24. 05. 2012
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Neues Forum will Antidiskriminierungsarbeit bündeln
Nach der Schockstarre, ausgelöst durch den unerwarteten Wahlerfolg der als rechtsradikal eingestuften Formation "pro Köln", finden die Verantwortlichen langsam wieder zurück zur Alltagsarbeit und damit zur Normalität. Um den nationalistischen Umtrieben und der versteckten Fremdenfeindlichkeit Paroli zu bieten haben sich nun verschiedene städtische und nicht-städtische Einrichtungen und Organisationen zum Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung zusammengefunden. Ziel des Forums ist es, in Köln Maßnahmen zur Information und Aufklärung der Bevölkerung über Rassismus und Diskriminierung und zum Abbau und Verhinderung von Benachteiligungen von Kölnerinnen und Kölner mit Migrationshintergrund zu begleiten und mit zu gestalten. Der Förderung der Antidiskriminierungsarbeit auf kommunaler Ebene kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Das Forum plant Kooperationen mit Politik, Behörden, kommunalen und zivilgesellschaftlichen Trägern, Wohlfahrtsverbänden und wirtschaftlichen Unternehmen, hieß es dazu in einer am gestrigen Dienstag veröffentlichten Erklärung.
"Wie in anderen deutschen Städten gehören auch in Köln unterschiedliche Erscheinungsformen von Rassismus und Diskriminierung zum gesellschaftlichen Alltag. Die dem zugrunde liegenden Einstellungen und Vorurteile sind in der ‚Mitte der Gesellschaft’ weit verbreitet. Deshalb ist eine öffentliche Debatte erforderlich, die die gesamte städtische Bevölkerung sensibilisiert und aktiviert, um Vorurteile möglichst erst gar nicht entstehen zu lassen oder zu ihrem Abbau beizutragen. Nur so ist ein Klima der Akzeptanz und Wertschätzung für die ethnische und kulturelle Vielfalt in Köln auf die Dauer zu schaffen", erklärte Kölns Sozial- und Integrationsdezernentin Marlis Bredehorst. Die Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung sei eine der wichtigsten gesamtkommunalen Querschnittsaufgaben in Köln. Dieses sei eine der Grundvoraussetzungen für gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und damit eine erfolgreiche Integration der Zugewanderten in der Kommune und zur Verhinderung von Benachteiligungen, so die Integrationsdezernentin weiter. Die bislang eher zielgruppenorientierte Antidiskriminierungsarbeit soll auf mittlere Sicht durch den so genannten "diversity"-Ansatz ersetzt werden. Dabei werden die Unterschiede zwischen Menschen in ihrer Komplexität und Vielfalt anerkannt und gleichberechtigt berücksichtigt.
"Im Unterschied zu andern EU-Staaten ist in Deutschland die öffentliche und politische Sensibilität für Rassismus- und Diskriminierungssachverhalte gering ausgeprägt", so die beiden Sprecher des neuen Forums Banu Bambal und Claus-Ulrich Prölß. Bereits vor Gründung des Forums gab es in der Domstadt viele Initiativen und eine langjährige Erfahrung im Kampf gegen die alltäglichen Diskriminierungen von Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund. Die dabei gesammelten Erfahrungen und Kompetenzen sollen nun gebündelt zum Einsatz kommen, teilten die Offiziellen weiter mit. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet dabei die Aufdeckung der vielfältigen Erscheinungsformen und des Ausmaßes von Rassismus und Diskriminierung in den Bereichen: Ämter und Behörden, Schule/Bildung/Weiterbildung, Ausbildung/Arbeit, Wohnen, Polizei, Justiz/Rechtsprechung, Gesundheit, Güter und Dienstleistungen, soziale Dienstleistungen, nichtstädtische Einrichtungen und Träger, öffentliche Verkehrsmittel, Medien, öffentlicher Raum und persönlicher Nahbereich, hieß es dazu abschließend. Das Forum hat zehn Gründungsmitglieder, ist aber für weitere Mitstreiter offen.


























