24. 05. 2012
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Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in Toplagen weiterhin hoch
Der Einzelhandel zählt zwar derzeit zu den wenigen Konjunkturstützen, nicht zuletzt nach den jüngsten Zahlen zum Verbrauchervertrauen der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Allerdings profitieren davon vor allem die so genannten Top-Lauflagen in der Kölner Innenstadt. Hier trifft eine hohe Nachfrage auf ein weiterhin ausgesprochen begrenztes Angebot, so das Fazit des "Retail Market Reports 2009" von Atisreal. In der Domstadt waren neben der besonders beliebten Konsumlage Schildergasse mit ihrer hohen Passantenfrequenz auch die Szenelage Ehrenstraße sehr gefragt. Hier siedeln sich zunehmend auch internationale Filialisten an, um von den etwas günstigeren Mietpreisen zu profitieren. Textilunternehmen sind in Köln nach wie vor die größte Nachfragergruppe auf der Suche nach neuen Mietflächen. Dieser Trend wurde im vergangenen Jahr mit mehreren Anmietungen von Filialisten in den begehrten Shoppinglagen fortgeführt. So wird zum Beispiel das ehemalige Wehmeyer-Haus auf der Konsummeile Schildergasse mittlerweile als Ladenfläche für das Konzept "Kult" genutzt. Auch die Branche Lederwaren/Schuhe sucht vermehrt nach Flächen; so mietete das Unternehmen Roland-Schuhe 2000 Quadratmeter in der Schildergasse. Auf dem dritten Rang liegt die Kategorie Dienstleistungen, die von den nach wie vor expandierenden Mobilfunkanbietern profitierte.
Im Jahr 2008 war die Nachfrage in den größeren Flächensegmenten hoch: Mehr als die Hälfte aller Verträge wurde für Ladeneinheiten ab einer Größe von 500 Quadratmeter abgeschlossen. Mit über 29 Prozent war die Kategorie zwischen 500 und 1000 Quadratmetern besonders beliebt und verbuchte einen fast doppelt so hohen Anteil wie noch im Vorjahr. 23,5 Prozent entfielen auf das Segment über 1000 Quadratmeter, nachdem 2007 kein Vertrag in dieser Klasse verzeichnet werden konnte. Die kleineren Flächen spielten dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Abschlüsse für Shops unter 60 Quadratmetern konnten im letzten Jahr in den analysierten Straßenzügen nicht registriert werden, ermittelten die Berater von Atisreal.
Flächenangebot und Spitzenmieten gestiegen
Insgesamt hat das Angebot an Retail-Flächen im vergangenen Jahr sogar etwas zugenommen. Auch wenn zurzeit keine neuen Projektentwicklungen anstehen, rechnen die Einzelhandelsexperten des Maklerunternehmens aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds vermehrt mit der Bereitstellung zusätzlicher Bestandsflächen. Dies gilt insbesondere für B-Lagen, in die etwas mehr Bewegung als noch in den vergangenen Jahren kommen könnte. Daneben gibt es aber nach wie vor Standorte mit besonderer Flächenknappheit wie in den beiden Konsumlagen Schildergasse und Hohe Straße, wo nur selten Mieteinheiten aufgegeben werden.
Im Jahr 2008 legten die Spitzenmieten in fast allen Lagen noch einmal deutlich zu. In der stark nachgefragten Schildergasse wird für einen idealtypischen 100-Quadratmeter-Standardshop in der bestfrequentierten Lage ein Spitzenwert von 260 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Mit jeweils über 20 Prozent Zuwachs gegenüber dem Vorjahr war die Steigerung in der Niveaulage Mittelstraße (80 Euro/m²) und der Konsumlage Breite Straße (85 Euro /m²) besonders hoch. Während die Spitzenmieten in der Ehrenstraße (100 Euro /m²) stabil blieben, verzeichnete der Neumarkt sogar einen Rückgang von 110 auf 90 Euro pro Quadratmeter. Trotz dieses Ausrutschers nach unten sind die Durchschnittsmieten erneut deutlich angestiegen. Durch die zunehmende Konzentration der Nachfrage auf die Premiumstandorte gerieten allerdings die Nebenlagen etwas unter Druck, was sich in diesen Lagen zu leicht gesunkenen Durchschnittsmieten führte.
Für 2009 kein merklicher Nachfragerückgang in Sicht
"Auch für dieses Jahr ist kein spürbarer Nachfragerückgang absehbar, wobei sich die Konzentration auf die Top-Lagen fortsetzen wird", so die Prognose von Christoph Scharf, Bereichsleiter Retail-Vermietung von Atisreal. Scharf rechnet damit, dass sich die Mietpreise an den 1A-Standorten auf dem erreichten Niveau verfestigen. Außerhalb der Premiumlagen müsse man jedoch mit einem leichten Mietpreisrückgang rechnen, da immer weniger Nachfrage in die schlechteren Lagen festzustellen sei, so Scharf abschließend.

























