen in Köln gestrichen werden, reicht das nicht, um das Haushaltsloch zu stopfen. Schon seit Jahresbeginn erhalten wir Zuwendungsbescheide, die in unterschiedlicher Höhe Kürzungen vorwegnehmen. Die Kürzungsansätze reichen dabei von 7.5 bis zu 12,5 Prozent", beschreibt Monika Dierksmeier, Geschäftsführerin des DPWV, die derzeitige Problemlage.
Die Konsequenzen werden ein Ausdünnen der sozialen Strukturen in den Stadtbezirken sein, möglicherweise genau dort, wo die Hilfen am nötigsten sind. "Selbst wenn das auf den schnellen ersten Blick nach verkraftbaren Größen aussieht, müssen wir Entlassungen, Änderungskündigungen planen und durchführen, denn die Kürzungen treffen ja nicht ein auskömmlich finanziertes System, sondern eins, in dem in den vergangenen Jahren gespart, umgeschichtet oder viele Eigenmittel erbracht werden mussten", stellt Franz Decker, Vorstand des Caritasverbandes für die Stadt Köln klar. "Die Liga der Wohlfahrtsverbände verlangt, die überfällige Konsolidierung der öffentlichen Haushalte – nicht nur des städtischen - nicht kurzfristig und kurzsichtig zu betreiben, sondern mit Augenmaß, nachhaltig und zukunftssichernd. Erhalt und Steigerung von Investitionen in Bildung und Erziehung, in soziale Teilhabe aller Altersgruppen "rechnet" sich volkswirtschaftlich kurz-, mittel und langfristig", fasst fasste Helga Blümel, Geschäftsführerin des Diakonisches Werkes Köln und Region, die Forderungen der Verbände zusammen.
Am Mittwoch, den 9. Juni 2010, veranstalten die Kölner Sozialverbände auf dem Kölner Roncalliplatz eine große Protestveranstaltung. Ab 14:30 Uhr wird es dort auch ein Bühnenprogramm geben. Als Unterstützer haben sich unter anderem die Kölner Kabarettist Wilfried Schmickler und Heinrich Pachl sowie Liedermacher Gerd Köster angekündigt.
Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Kampagnenseite im Internet unter: www.koelner-gestalten-zukunft.de.


























