24. 05. 2012
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Stadt und Partner starten Kampagnen zum Kindesschutz
Am 8. November 2000 trat die Neuformulierung des Paragrafen 1631, Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches in Kraft. "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig", steht dort geschrieben. Nach langjährigen Diskussionen hatte schließlich auch der Gesetzgeber sich zur gewaltfreien Erziehung bekannt und dies im BGB ausdrücklich festgeschrieben. Zwar wurde die damalige Gesetzesänderung von einer bundesweiten Kampagne "Mehr Respekt vor Kindern" begleitet. Aber noch heute werden viele Kinder in ihren Familien körperlich gezüchtigt oder gar misshandelt. Das Kölner Bündnis für eine gewaltfreie Erziehung startete im September 2000 bereits seine Arbeit und war Co-Organisatorin einer öffentlichen Veranstaltung in der Domstadt. Fast zehn Jahre danach wollen nun Stadtverwaltung und Kinderschutzbund erneut eine Offensive für mehr Kinderrechte starten, wie die Initiatoren auf einer gestrigen Pressekonferenz erläuterten.
Inzwischen hat sich die Zahl der im Bündnis zusammengeschlossenen Akteure deutlich erhöht. Neben Jugendverwaltung der Stadt und dem Kinderschutzbund sind auch die Kölner Polizei, verschiedene Kindertagesstätten und Schulen sowie andere Organisationen aus dem Kompetenzfeld Familienberatung vertreten. Gemeinsam wollen sie das einstige Aktionsbündnis wiederbeleben und für mehr Kinderschutz in den kommenden Wochen und Monaten werben. Geplant sind unter anderem Aktionen, Veranstaltungen und Projekte an zentralen Orten der Stadt Köln und in den einzelnen Stadtbezirken. Bis zum Herbst dieses Jahres soll die Notwendigkeit einer gewaltfreien Erziehung in das öffentliche Bewusstsein gerückt werden. Dabei geht der Ansatz des Bündnisses weit über körperliche Gewalt hinaus. Auch Gewalt durch Sprache, Gewalt in den Medien oder die Rolle der Wahrnehmung von Gewalt wird thematisiert, versprechen die Organisatoren. Einer der Ansatzpunkte ist dabei das Einwirken auf die Eltern, die nach der deutschen Verfassung die originäre Verantwortung für die Kindeserziehung innehaben. "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung, Eltern haben ein Recht auf Anerkennung und Unterstützung", lautet denn auch einer der zentralen Kernbotschaften der Kampagne.
Schirmherrin der Kampagne ist wie schon im Jahr 2000 die Verlegergattin Hedwig Neven-DuMont, ihr zur Seite steht als Schirmherr der Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters. Weitere namhafte Künstler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben ihre Unterstützung zugesagt, darunter auch Kabarettistin Cordula Stratmann, Comedian Fatih Cevikoglu oder WDR-Moderator Ralph Caspers. Am 30. April wird die Initiative zu einer Aktionsveranstaltung anlässlich des "Internationalen Tages für gewaltfreie Erziehung" auf den Neumarkt einladen. Die Veranstaltung soll um 14 Uhr beginnen und um 16:30 Uhr enden. Dazu gibt es auch für die Jüngsten ein abwechslungsreiches Begleitprogramm, darunter unter anderem die Rollenden Spielplätze "Juppi" oder ein Luftballonwettbewerb, wie die Organisatoren erläuterten. Darüber hinaus sind eine Plakatkampagne, ein Schülertheaterwettbewerb sowie Diskussionsveranstaltungen geplant. Am 19. September soll die große Abschlusskundgebung anlässlich des Weltkindertages stattfinden. Die Aktionen werden vom Bundesministerium für Familiem, Senioren und Jugend im Rahmen der Initiative "Für ein kinder-gerechtes Deutschland" unterstützt.
Weitere Informationen finden Sie ab sofort auf der Kampagnenseite im Internet unter: www.gewaltfreie-erziehung-in-koeln.de.


























