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24. 05. 2012
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Polizei und Sozialarbeiter an einem Tisch


03.04.2009 13:18 von:

Schlagwörter: Köln,Sozialraum,Hilfsangebot,Polizei,Stadtverwaltung,Netzwerktreffen,Vorbeugung

Der Leiter der Leitungsstelle im Kölner Polizeipräsidium Udo Behrendes ist seit über 30 Jahre Polizist. Eine Veranstaltung, wie sie am gestrigen Donnerstag im Forum 1 des Kölner Polizeipräsidiums stattgefunden hat, wäre zu seiner Anfangszeit ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. Noch vor Jahren hatten sich Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bewusst von der Staatsmacht abgegrenzt und umgekehrt. Doch angesichts der jüngsten Entwicklungen – Stichwort Haus des Jugendrechts – und dem gewachsenen Bewusstsein, gemeinsam um die Menschen und den öffentlichen Raum bemüht zu sein, rückten beide Seite aufeinander zu. Mit der jüngsten Polizeireform, den entsprechenden Stellenzusetzungen und der parallel dazu erfolgten Entstehung von Sozialraumbetreuung durch die Stadt Köln wurde die praktische Zusammenarbeit bei der Arbeit im Stadtteil immer mehr zur Normalität. Dies wurde mit der heutigen Ganztagesveranstaltung deutlich. Auch Ursula Vetter-Haller ist davon überzeugt, dass eine sinnvolle Sozialarbeit im Sozialraum nur mit und keineswegs gegen die Polizei möglich ist. Die Beispiele von vertrauensvoller Zusammenarbeit sind dabei so vielfältig wie das Stadtleben in der einzigen Millionenstadt Nordrhein-Westfalens selbst. Vom Spielplatz, über die Verhinderung von Angsträumen bis hin zur intensiven gemeinsamen Betreuung von jugendlichen Intensivtätern; nur ein gemeinsames Vorgehen wirkt sich positiv für die Gesamtstatistik, aber auch für die Weiterentwicklung der Stadtviertel selbst aus.

Für die Polizei hat sich mit der jüngsten Organisationsreform tatsächlich etwas getan. In Köln gibt es 18 Polizeibezirke (plus drei in Leverkusen), die jeweils mit Bezirksteam von zwölf bis 15 Kolleginnen und Kollegen besetzt sind, erläuterte Behrendes weiter. "Damit können wir Präsenz zeigen in Angst und so polizeilichen Brennpunktgebieten. Unser Streifendienst kann das nicht leisten", so Behrendes weiter. Zum Aufgabengebiet der Bezirksbeamten gehören aber nicht nur Zielgruppenansprache und Präsenz. Auch die lokale Netzwerkarbeit mit den Akteuren vor Ort, Bürgerinitiativen, Kirchengemeinden und auch den Sozialraumkoordinatoren gehört dazu, bestätigt der verantwortliche Koordinator der Kölner Polizeibehörde. Ursula Haller-Vetter, Geschäftsführerin der Sozialraumorientieren Hilfsangebote bei der Stadt Köln, ist zuständig für die inzwischen elf Sozialraumgebiete. Zehn dieser "Sozialräume", die häufig deckungsgleich sind mit Problemstadtteilen in Köln, werden von Trägern der Freien Wohlfahrtsverbände abgedeckt, einer liegt in direkter Verantwortung der Stadt. "Unser Ziel ist es, die Lebensbedingungen im Viertel zu verbessern. Dabei sind wir auf Kooperationspartner wie zum Beispiel die Polizei angewiesen", erklärte die Chefkoordinatorin. Durch die Netzwerkarbeit vor Ort sollen Menschen, Ideen und Ressourcen gebündelt werden, so Haller-Vetter weiter.

Die gestrige Veranstaltung diente somit in erster Linie dem Kennenlernen der jeweiligen Akteure auf beiden Seiten. Die Vormittagsstunden verbrachten die rund 80 Teilnehmer von Stadt, Verbänden und Polizei mit Vorstellungen der einzelnen Polizeiabteilungen. Dazu gehörten unter anderem der polizeiliche Kontaktbeamte für muslimische Institutionen, die Vertreter des Staatsschutzprojekts gegen Rechtsextremismus oder das Kommissariat Vorbeugung mit seinen zahlreichen Beratungsangeboten. Ziel auch für die Polizeibehörde ist dabei neben dem Kennenlernen vor allem, für beide Seiten verbindliche Ziele festzulegen und dabei die praktische Zusammenarbeit vor Ort zu verstärken. Dahinter steckt auch das polizeiliche Gesamtziel eines "friedlichen Zusammenlebens aller Interessengruppen im öffentlichen Raum", so Behrendes. Die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Polizeibehörde und Sozialarbeitern bezeichnet der leitende Polizeibeamte als Ausdruck einer "Professionalisierung". Zwar befinden sich die 2006 sukzessive eingeführten Sozialräume derzeit noch in der Modellphase. Aber auch hier gebe es die gleichen Themen, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln", so Haller-Vetter abschließend.







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