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24. 05. 2012
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Patenprojekt der Katholischen Kirche geht in die Offensive


25.01.2009 06:05 von:

Schlagwörter: Köln,Initiative,Patenprojekt,Katholische Kirche,Paten,Jugendhilfe,Orientierung,K

Bisher habe man außerordentlich positive Erfahrungen damit gemacht, dass erfahrene Erwachsene (der jüngste ist 28) Jugendlichen ab der achten Klasse ihre Unterstützung und Hilfe anbieten. Gerade in dieser Orientierungsphase sei Hilfe und das Vertrauen eines Erwachsenen wichtig, damit vor allem Kinder  aus schwierigen familiären Umfeldern ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben realisieren können. Begonnen hatte das Projekt im April 2005, als der Verantwortliche Projektleiter Wilhelm Gerber in einem Radiointerview mit einem Lokalsender von den Patenschaften erzählte. Spontan meldeten sich bereits die ersten Freiwilligen, von denen acht das Projekt bis zum heutigen Tag begleiten, wie Gerber ausführte. Bis heute stieg die Gesamtzahl der betreuten Jugendlichen im Einzugsbereich auf 40 bis 50, davon rund 30 in Köln. Hauptgrund für die am heutigen Dienstag gestartete Offensive ist aber, dass die Nachfrage nach Patenschaften deutlich größer ist als das Angebot an ehrenamtlichen Unterstützern, wie die Vorsitzende des Katholikenausschusses Hannelore Bartscherer einräumte. Derzeit arbeiten rund 25 ehrenamtliche Patinnen und Paten in dem Projekt mit. "Uns fehlen alleine in der Pfarrei St. Severin drei bis vier Patinnen und Paten", ergänzte Projektleiter Gerber.

Positives Feedback nach knapp drei Jahren Projektarbeit

Bei ihren Bemühungen vor allem Jugendlichen aus Problembezirken oder aber auch Jugendliche mit unsicherem Aufenthaltsstatus (zumeist unbegleitete Flüchtlinge) konkrete Ansprechpartner an die Seite zu stellen, habe man positive Erfahrungen gemacht. „Die Zusammenarbeit mit Schulen und Institutionen der offenen Jugendhilfe haben sich gut angelassen“, so Bartscherer. Die meisten betreuten Jugendlichen sind dabei zwischen 14 und 18 Jahren alt, es gibt aber keine festen Altersgrenzen. Ein junger Mann war sogar schon 25 Jahre alt, als man ihm einen Paten an seine Seite stellte, berichtete Bartscherer weiter. Zumeist kommen die Jugendlichen aus Schulen und Wohnheimen. Insbesondere bei Jugendlichen mit ungesichertem Aufenthaltsstatus ergeben sich durch die gesetzlichen Regelungen zusätzliche Schwierigkeiten, weil manche trotz guter Leistung kaum Chancen auf ein Ausbildungsverhältnis haben

Die Tätigkeit der Freiwilligen kann sich auf verschiedene Bereiche erstrecken. Wichtig ist jedoch, dass die Jugendlichen Vertrauen zu den Ehrenamtlern aufbauen und sich ihnen auch anvertrauen. Das kann von der konkreten Hausaufgabenhilfe über ein Motivationstraining bis hin zum reinen Zuhören und Mut machen gehen. Das katholische Bildungswerk, das den Patinnen und Paten ebenfalls kostenlos Angebote zur Weiterbildung macht, hat sich zum Start der neuen Offensive ebenfalls neu gerüstet. So wurde das Angebotsspektrum an Schulungen – im ersten Halbjahr 2008 sind sechs solcher Schulungen geplant – entsprechend erweitert, wie Rainer Tüschenbönner vom Katholischen Bildungswerk erläuterte. „Für die ehrenamtlich Aktiven ist vor allem die Unterstützung durch andere Paten wichtig. Daneben bieten wir aber auch kostenlose Seminare zum Beispiel zum Thema Umgang mit Konflikten an“, erläuterte der pädagogische Mitarbeiter.

Orientierungshilfe bei der Suche nach eigenen Stärken


Das Ziel eines selbstbestimmten Lebens bedeutet für die potenzielle Zielgruppe vor allem, eine Perspektive zu haben. In der achten Klasse beginnt bei vielen die Phase, in der sie sich mit dem Einstieg ins Berufsleben beschäftigen müssen. Schließlich müsse man verhindern, dass die Betroffenen die Schule oder – zu einem späteren Zeitpunkt – die Ausbildung abbrechen. Ohne konkrete Zahlen nennen zu können, ließen die Verantwortlichen durchblicken, dass dieses Ziel über eine Patenschaft insgesamt gelungen sei. Üblich ist dabei das „1 zu 1“-Prinzip, wie Gerber weiter ausführte. Der Zeitaufwand für die Ehrenamtler ist vor allem in den ersten Wochen etwas höher. „Sie müssen das Vertrauen der Jugendlichen erst einmal aufbauen“, erläutert der Projektleiter weiter. Je nach persönlicher Lebenssituation kann sich die Patenschaft über Jahre hinziehen oder ist auf eine kurze Orientierungsphase beschränkt. Doch weil Ausbildungsverhältnisse normalerweise drei Jahre dauern und manche Patenschaft bereits während der achten Klasse begann, sind Erfolgsmeldungen noch zu früh. Die Initiatoren gehen aber davon aus, dass betreute Jugendliche wesentlich seltener den eingeschlagenen Weg abbrechen, obwohl auch das vorkommt, wie Gerber abschließend einräumt.

Weitere Informationen sowie Ansprechpartner für potenzielle Interessenten für eine Patenschaft können sich direkt mit dem Projektleiter Wilhelm Gerber in Verbindung setzen: Telefon: 0221 / 92 13 35 26, Mail: wilhelm.gerber@kja.de Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können . Interessenten müssen nicht zwangsläufig Mitglieder der katholischen Kirche sein.

Bild: Hannelore Bartscherer vor der Anerkennungsurkunde des "Anton-Roesen-Preises", der dem Projekt im Jahr 2006 verliehen wurde.







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