24. 05. 2012
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Stadt Köln startet Projekt Kinder Willkommen
Jugenddezernentin
Dr. Agnes Klein, Jugendamtsleiterin Carolin Krause und der zuständige
Abteilungsleiter Klaus-Peter Völlmecke stellten am heutigen Mittwoch
zusammen mit den beteiligten Trägern und ersten Freiwilligen das
überarbeitete Konzept für die künftigen Willkommensbesuche bei Kölner
Familien vor. „Das Konzept ist stark vom Ehrenamt getragen. Als Stadt
können wir es alleine nicht umsetzen“, erklärte Klein auf der heutigen
Pressekonferenz. Sieben freie Träger übernehmen diese „anspruchsvolle
Aufgabe“ in den neun Stadtbezirken, die Stadt schafft mit vier Stellen
im Allgemeinen Sozialdienst der Stadt (ASD) sowie einer „Kopfstelle“
den institutionellen Rahmen für die Arbeit der Ehrenamtler, wie Klein
unter Verweis auf entsprechende Ratsbeschlüsse klarstellte. „Wir wissen
noch nicht, wie die Familien reagieren, aber wir hoffen viel Einlass zu
finden“, ergänzte Jugendamtsleiterin Krause.
Der Bedarf an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern ist groß, die
Stadt geht von rund 10.000 Neugeborenen pro Jahr aus. Die Träger
erhalten zur Unterstützung bei dieser Aufgabe zusätzlich
Sachkostenzuschüsse. Bei über 200 Hausbesuchen pro Monat (auf Basis der
Prognosen für Neugeborene). In ähnlicher Höhe liegt auch der Bedarf an
ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, derzeit sind jedoch
erst 60 bis 65 Ehrenamtler registriert. Die Schulungen, die bis zum
offiziellen Start des Programms für die Helferinnen und Helfer
abgeschlossen sein müssen, werden dabei bewusst flexibel gehalten.
Neben der Vermittlung von Wissen über städtische und sonstige
Betreuungsangebote geht es den Verantwortlichen auch darum, das
Verständnis für die Arbeit als Willkommensdelegation zu stärken. „Wir
wollen, dass die Familien in der Stadt bleiben. Der neue Besuchsdienst
könnte hier ein Transmissionsriemen sein“, begründet Abteilungsleiter
Völlmecke das Konzept. Dabei baut die Stadt auch auf bereits gemachten
Erfahrungen auf.
Erste Erfahrungen bestätigen positiven Eindruck
So haben zwei der sieben Trägereinrichtungen bereits erste Erfahrungen
mit Willkommensbesuchen machen können. Der für den Stadtbezirk
Chorweiler zuständige Verein Kindernöte e.V. startete im vergangenen
Frühjahr mit Hilfe von Sponsoren mit den Hausbesuchen. 130 Familien
erhielten dabei ein Präsent mit Kindersöckchen, Info-Broschüren und
einem Geschenkgutschein eines Sponsors. „Die Familien haben das sehr
positiv aufgegriffen. Nur in vier Fällen wurden die Helferinnen und
Helfer des Vereins nicht eingeladen“, fasste die Geschäftsführerin des
Vereins Nicole Hansen ihre Erfahrungen zusammen. Auch der Vingster
Treff im Bürgerzentrum Vingst e.V. machte ähnliche Erfahrungen. Frau
Calim betonte die Notwendigkeit, bei der Auswahl der ehrenamtlich
Aktiven und ihrer Schulung auf interkulturelle Kompetenzen zu achten.
Wichtig sei auch, dass die Broschüren mehrsprachig gehalten werden.
„Wir haben sie in deutscher, türkischer und russischer Sprache
verteilt“, erklärte Calim weiter.
Auch die ersten beiden Freiwilligen des neuen Angebots, Hayriye Akyüz
vom Vingster Treff und Christiana Werthebach vom Kölner
Kinderschutzbund freuen sich auf die neue Aufgabe. Beide sind selbst
Mütter von zwei Kindern und wissen, dass Familiennachwuchs eine Menge
Veränderungen nach sich zieht. Akyüz, die in der Türkei geboren und in
Köln aufgewachsen ist, kam mit der Geburt ihres ersten Kindes in
Kontakt mit dem Vingster Treff. Seither ist sie ehrenamtlich dabei und
will vor allem bei den vielen Familien mit türkischem
Zuwanderungshintergrund Türen öffnen. „Da kann ich helfen“, so Akyüz.
