24. 05. 2012
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RTL-Entscheidung zur „Super-Nanny“ erhält Zustimmung
Der Deutsche Kinderschutzbund (DKSB) hat die Entscheidung, die Sendung „Die Super-Nanny“ einzustellen, ausdrücklich begrüßt. Das teilte die in Berlin ansässige Organisation am gestrigen Montag in einer Presseerklärung mit. Aber entgegen der offiziellen Darstellung hatte im Nachgang das Nachrichtenmagazin Spiegel interne E-Mails zwischen der „Super-Nanny“ Katharina Saalfrank und den Senderverantwortlichen veröffentlicht, die eine andere Sprache sprechen. Demnach soll sich die Pädagogin massiv beschwert Sieben Jahre lang lief das Format im RTL-Abendprogramm, die letzte Sendung war am 16. November dieses Jahres zu sehen. Besonders hart wog der Vorwurf der Protagonistin, die Redaktion habe gegen pädagogische Interessen interveniert, wie der veröffentlichte Schriftverkehr nahelegt.
"Dadurch fühlen wir uns in der Kritik bestätigt, die wir seit vielen Jahren an der "Super Nanny" äußern", erklärte Heinz Hilgers, Präsident der Kinderschutzorganisation. Seit der Erstausstrahlung im Jahr 2004 hatte der Kinderschutzbundes die Sendungen kritisch begleitet und immer wieder die „entwürdigende Zurschaustellung von Kindern vor laufender Kamera“ angeprangert. Zuletzt sah sich der Kinderschutzbund im Oktober dieses Jahres zu einem offenen Brief genötigt. Bei den Dreharbeiten hatte eine Mutter vor laufenden Kameras Gewalt gegen ihr Kind ausgeübt, ohne dass die Verantwortlichen eingriffen, so der Vorwurf des Kinderschutzbundes. In einer ähnlichen Situation hatte die Kommission für Jugendmedienschutz bereits im Mai dieses Jahres ein Bußgeld in Höhe von 30.000 Euro gegen den Sender ausgesprochen.
Der Sender hingegen hatte immer betont, dass man sich bei den Dreharbeiten eher in der Rolle eines Beobachters sah und nicht in das familiäre Geschehen eingreifen wollte. In ihrer Mail, die der Spiegel veröffentlichte, hatte Saalfrank indirekt vorgeworfen, dass die medial aufbereitete Wirklichkeit eher inszeniert gewesen sei. Tatsächlich habe der Kinderschutzbund auch selbst Erfahrungen mit den Familien gemacht, die in früheren Sendungen zu Hauptakteuren geworden sind. „Sie haben von gezielten Manipulationen während der Dreharbeiten berichtet. Bei den Beteiligten entstand der Eindruck, dass es darum geht, möglichst dramatische Situationen und höchst emotionale Aussagen zu filmen - und nicht darum, den Kindern zu helfen“, berichtete die stellvertretende Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, Landesverband NRW, Martina Huxoll. Die RTL-Entscheidung habe damit aber nichts zu tun. Das lag sicher eher an den zuletzt erzielten Einschaltquoten und Marktanteilen, die der Sender mit dem Reality-Format vor die Fernsehgeräte lockte.


























