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24. 05. 2012
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Rund 80 Gäste bei Kölner Auftaktveranstaltung der Christlich-Muslimischen Friedensinitiative


25.01.2009 06:01 von:

Schlagwörter: Köln,Auftaktveranstaltung,Christlich-Muslimische Friedensinitiative,CMFI,Islam,C

  Neben Mitgliedern der Ditib-Führung waren auch hochrangige Vertreter aus anderen Kirchenverbänden, des Deutschen Städtetages sowie die Kölner Beigeordnete Marlis Bredehorst nach Köln-Ehrenfeld gekommen, um über den Dialog zwischen den beiden großen Weltreligionen zu diskutieren. Das Motto der gestrigen Abendveranstaltung lautete „Integration gemeinsam schaffen“. Neben der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e.V. (Ditib) gehören der Koordinierungsrat der Vereinigungen des christlich-islamischen Dialoges (KCID) in Deutschland (KCID) sowie der Deutsche Städtetag zu den Initiatoren der in diesem Jahr erstmals ausgetragenen Veranstaltungsreihe. CMFI-Geschäftsführerin Sabine Drees freute sich, dass sich die Zahl der Events dieser ersten Aktionswoche bereits auf fast 50 in immerhin 30 Städten erhöht hat.

Grußworte der Initiatoren

Einig waren sich alle Beteiligten, dass der Integrationsprozess und die daraus resultierenden Diskussionen das Erreichen des Zieles nicht einfacher machen wird. „Das wird kein leichtes Unterfangen“, erklärte Melanie Miehl vom KCID in ihrem Grußwort. Auch wenn ihre eigene Organisation eher religiös orientiert sei, gehe es um kein geringeres Ziel als den Frieden auch in Deutschland zu sichern. Auf die Bedeutung und den angemessenen Gebrauch der Sprache machte der amtierende Vorsitzende der Ditib, Botschaftsrat Sadi Arslan (Bild rechts), aufmerksam. „Allzu leicht werden aus Worten Waffen geschmiedet“, so die von einer Dolmetscherin übersetzte Ansprache des Religionswissenschaftlers. Obwohl mit Sprache auch Absichten vorgetäuscht und verfälscht werden können, glaubt auch Arslan daran, dass nur im Gespräch das „Fremde“ zwischen den Religionen überwunden werden könne.

Bedeutung der Religion für Integration / Gemeinsamkeiten betonen

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde die Bedeutung und Rolle der Religion für den Integrationsprozess beleuchtet. Dabei wurden nicht alleine religiöse Aspekte angesprochen. Kölns Sozialdezernentin Marlis Bredehorst, die als Vertreterin der Stadt Köln um die Breitenwirkung der kirchlichen Organisationen bei so wichtigen Themen wie Jugend- oder Sozialarbeit weiß, wartet schon seit längerer Zeit auch auf einen islamischen Wohlfahrtsverband in dieser Stadt. Vereine und Initiativen, unter anderem auch die Ditib, übernehmen derzeit noch viele wichtige Aufgaben in diesen Bereichen. Allerdings habe der interkulturelle Dialog erst in jüngster Zeit wirklich begonnen, bedauerte Bredehiorst, eigentlich viel zu spät. „Die Menschen mit türkischem Zuwanderungshintergrund nehmen sich als Bürger Kölns wahr, nicht als Fremde“, so Bredehorst.

Auch für Hannelore Bartscherer, die Vorsitzende des Katholikenausschusses in Köln, der Laienorganisation der Katholischen Kirche in der Domstadt, eignet sich Köln „besonders gut, diese Initiative aufzunehmen“. Immerhin leben 120.000 Menschen muslimischen Glauben in Köln. Durch Impulse wie die gemeinsame Initiativen der beiden Religionen unterstütze man auch das gegenseitige Kennenlernen und ermöglicht so ein besseres Kennenlernen von Menschen aus beiden Kulturkreisen. „Das reißt Mauern in den Köpfen ein. Wenn wir uns besser kennen, ist auch der Umgang miteinander leichter“, erklärte Bartscherer. „Wir müssen uns aber auch zumuten können“, entgegnete Elisabeth Schaper vom Evangelischen Kirchenverband in Köln. Sie betonte, dass Integration keinen linearen und stetigen Verlauf nimmt, sondern sich in Wellenbewegungen entwickelt. Schaper wünsche sich aber auch, dass man die Gegensätze und Unterschiede zwischen den Religionen offen ausspricht.

Bekir Alboga, Sprecher des Koordinierungsrates der Muslime (KRM), sowie Kilicarslan von der Ditib hoben vor allem die Bewahrung der religiösen und kulturellen Eigenheiten hervor. „Das Haus in Deutschland wird bunter und kleiner“, beschrieb Alboga seinen Ansatz. „Wir reden miteinander, leben nebeneinander und lernen voneinander“, so charakterisiert Ayten Kilicarslan von der Ditib ihr Verständnis von Integration. Ohnehin habe der Islam als jüngste der drei monotheistischen Weltreligionen schon immer die anderen Weltreligionen mit Respekt betrachtet hat. „In der Thora, dem Evangelium und dem Koran erkennen wir Licht und Wahrheit“, beschreibt der studierte Religionswissenschaftler Alboga das Verhältnis des Islam zu anderen Religionen. Optimistisch gab sich Kilicarslan, dass es zur Integration eigentlich keine Alternative gebe. „Integration heißt Teilhabe und gleichberechtigte Mitwirkung“, definiert Kilicarslan den Begriff und sieht sich selbst als Frau, die Köln ihre Heimat nennt. „Nach zwei Wochen Urlaub in der Türkei freue ich mich auf die Domstadt“, so Kilicarslan. KRM-Sprecher Alboga schließlich wünschte sich, dass nach dem christlich-jüdischen und nun der christlich-islamischen Aktionswoche demnächst eine Veranstaltungsreihe mit allen drei Weltreligionen stattfinden könnte. „Ich hoffe, dass wir eine Woche der Geschwisterlichkeit erleben werden“, so Alboga abschließend.

Die Initiaitve „Integration gemeinsam schaffen“ findet in diesem Jahr erstmals zwischen dem 19. und 26. Februar dieses Jahres fest. Die Reihe startete mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin, an der zahlreiche Vereine und prominente Persönlichkeiten teilnahmen. Zu den Unterstützern der Initiative zählen unter anderem der türkische Fußballspieler Halil Altintop von Schalke 04, ZDF-Intendant Markus Schächter, dem bayerischen Landtagspräsidenten Alois Glück sowie den Oberbürgermeistern aus Köln, München  und Stuttgart.

Weitere Informationen zur Initiative finden Sie im Internet unter: www.cm-fi.de.







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