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24. 05. 2012
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Renaissance für Albertus Magnus


24.11.2009 14:20 von:

Schlagwörter: Köln,Albertus Magnus,Förderkreis,Universität,Bachelor,Erzbistum,studium generale

(js) Ludger Honnefelder, Leiter des Albertus-Magnus-Instituts, empfiehlt für die aktuelle Diskussion um die Studienbedingungen in Deutschland die Schriften des mittelalterlichen Universalgelehrten. Bei Albertus Magnus, immerhin der geistige Gründungsvater der Kölner Universität, fänden die streikenden Studenten gute Argumente für ihren Protest gegen die aktuellen Bachelor-Studienpläne. Doch sie haben ihn wohl ebenso wenig gelesen wie die Professoren, die die neuen Prüfungsordnungen allein nach ökonomischen Gesichtspunkten zusammengestellt haben. Dass der Philosoph in der Stadt, in der er wirkte, so gut wie vergessen ist, will der Förderkreis für die Albertus-Magnus-Stiftung ändern. Am Dienstag Abend lud er ins Kolumba-Museum, um für seine Arbeit zu werben.

Albertus Magnus (geboren um 1200, gestorben 1280 in Köln, begraben in der Kölner Kirche St. Andreas) gilt als Begründer der von Wissenschaft geprägten modernen Kultur und des akademischen Lebens. Die Welt, so seine Überzeugung, könne erst durch das Netzwerk der Wissenschaften begriffen werden – eben durch das studium generale. In der Kölner Stadtgeschichte spielte er ebenfalls eine wichtige Rolle. Er hatte die Stadt nicht nur zu einem weltweit ausstrahlenden Zentrum universitärer Bildung, wissenschaftlicher Forschung und kulturellen Lebens gemacht. Er vermittelte auch zwischen der Bürgerschaft der Freien Reichsstadt und dem Erzbischof im Streit um die tatsächliche Macht in der Stadt und stand dabei eher auf der Seite der Bürger.

1931 wurde das Albertus-Magnus-Institut gegründet, das seit 1954 seinen Sitz in Bonn hat. Seine Hauptaufgabe ist die wissenschaftliche Betreuung der Texte des Philosophen, der als einziger seiner Zunft den Beinamen "der Große" trägt. Ungefähr die Hälfte seiner Schriften sind inzwischen bearbeitet und veröffentlicht. Als das Institut Anfang dieses Jahrtausends in Geldnot geriet, wurde die Albertus-Magnus-Stiftung gegründet. Doch das Stammkapital von 200.000 Euro – zu gleichen Teilen von Erzbistum und Stadtsparkasse KölnBonn aufgebracht – erlaubt keine großen Sprünge. Das will der im Juli dieses Jahres gegründete gemeinnützige Verein "Förderkreis der Albertus-Magnus-Stiftung" ändern. Als ersten symbolischen Akt übernahm er die Restaurierung eines Autographen, der aus den Trümmern des eingestürzten Stadtarchivs geborgen werden konnte. In dieser Schrift setzt sich der Universalgelehrte mit der Ethik des Aristoteles auseinandersetzt und sucht nach einem Ausgleich zwischen privatem, ökonomischem und gesamtgesellschaftlichem Nutzen – ein höchst aktuelles Thema.

Als wichtigste Aufgabe sieht der Förderkreis, dem Selbstbild der Stadt als "Stadt der Events und des Frohsinns" – so der stellvertretende Vorsitzende Herbert Woopen – mit bürgerschaftlichem Engagement entgegenzuwirken. Stattdessen soll sich Köln darauf besinnen, dass es eine "Geschichte von erheblicher kultureller Tiefe hat, in der Albert der Große die maßgebliche geistliche Rolle spielt", erklärt die Vorsitzende Marie-Luise Pichlmaier-Adenauer. Um dies zu erreichen, will der Verein "kötten", um die kritische Herausgabe von Albertus-Schriften zu fördern. Begleitet werden soll dies unter anderem durch einen jährlichen "Albertus-Magnus-Tag", Themenführungen und einen ausführlichen Internet-Auftritt.







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