24. 05. 2012
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JLL-Frequenzmessung: Kölner Schildergasse rückt wieder auf Nummer 1
Die Kölner Schildergasse ist erneut die Nummer 1 unter Deutschlands Einkaufstraßen. Das ist das Ergebnis der alljährlichen Frequenzmessung an 170 Standorten in Deutschland, die das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang LaSalle in dieser Woche bekannt gab. Bundesweit wurden dabei 720.000 Passanten gezählt, die Zählung fand bundesweit am 10. April, einem Samstag, zwischen 13 und 14 Uhr statt. In der Kölner Flaniermeile wurden dabei 13.280 Passanten gezählt. Auf den weiteren Plätzen folgten die Mönckebergstraße in Hamburg (12.120) und die Kauffinger Straße in München mit 11.905 Passanten. Letztgenannte stand im vergangenen Jahr noch an der Spitze der Einkaufsstraßen mit der höchsten Passantenfrequenz, während die Mönckebergstraße erstmals unter die Top 3 der beliebtesten Einkaufsstraßen vorrückte.
"Spitzenfrequenzen unterscheiden die herausragende Shoppingmeile von der normalen Einkaufstraße. Die Passantenfrequenz ist eine Momentaufnahme mit hoher Aussagekraft für die Standortqualität. Sie ist ein Indikator für die Umsatzchancen und Expansionsentscheidungen der Einzelhändler. Nicht umsonst sind die bestfrequentierten 1a-Lagen auch die mit den höchsten Mieten. Investoren ziehen die Besucherzahlen bei Anlageentscheidungen ebenfalls in ihr Kalkül", beschreibt Rüdiger Thräne, Leiter der Einzelhandelssparte bei Jones Lang LaSalle, den Wert der Messung. Tatsächlich korrespondieren die gemessenen Passantenfrequenzen weitgehend mit den Höchstmieten für Einzelhandelsimmobilien. Auch die Nächstplatzierten Spitaler Straße in Hamburg mit 11.040, die Frankfurter Zeil mit 10.980 und die Stuttgarter Königstraße mit 10.840 Passanten gehören zu den Standorten, an denen Spitzenmieten von weit über 200 Euro pro Quadratmeter gezahlt werden. Aufsteiger des Jahres ist der Berliner Alexanderplatz, der mit 10.230 auf Platz sieben vorrückte. Erfreulich aus Kölner Sicht. Hinter dem Dortmunder Westenhellweg rangiert die zweite Kölner Flaniermeile Hohe Straße mit 8955 Passanten ebenfalls unter den Top 10 in Deutschland und belegt Rang neun. Die Kirchgasse in Wiesbaden liegt mit 8925 Passanten nur knapp dahinter.
Allerdings muss eine deutlich niedrigere Passantenfrequenz im Umkehrschluss nicht automatisch gegen eine Spitzenmiete sprechen. Bestes Beispiel dafür ist die Düsseldorfer Luxusmeile Kö (Königsallee). Mit 5625 Passanten liegt der Einkaufsboulevard in der Landeshauptstadt eher im Mittelfeld der gemessenen Standorte. Noch deutlicher wird das bei der Maximilianstraße in München, die mit 2000 Passanten sogar auf einem der hinteren Plätze landete. Hier wie auch in der Düsseldorfer Innenstadt erzielen Vermieter dank der Exklusivität des Standorts ebenfalls Höchstmieten weit jenseits der 200 Euro pro Quadratmeter-Marke. In der Dichte bleibt die bayerische Hauptstadt München die Stadt mit den meisten "Hochfrequenzlagen". Gleich fünf Standorte erreichten hier einen Wert von über 5000. Berlin, Düsseldorf und Hannover kommen demnach auf jeweils drei solcher Einkaufsmeilen. Unter den Bundesländern bleibt NRW mit 19 Hochfrequenzlagen absoluter Spitzenreiter.
Eigenlob von City-Marketing Köln
Dass dieses Ergebnis keineswegs ein Zufallsprodukt ist, macht eine Stellungnahme des Kölner Vereins City-Marketing deutlich. Zwar fand am 10. April zum Zeitpunkt der Messung keine besondere Veranstaltung statt. Allerdings haben die Verantwortlichen des Vereins, gemeinsam mit den Interessengemeinschaften Innenstadt und Hohe Straße und dem Ankermieter Galeria Kaufhof, im vergangenen Jahr eine Reihe von thematischen Veranstaltungen gestartet, die zusätzliche Gäste in die Kölner Innenstadt locken sollten. 25 Jahre Städtepartnerschaft Köln-Barcelona oder die Photokina sind nur zwei Beispiele, an deren Thematik sich auch der ansässige Einzelhandel orientierte und mit zahlreichen Angeboten auch außerhalb der Ladengeschäfte für Angebote und damit für eine längere Verweildauer der Gäste aus Köln und dem Umland sorgte. Eine weitere Veranstaltung, die nach Angaben der Initiatoren sehr gut ankam, war die Idee "Köln spielt". Zahlreiche Akteure aus der Spielewarenbranche machten mit und sorgten mit ihren über 20 Spielstätten für zusätzliche Frequenz. Eine weitere Initiative aus den eigenen Reihe, die Kommunikations-Kampagne K100, sorgte schließlich vor dem dritten und letzten verkaufsoffenen Sonntag für einen weiteren Erfolg. Die Kosten in Höhe von 110.000 Euro teilten sich mehrere Kooperationspartner. Auch die Stadt – genauer das Amt für Wirtschaftsförderung – steuerte einen Beitrag in Höhe von 20.000 Euro bei. Fazit: Der Shopping-Sonntag am 6. Dezember vergangenen Jahres war ein voller Erfolg, auch wenn zu diesem Zeitpunkt keine Messung der Passantenfrequenzen erfolgte. Für die Attraktivität, da sind sich die Initiatoren des Vereins City-Marketing sicher, spielt das eine wichtige Rolle.

























