24. 05. 2012
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OASE feiert Sommerfest
Weit über 100 Freunde, Unterstützer und Menschen, die mehr oder weniger regelmäßig die Einrichtung besuchen, kamen zum traditionellen Sommerfest des Vereins OASE Benedict Labre e.V.. Direkt am Rhein und den Poller Wiesen feierten die Sozialarbeiterinnen des Vereins gemeinsam mit den Betreuten, aber auch zahlreichen Freunden und Unterstützern, unter anderem die Neuauflage des Obdachlosenmagazins, das viele Kölner noch unter dem Namen "Bank Extra" kennen und das nun "Draussenseiter" heißt. Das Magazin, das von Menschen ohne festen Wohnsitz und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Vereins mitgestaltet und vertrieben wird, ist nur eines von zahlreichen Projekten der OASE. "Den Menschen ein Selbstbestimmtes Dasein zu ermöglichen", so lautet das Ziel der vier hauptamtlichen Sozialarbeiterinnen der Einrichtung, die im Auftrag der Stadt Köln als eine von insgesamt fünf Kontakt- und Beratungsstellen dient. Rund 100 dieser Menschen, über die eine Gesellschaft am liebsten so wenig wie möglich redet, sind regelmäßig Gast in der Einrichtung, die neben der offiziellen Beratung auch einfach nur Anlaufpunkt sein will. Viele wurden durch Schicksalsschläge oder den Alkohol aus der Bahn gebracht, verloren Wohnsitz und den Anker im bürgerlichen Leben. Mit Unterstützung der OASE haben sie hier einen Ort, an dem sie Menschen mit ähnlichen Schicksalen treffen und neue Freunde und damit auch ein Stück Normalität wieder finden.
"Offiziell sind in Köln 1500 Menschen ohne festen Wohnsitz gemeldet", beschrieb Sozialarbeiterin Sabine Rother die Ausgangslage. Die offiziellen Zahlen verschweigen jedoch, dass die Zahl derjenigen, die Zielgruppe der Vereinsaktivitäten sind, wohl wesentlich größer ist. "Das gibt es eine Dunkelziffer". Bei ihrer eigenen Arbeit bietet die Einrichtung Hilfen bei der Wahrnehmung von Anliegen zum Beispiel in Sachen Hartz-IV. Die Kontakt- und Beratungsstelle wird von der Stadt Köln und dem Landschaftsverband refinanziert. Doch die Aktivitäten des Vereins gehen weit über das gesetzlich vorgeschriebene Maß an Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen hinaus. So gibt es neben dem Zeitungsprojekt unter auch zwei Wohnprojekte sowie eine eigene Immobilie in Köln-Porz. Die meisten der dort Lebenden erhalten außerdem ambulante Einzelfallhilfen und lernen in den Wohnungen, wie man sich in eine Gemeinschaft einbringt. Das Klientel, mit dem die Mitarbeiterinnen der Einrichtung es zu tun haben, kommt aus den allen gesellschaftlichen Schichten. Mit geringfügigen Beschäftigungen, wie zum Beispiel haushaltsnahen Hilfsdiensten, verdienen sich zehn Menschen durch Vermittlung der Einrichtung etwas zu ihren ALG-II-Regelsätzen hinzu. Und wenn genügend Spenden zusammenkommen, gibt es dann auch mal einen "Urlaub", zum Beispiel ins Bergische Land.
Die Gründe, warum Menschen aus der Stabilität ihrer bürgerlichen Existenz herausfallen, sind so vielfältig wie die Herkunft der Personen. Lebenskrisen, Drogen, Alkohol, psychische Probleme oder die Perspektivlosigkeit nach einem Gefängnisaufenthalt. Die in der Einrichtung betreuten Menschen lassen sich weder über einen Kamm scheren noch in irgendein Klischee einmauern.
Wer die Einrichtung unterstützen will, kann dies auf verschiedenen Wegen tun. Für die Projektarbeit benötigt der Verein Geldspenden. Für 25 Euro pro Jahr oder einem ermäßigtem Beitrag von zwölf Euro kann man Mitglied des Vereins werden. Für Geldspenden gibt es ein Spendenkonto bei der Sparkasse KölnBonn (BLZ: 370 501 98, Kontonummer: 165 020 31), auf Wunsch auf mit Projektbindung. Zusätzlich sind aber auch Spenden in Form von Sachen oder Mitarbeit jederzeit willkommen.
Weitere Informationen zum Verein, den Öffnungszeiten und Kontaktdaten finden Sie im Internet unter: www.oase-koeln.de.


























