24. 05. 2012
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Krise vorbei? Investmentmärkte in Deutschland ziehen wieder an
Eine Immobilienblase wie in den USA oder Spanien hat es in Deutschland zwar nicht gegeben. Der Blick auf die ersten beiden Quartalen zeigt vielmehr auch im Segment der Büroimmobilien eine erstaunliche Stabilität. Allerdings stiegen in den deutschen Immobilienhochburgen die Leerstände. Die vielleicht größte Konsequenz zeigten aber die Investmentmärkte. Weil zwischenzeitlich die großen internationalen Player wegen der Finanzkrise und den daraus folgenden Konsequenzen nahezu vollständig wegfielen, mussten insbesondere die größten Märkte massive Rückgänge beim umgesetzten Investitionsvolumen verzeichnen. Vor allem die Finanzmetropole Frankfurt am Main erlebte dabei den größten Umsatzeinbruch der bisherigen Messreihen. Auch in Köln gingen die Immobilienumsätzen aus dem Verkauf gewerblicher Immobilien deutlich zurück. Das Ausmaß wurde auch am Ende des dritten Quartals 2009 deutlich. Im Gegensatz zum Vorjahreszeitraum gingen die Investitionsvolumina bundesweit um 58 Prozent auf 7,16 Milliarden Euro zurück, wie das bundesweit tätige Maklerunternehmen BNP Paribas Real Estate GmbH am heutigen Freitag bekannt gab.
Hochburgen behaupten sich
Etwas besser sah es in den sechs Immobilienhochburgen aus. Neben Frankfurt am Main, München, Berlin, Hamburg und Düsseldorf hat inzwischen auch die viertgrößte Stadt der Republik, Köln, zu den Großen Fünf aufgeschlossen. In allen sechs Märkten zeigten sich die Investitionsmärkte mit einem Rückgang von rund 50 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro ebenfalls deutlich betroffen. Entsprechend dem Bundestrend haben sich die Investoren im dritten Quartal wieder aktiver gezeigt und Immobilien in größerem Stil erworben. Das Gröbste scheint damit erst einmal vorbei zu sein, wie Experten hoffen. Alleine zwischen Juli und September wurden bundesweit mit 3,55 Milliarden Euro fast genau so viel investiert wie im gesamten ersten Halbjahr 2009. "Vor allem die Zunahme größerer Transaktionen über 100 Millionen Euro, die im ersten Halbjahr kaum finanzierbar waren, spricht für eine zwar langsame, aber kontinuierliche Erholung und Normalisierung der Investmentmärkte. Bemerkenswert ist vor allem, dass die Käufergruppen von den privaten Anlegern und Family Offices angeführt werden. Erst auf den weiteren Plätzen folgen offene Fonds/Spezialfonds und geschlossene Fonds", erläuterte Piotr Bienkowski, Geschäftsführer des Maklerhauses.
Innerhalb der einzelnen Segmente machten Einzelhandelsimmobilien mit 36 Prozent den größten Anteil aus. Auf Rang zwei folgen Büroimmobilien mit rund 30 Prozent Marktanteil am bundesweiten Transaktionsvolumen. Sechs Prozent entfielen auf Logistik- und Lagerflächen. Spitzenreiter der Investmentmärkte ist die Bundeshauptstadt Berlin. In der Bundeshauptstadt wechselten Immobilien im Wert von 961 Millionen Euro die Besitzer. In München waren es Immobilien im Wert von 929 Millionen. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum waren die Rückgänge aber weiterhin und in allen Großstädten im tiefen zweistelligen Prozentbereich. Bei der Vermietung von Gewerbeimmobilien, insbesondere in den Büromärkten, scheinen sich ebenfalls zu stabilisieren. In einigen Märkten werden bereits wieder Mieten erreicht, die an die Spitzenwerte des vergangenen Jahres heranreichten, so die Marktexperten des Unternehmens. Im Gesamtjahr rechnen die Experten mit einem Volumen von zehn bis zwölf Milliarden Euro.
Vermietungen stabil – Leerstand leicht gestiegen
Auch bei den Flächenumsätzen zeigen sich die Gewerbemärkte stabil mit einem leichten Trend nach oben. In Köln registrierten die Makler des Hauses einen Flächenumsatz von 153.000 Quadratmeter alleine im dritten Quartal. Damit verteidigt Köln seinen sechsten Platz unter den größten Immobilienmärkten und liegt in Schlagdistanz zum nördlichen Nachbarn Düsseldorf. Dort wurden im gleichen Zeitraum 163.000 Büroflächen vermietet. Spitzenreiter ist München, wo in den zurückliegenden drei Monaten insgesamt etwas mehr als 400.000 Quadratmeter neu vermietet wurden. Die Spitzenmiete in Köln bleibt mit 21,50 Euro pro Quadratmeter weiterhin oberhalb der 20-Euro-Marke. Die Leerstandsquote liegt in der Domstadt bei 9,1 Prozent und damit deutlich unter dem Niveau anderer Immobilienhochburgen. Leipzig bleibt hier mit 16,1 Prozent Schlusslicht. Aber selbst in der Finanzmetropole Frankfurt am Main sind mit 13,4 Prozent deutlich über dem Kölner Niveau. Düsseldorf verzeichnet derzeit einen Leerstand von 11,5 Prozent. In der kommenden Woche beginnt in München die Gewerbeimmobilienmesse Exporeal. Die Stadt Köln wird auf der Messe als Aussteller zusammen mit rund 30 weiteren Standpartnern die Region Köln/Bonn repräsentieren. Die Immobilienverantwortlichen erhoffen sich von der Messe weitere Impulse für die lokalen Gewerbemärkte. Auch der frisch gewählte Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters wird auf der Messe dabei sein. Am Dienstag wird er gemeinsam mit dem neuen Bonner OB Jürgen Nimptsch über die Zukunft der Metropolregion diskutieren.

