Werthebach arbeitet seit zwei Jahren ehrenamtlich am Elterntelefon des
Kinderschutzbundes mit. „Junge Familien mit Nachwuchs benötigen
Unterstützung wie nur irgend möglich“, so Werthebach weiter.
Dezernentin Klein, die sich schon jetzt ausdrücklich für das Engagement
bedankte, sagte den Ehrenamtlern ihre uneingeschränkte Unterstützung
zu. „Niemand muss Angst haben, alleine gelassen zu werden“, beteuerte
die Beigeordnete. Trotzdem könnte es schwierig werden, wie Renate
Blum-Maurice vom Kinderschutzbund befürchtet. „Gerade in dieser Zeit
rufen viele Initiativen zur Mitarbeit ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter auf“, begründet Blum-Maurice ihre Befürchtung.
Während in einigen Stadtbezirken bereits rund 50 Prozent der
notwendigen Helferinnen und Helfer gefunden sind, hat der Stadtbezirk
Ehrenfeld noch Aufholbedarf. „Wir haben erst acht Ehrenamtler“, sagte
Mechthild Böll, Vorstandsmitglied im Trägerverein „wir für Pänz e.V.“
Aber auch Böll ist sich sicher, dass die ehrenamtliche Tätigkeit
weitere Menschen aus dem Viertel anzieht. Zudem gebe es bereits
intensive Kontakte auch zur Kommunalstelle FABE und anderen Netzwerken.
Gesucht werden zudem noch potenzielle Sponsoren. Zur wissenschaftlichen
Begleitung des Instituts für Erziehungswissenschaft an der Universität
Münster müssen Drittmittel eingeworben werden, die Untersuchung wird
mit 30.000 Euro veranschlagt. Überdies werben die Initiatoren noch um
Sponsorengelder für die geplanten Willkommenspräsente.
Noch sind nicht alle Einzelheiten zwischen Stadt und Trägern endgültig
geklärt. So verhandeln beide Seiten nach Aussage aus Trägerkreisen noch
über mögliche Aufwandsentschädigungen, zum Beispiel bei den
Fahrtkosten. Die Anforderungen sind abgeklärt. Interessierte benötigen
neben Zeit auch ein polizeiliches Führungszeugnis, eine
Altersbeschränkung gibt es nicht. Vor Aufnahme der Tätigkeit wird eine
schriftliche Vereinbarung unterzeichnet, in der die Aufgaben beider
Seiten zu Papier gebracht sind.
Die Ansprechpartner in den Stadtbezirken sind:
Stadtbezirk 1 – Innenstadt
Familienbildung im Evangelischen Kirchenverband
Ansprechpartnerin: Frau Diehl
Telefon: 0221 / 31 48 38 oder 32 48 14
Mail:
diehl@fbs-koeln.de
Stadtbezirk 2 – Rodenkirchen
Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Köln e.V.
Frau Michaela Lippmann
Telefon: 0221 / 577 77 –16
Mail:
michaela.lippmann@kinderschutzbund-koeln.de
Stadtbezirk 3 – Lindenthal
Deutsches Rotes Kreuz
Frau Monika Knepper
Telefon: 0221 / 5487 – 0 oder 5487 – 400
Mail:
monika.knepper@drk-koeln.de
Stadtbezirk 4 – Ehrenfeld
«wir für Pänz» e.V.
Frau Mechthild Böll
Telefon: 0221 / 356 58 490
Mail:
mechthild.boell@wir-fuer-paenz.de
Stadtbezirk 5 – Nippes
Sozialdienst Katholischer Frauen e.V.
Frau Stapper / Frau Rossmann
Telefon: 0221 / 12 69 50
Mail:
ehrenamt@skf-koeln.de
Stadtbezirk 6 – Chorweiler
Kindernöte e.V.
Frau Knauer
Telefon: 0221 / 700 65 20
Mail:
mail@kindernnoete.de
Stadtbezirk 7 – Porz
Sozialdienst Katholischer Frauen e.V.
Frau Czerny
Telefon: 02203 / 95 53 64 - 0
Mail:
ehrenamt@skf-koeln.de
Stadtbezirk 8 - Kalk
Deutscher Kinderschutzbund Ortsverband Köln e.V.
Frau Michaela Lippmann
Telefon: 0221 / 577 77 –16
Mail:
michaela.lippmann@kinderschutzbund-koeln.de
Stadtbezirk 9 – Mülheim
Bürgerzentrum Vingst e.V.
Frau Calim
Telefon: 0221 / 87 54 85
Mail:
b.hollmann@soziales-koeln.de


























