24. 05. 2012
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Umfrage: Erwachsene haben eher negatives Bild der jungen Generation
Zwar finden Erwachsene die Jugendlichen mit großer Mehrheit sympathisch
(92,2 Prozent), kritisieren aber gleichzeitig die Lebensführung junger
Menschen (76 Prozent). Zudem ordnen sie den Jugendlichen eher negative
Eigenschaften zu. Dagegen haben sie von der eigenen Generation ein
deutlich positiveres Bild. Von größerer Mitbestimmung der Jugendlichen
halten Erwachsene wenig: Über 70 Prozent votieren gegen ein Wahlrecht
ab 16 Jahren. Auch das gesellschaftliche Engagement scheint den
Erwachsenen bei Jugendlichen zu wenig ausgeprägt. Die Erwachsenen
trauen darüber hinaus fast 40 Prozent der Jugendlichen nicht zu, die
künftigen gesellschaftlichen Herausforderungen bestehen zu können.
Dies sind die wichtigsten Befunde einer repräsentativen Befragung der
Bertelsmann Stiftung unter 1.000 Erwachsenen, deren Alter über 34
Jahren lag. "Erwachsene sollten das gesellschaftliche Engagement junger
Menschen stärker anerkennen. Politik und Gesellschaft sind insbesondere
aufgerufen, Mitwirkungsmöglichkeiten und gleiche Chancen für alle
Kinder und Jugendliche zu schaffen", erklärte
Bertelsmann-Vorstandsmitglied Dr. Brigitte Mohn bei der Vorstellung der
Ergebnisse. Die Bertelsmann Stiftung wolle mit ihrer Jugendkampagne
"Vorbilder bilden" (www.vorbilder-bilden.de) dazu beitragen, das
skeptische Jugendbild der älteren Generation zu korrigieren. Zudem
sollen mit der Verleihung des Carl Bertelsmann-Preises am 6. September
2007 gesellschaftspolitische Initiativen ausgezeichnet werden, die das
Engagement von Kindern und Jugendlichen systematisch fördern.
Bewertung und Akzeptanz von Jugendlichen durch Erwachsene
Erwachsene geben zwar mit großer Mehrheit an, Jugendliche sympathisch
zu finden (92,2 Prozent) und ihre Ansichten ernst zu nehmen (91,5
Prozent). Mit der Lebensführung der jungen Generation sind sie hingegen
nicht einverstanden. So sind sie der Auffassung, dass Jugendliche
übermäßig viel Alkohol trinken (70,5 Prozent) und fremdes Eigentum
nicht respektieren (61,1 Prozent). Als weitere negative Eigenschaften
werden genannt: Gewalt (57,7 Prozent), illegale Drogen (57,7 Prozent)
und Vandalismus (57,2 Prozent). Bei der Bewertung von Eigenschaften
rangieren "konsumorientiert" (91 Prozent) und "nur auf persönlichen
Vorteil aus" (64 Prozent) im oberen Drittel. Zwischen diese eher
negativen Merkmale liegt die "Kreativität" (75 Prozent). Es folgen
"Toleranz" (60 Prozent), "Fleiß und Ehrgeiz" (53 Prozent), "soziales
Engagement" (44 Prozent), "Pflichtbewusstsein" (43 Prozent) und
"Familienorientierung" (36 Prozent).
Erwachsene überzeugt von sich selbst
Fragt man die Erwachsenen, wie sie diese Eigenschaften bei sich selbst
bewerten, so ergibt sich ein deutlich positiveres Bild von der eigenen
als von der jüngeren Generation. Eine besonders hohe Kompetenz besitzen
Jugendliche aus der Sicht der Erwachsenen in technischen
Fragestellungen (90 Prozent). Eine deutliche Mehrheit gibt an, dass
Jugendliche gut mit anderen Menschen umgehen können (73 Prozent).
Finanzielle Kompetenz wird den Jugendlichen dagegen von mehr als zwei
Dritteln der Erwachsenen abgesprochen. Ein ähnlich negativer Befund
zeigt sich bei politischer Kompetenz und bei Kompetenzen, die das
gesellschaftliche Engagement von Jugendlichen betreffen.
Gesellschaftliches Engagement von Jugendlichen aus der Sicht Erwachsener
Zwar finden 93 Prozent der Erwachsenen das gesellschaftliche Engagement
von Jugendlichen wichtig, die Einschätzung des tatsächlichen
Engagements ist aber eher niedrig. 67 Prozent der Befragten sehen hier
ein Defizit. Insgesamt sind die Erwachsenen also in einer deutlichen
Mehrheit der Auffassung, dass sich Jugendliche zu wenig für
gesellschaftliche Belange engagieren. Während die Erwachsenen den
Jugendlichen im familiären Bereich ein relativ hohes Mitspracherecht
zubilligen, gilt das nicht für den öffentlichen Bereich. So lehnen über
70 Prozent der Befragten ein Wahlrecht ab 16 Jahren ab. Noch deutlicher
ist das Votum gegen einen Erwerb des Führerscheins ab 16 Jahren: Dafür
sprechen sich lediglich 15 Prozent der Erwachsenen aus.


























